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Arbeitssicherheit: Das Gefahrstoffetikett: eine unverzichtbare Informationsquelle

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Von Wolfram von Gagern,

Für Sie als Verwender ist das Gefahrstoffetikett bzw. die Gefahrstoffkennzeichnung eine wichtige Informationsquelle, um sich über die Produkteigenschaften zu informieren. Der Gesetzgeber hat genau festgelegt, wie diese Kennzeichnung gestaltet sein muss.EG-Nummer 231-765-0Hinweise auf besondere Gefahren:Sicherheitsratschläge:Füllmenge des Inhalts:Firma Mustermann, Musterstr. 1, D-99999 Musterstadt Tel. 0 99 99 / 99 99 99

Die Abmessungen der Kennzeichnung orientieren sich am Rauminhalt der Verpackung. Die wichtigsten Angaben auf dem Etikett sind:

  • Handelsname und be stimmte Inhaltsstoffe
  • Gefahrensymbol und Gefahrenbezeichnung
  • R-Sätze („Risiko-Sätze“)
  • S-Sätze („Sicherheitsratschläge“)
  • Name, Anschrift und Telefonnummer des Lieferanten

Die Kennzeichnung muss

  • in deutscher Sprache abgefasst,
  • groß genug und deutlich lesbar sein und
  • vollständig auf der Verpackung haften.

Jedes Gefahrensymbol muss mindestens 1 cm2 groß sein und mindestens ein Zehntel der von der Kennzeichnung eingenommenen Fläche ausmachen. Von diesen Vorgaben darf nur in besonderen Fällen – beispielsweise aus Gründen der Drucktechnik – abgewichen werden. Die Kennzeichnungsinformation ist durch die Nennmenge (Masse oder Volumen) der Verpackung zu ergänzen. Für die Richtigkeit der Kennzeichnung auf der Verpackung ist der Lieferant verantwortlich.

So sieht eine vorschriftsmäßige Gefahrstoffkennzeichnung aus

Betrachten wir als Beispiel Wasserstoffperoxid, einen Gefahrstoff, der in vielen Bereichen verwendet wird, u. a. als Blondier- und Hautbleichmittel, zur Desinfektion und zur Oberflächenbehandlung. Aber auch zur Reinigung, Desodorierung und Entgiftung von Abwässern, Trinkwasser oder Schwimmbadwasser sowie zur Kühlwasserbehandlung wird dieses Oxidationsmittel eingesetzt.

Kaufen Sie 500 ml Wasserstoffperoxid in 30%iger wässriger Lösung ein, dann muss das Etikett zumindest folgende Kennzeichnungsinformationen enthalten:

Abb.: Vorschriftsmäßige Kennzeichnung von Gefahrstoffen

Wasserstoffperoxid, 30 %

EG-Nummer 231-765-0
EG-Kennzeichnung

Hinweise auf besondere Gefahren:
22 Gesundheitsschädlich beim Verschlucken
41 Gefahr ernsthafter Augenschäden

Sicherheitsratschläge:
1 / 2 Unter Verschluss und für Kinder unzugänglich aufbewahren
17 Von brennbaren Stoffen fernhalten
26 Bei Berührung mit den Augen sofort gründlich mit Wasser abspülen und Arzt konsultieren
28 Bei Berührung mit der Haut sofort mit viel Wasser abwaschen
36 / 37 / 39 Bei der Arbeit geeignete Schutzkleidung, Schutzhandschuhe und Schutzbrille / Gesichtsschutz tragen
45 Bei Unfall oder Unwohlsein sofort Arzt hinzuziehen (wenn möglich dieses Etikett vorzeigen)

Füllmenge des Inhalts: 500 ml

Firma Mustermann, Musterstr. 1, D-99999 Musterstadt
Tel. 0 99 99 / 99 99 99

Egal, wo Sie in Europa Wasserstoffperoxid, 30 %, erhalten – die Kennzeichnung ist überall dieselbe. Warum? Die Europäische Kommission hat Wasserstoffperoxid untersuchen lassen und die Kennzeichnung verbindlich und EU-weit einheitlich festgelegt. Das erkennen Sie an dem Hinweis „EG-Kennzeichnung“ auf dem Etikett. In diesem Fall ist dann zusätzlich die EG-Nummer aufzuführen. Hierbei handelt es sich um die Kennziffer, die einem Gefahrstoff gemäß dem Europäischen Verzeichnis der im Handel erhältlichen Stoffe – kurz EINECS – zugeordnet ist.

In diesem Beispiel haben wir den Sicherheitsratschlag „Unter Verschluss für Kinder unzugänglich aufbewahren“ kursiv dargestellt. Dieser Satz muss nur dann auf das Kennzeichnungsschild, wenn der Gefahrstoff für private Verbraucher bestimmt ist.

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