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Arbeitsstätten sind so einzurichten, zu benutzen und instand zu halten, dass von ihnen keine Sicherheits- und Gesundheitsgefährdungen für die...

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Arbeitssicherheit: Nutzen Sie die Kennzeichnungsinformationen für Ihre Arbeitsschutzmaßnahmen

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Von Wolfram von Gagern,

Nach der GefStoffV muss der Arbeitgeber – bzw. müssen Sie als Sicherheitsfachkraft – Gesundheitsrisiken für die Beschäftigten durch den Umgang mit Gefahrstoffen beurteilen und Schutzmaßnahmen dagegen ergreifen. Dazu müssen Sie diese Risiken erst einmal ermitteln. Die Gefahrstoffkennzeichnungen und die Sicherheitsdatenblätter sind dabei für Sie eine wichtige Hilfe.

 

Gehen Sie bei der Gefährdungsbeurteilung in diesen 5 Schritten vor:

1. Stellen Sie fest, welche Chemikalien in Ihrem Betrieb verwendet werden.

2. Beurteilen Sie die Wahrscheinlichkeit und das mögliche Ausmaß einer Gesundheitsbeeinträchtigung durch Gefahrstoffe.

3. Legen Sie Maßnahmen zum sicheren Umgang mit den Gefahrstoffen fest.

4. Setzen Sie eine Frist zur Umsetzung der Maßnahme.

5. Prüfen Sie die termingerechte Umsetzung und die Wirksamkeit der Arbeitsschutzaktivität.

Diese Gefährdungsbeurteilung müssen Sie schriftlich dokumentieren.

Legen Sie Schutzstufen fest
Notwendige Arbeitsschutzmaßnahmen sind nach der Gef-StoffV zu bestimmten Maßnahmenpaketen zusammenge fasst. Diese so genannten Schutzstufen (§§ 8 – 11 Gef-StoffV) sind nach dem Risikopotenzial der Stoffe gestaffelt und bauen aufeinander auf, d. h., die jeweils höhere (bzw. „strengere“) schließt immer die Maßnahmen der darunter liegenden („weniger strengen“) Stufe mit ein.

Jede Schutzstufe umfasst (in dieser Reihenfolge):

1. Technische Maßnahmen: z. B. die Absaugung gefährlicher Schleifstäube am Entstehungsort. Wichtig: Wenn Sie Gefahrstoffe durch weniger gefährliche ersetzen können, hat dies Vorrang – führen Sie also immer zunächst eine Ersatzstoffprüfung durch!

2. Organisatorische Maßnahmen, z. B. Erstellen von Betriebsanweisungen zum Umgang mit Gefahrstoffen.

3. Personenbezogene Sicherheitsmaßnahmen, z. B. die Benutzung von Persönlichen Schutzausrüstungen.

Zur Bestimmung der Schutzstufe benötigen Sie die Einstufung des Gefahrstoffs: Vergleichen Sie dazu die Angaben auf dem Gefahrstoffetikett Ihrer Chemikalie einfach mit den Gefahrensymbolen und ggf. mit den R-Sätzen in der Tabelle und lesen rechts die entsprechende Schutzstufe ab:

Abb.: Von der Gefahrstoffkennzeichnung zur Schutzstufe

+ geringe
Menge
+ niedrige
Exposition
+ kein
„Totenkopf-
Stoff“
+Maßnahmen
der
Schutzstufe
1 reichen
aus
Schutzstufe 1
Schutzstufe 2
Schutzstufe3Schutzstufe 3
Schutzstufe4+ R-Satz 45, 46, 49 oder 60Schutzstufe 4

Egal, welche Schutzstufe für Ihren Arbeitsbereich zutrifft: Sie müssen in jeder Schutzstufe mindestens die Schutzmaßnahmen der Schutzstufe 1 anwenden. Sie sind in der Technischen Regel Gefahrstoffe (TRGS) 500 „Schutzmaßnahmen“ im Einzelnen beschrieben. Die Mindestmaßnahmen werden ergänzt durch zusätzliche Maßnahmen, die in den Schutzstufen 2 bis 4 hinzukommen.

TIPP: Eine Checkliste „Gefahrstoffschutz“, mit der Sie die Einhaltung der Mindestschutzmaßnahmen nach der TRGS 500 in Ihrem Betrieb leicht überprüfen können, steht Ihnen auf unserer Website zum Download zur Verfügung.

Die Maßnahmen der Schutzstufe 1 sind nur in „Bagatellfällen“ ausreichend. Damit ist der Einsatz kleinster Gefahrstoffmengen gemeint, deren gesundheitsgefährdende Eigenschaften sich auf die reizende, gesundheitsschädliche oder ätzende Wirkung beschränken.

Ein Beispiel hierfür ist die Verwendung der üblichen Korrekturflüssigkeiten, die in fast jedem Büro für die Dokumentenbearbeitung zu finden sind.

Übrigens: Falls Sie in Ihrem Betrieb nur solche oder ähnliche Gefahrstoffe einsetzen, deren Gefährdungspotenzial zu vernachlässigen ist (geringe Menge, niedrige Exposition, kein „Totenkopf-Stoff“), müssen Sie die Gefährdungsbeurteilung nach der GefStoffV ausnahmsweise nicht schriftlich dokumentieren!

 

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