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Arbeitsstätten sind so einzurichten, zu benutzen und instand zu halten, dass von ihnen keine Sicherheits- und Gesundheitsgefährdungen für die...

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Arbeiten trotz Arbeitsunfähigkeit - erlaubt? sinnvoll?

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Arbeitssicherheit Arbeitsunfähigkeit

Von Wolfram von Gagern,

Gerade wenn – wie in diesen Wochen – die Grippewelle die Zahl der gesunden Mitarbeiter „lichtet“, sehen manche Unternehmen es gerne, wenn vorzeitig gesundete oder „nicht mehr ganz so kranke“ Mitarbeiter zur Arbeit kommen, um einen möglichst reibungslosen Betrieb zu gewährleisten.

Und das, obwohl der Mitarbeiter laut ärztlicher Bescheinigung noch ein, zwei oder mehr Tage krankgeschrieben ist.

Aber ist Arbeiten trotz Arbeitsunfähigkeit überhaupt zulässig?

Dieses Thema ist sicherlich ein wahrer Dauerbrenner, um den sich zahlreiche „Märchen und Mythen“ ranken. Doch um es vorwegzunehmen: An eine solche Krankschreibung ist der Arbeitgeber nicht sklavisch gebunden. Schon gar nicht, wenn der Arbeitnehmer sagt, dass er sich wieder gesund und fit fühlt und arbeiten möchte. Das hat folgenden Hintergrund: Mit der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigu<wbr />ng trifft der Arzt des Mitarbeiters einerseits eine Feststellung, andererseits gibt er eine Prognose ab: Er stellt fest, dass der Arbeitnehmer zum Zeitpunkt der Untersuchung arbeitsunfähig ist, und prognostiziert, dass der Mitarbeiter es noch bis zu einem bestimmten Tage bleiben wird.

Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigung ist kein Arbeitsverbot

Doch natürlich kann es vorkommen, dass der Mitarbeiter früher als vom Arzt prognostiziert wieder arbeitsfähig wird. In diesem Fall darf er grundsätzlich seine Arbeit wieder aufnehmen – schließlich ist die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung kein Arbeitsverbot.

Wichtig: Oft höre ich in solchen Fällen das Argument: „Aber ein Mitarbeiter, der krankgeschrieben ist und trotzdem zur Arbeit geht, verliert seinen Versicherungsschutz.“ Das stimmt nicht. Seinen Versicherungsschutz behält er (§ 7 Abs. 2 Sozialgesetzbuch Siebtes Buch).

Tipp: Versuchen Sie aber, für die Zukunft eine einvernehmliche Regelung für Ihren Betrieb zu treffen. Das ist auch ganz im Sinne der arbeitswilligen Mitarbeiter. Denn trotz der gesetzlichen Regelung kann es sein, dass Unfallversicherungsträger zu einer anderen Einschätzung gelangen.

„Gesundschreiben lassen“ als sichere Alternative

Deswegen sollten Sie zukünftig darauf achten, dass Mitarbeiter entweder

  • den Zeitraum der ärztlich bescheinigten Arbeitsunfähigkeit zur Erholung nutzen oder
  • sich vom Arzt „gesundschreiben“ lassen (= Unbedenklichkeitserklärung), wenn sie vor Ablauf der bescheinigten Arbeitsunfähigkeit wieder arbeiten möchten.

Der Weg über die Unbedenklichkeitserklärung ist der beste Weg – alle Seiten sind dadurch abgesichert. Trotzdem sollten Sie Ihren Mitarbeitern sagen, dass sie nach Möglichkeit eine Arbeitsunfähigkeit ausschöpfen sollen. Oft denkt man, dass man wieder fit ist, und prompt kommt der Rückschlag. Der ist dann meist heftiger als die Ersterkrankung! Dieses Risiko sollten Ihre Mitarbeiter nicht eingehen. Die Gesundheit muss immer Vorrang haben. Deshalb sollten sie ihre Krankheit auch immer vollständig auskurieren!

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