Gratis-Download

Arbeitsstätten sind so einzurichten, zu benutzen und instand zu halten, dass von ihnen keine Sicherheits- und Gesundheitsgefährdungen für die...

Jetzt downloaden

Aktuelle Wintergefahren für die Arbeitssicherheit: Das sind Ihre Pflichten als Unternehmer

0 Beurteilungen
Arbeitssicherheit Winter

Von Wolfram von Gagern,

Wenn betriebsfremde Personen, z. B. Besucher, auf Ihrem Betriebsgelände wegen Schnee- oder Eisglätte ausrutschen und sich verletzen, haftet der Unternehmer wegen Verletzung der „Verkehrssicherungspflichten“

(Bürgerliches Gesetzbuch). Schlagen Sie Ihrem Chef jetzt vor, rechtzeitig einen Räum- und Streuplan aufzustellen. Zunächst ist jeder Grundeigentümer für die Sicherheit auf seinem Grundstück verantwortlich; er muss also Verkehrswege für Fahrzeuge und Fußgänger bei jeder Witterung sicher benutzbar halten. Auch die Sicherungspflicht für öffentliche Gehwege, die an die Grundstücke grenzen, übertragen die Gemeinden durch ihre Satzung in der Regel den Grundstücksbesitzern. Im Zweifelsfall bei der Gemeinde nachfragen!

Wann müssen Sie im Winter Schnee räumen und streuen?

Auch dies steht in der Gemeindesatzung; üblich ist etwa von 7 Uhr morgens bis 21 Uhr abends. In Sonderfällen, z. B. bei Kundenverkehr auch außerhalb dieser Zeiten, kann diese Zeitspanne entsprechend erweitert sein. Schnee schippen müssen Sie aber so lange nicht, wie dies z. B. wegen starken und anhaltenden Schneefalls sinnlos wäre – danach setzt die Räumpflicht jedoch sofort wieder ein!

Tipp: Stolperfallen unter der Schneedecke und schlechte Beleuchtung vergrößern das Sturzrisiko noch. Beseitigen Sie deshalb auch diese Gefahrenherde!

Wichtiges Urteil: Schnee räumen allein genügt im Winter nicht

Eine Frau hatte sich beim Sturz auf einem vereisten Hotelparkplatz schwer verletzt. Das Landgericht Augsburg entschied dazu in einem noch immer richtungsweisenden Urteil: Schneeräumen allein reicht nicht, wenn der Parkplatz für Gäste bestimmt ist. Der Hotelier habe neben der Räum- auch eine Streupflicht – er musste für 50 % des Schadens haften (Urteil vom 11.1.2001, Az. 3 O 2846/00).

So organisieren Sie den „Winterdienst“

Am bequemsten ist es, dafür spezielle Dienstleister, z. B. eine Gebäudereinigungsfirma, anzuheuern. Sie müssen aber dennoch kontrollieren, dass sie den Auftrag auch ordnungsgemäß erfüllen! Wenn Sie das Problem lieber mit „Bordmitteln“ lösen wollen, sollten Sie frühzeitig einen Räum- und Streuplan erstellen. Denken Sie dabei an Folgendes:

1. Personal: Wer ist verantwortlich, wer hilft mit? Der Verantwortliche hat z. B. die Aufgabe, bei kritischen Wetterlagen abends den regionalen Wetterbericht zu verfolgen, die Helfer vorzuwarnen und ggf. morgens um 4 Uhr telefonisch zum Schneeräumen zu beordern.

Tipp: Freiwillige bevorzugen, die in der Nähe wohnen. Wenn jemand bei der Anfahrt selbst im Schnee stecken bleibt, war der ganze Plan umsonst.

2. Material bevorraten: Rechtzeitig genügend Streugut einlagern. Wenn die „Schneekatastrophe“ unmittelbar bevorsteht, ist oft nicht genügend zu bekommen. Achtung: In manchen Orten ist die Verwendung von Salz eingeschränkt; auch dies regelt die Gemeindesatzung.

3. Hilfsmittel bereitstellen: Dazu gehören Schneeschaufeln und -schieber, Streugeräte usw. Für größere Flächen eignen sich (gemietete) fahrbare Schneefräsen. Wichtig: Vorhandenes Gerät rechtzeitig auf Funktionsbereitschaft checken und Kraftstoff für motorbetriebene Geräte bereitstellen!

Arbeitssicherheit aktuell

Sichern Sie sich praxisrelevante Tipps, Anregungen und Hinweise auf aktuelle Urteile und Gesetzesänderungen mit leicht nachvollziehbaren Lösungsansätzen für Ihrer tägliche Arbeit als Sicherheitsbeauftragter oder Fachkraft für Arbeitssicherheit.

Datenschutz

Anzeige