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Arbeitsstätten sind so einzurichten, zu benutzen und instand zu halten, dass von ihnen keine Sicherheits- und Gesundheitsgefährdungen für die...

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Arbeitsstättenverordnung: Gefährdungen durch mobile Arbeitsmittel

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Arbeitssicherheit

Von Wolfram von Gagern,

Halten sich Beschäftigte im Gefahrenbereich von mobilen Arbeitsmitteln auf, können sie durch deren Fortbewegung überfahren, angefahren, eingeklemmt oder auf andere Weise verletzt werden.

Deshalb beinhaltet die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) die Verpflichtung der Arbeitgeber, auch Gefahren durch mobile Arbeitsmittel zu erfassen, zu bewerten und zu verhindern. Die neue Technische Regel für Betriebssicherheit „Mechanische Gefährdungen – Teil 4: Maßnahmen zum Schutz vor Gefährdungen durch mobile Arbeitsmittel“ (TRBS 2111-4) bietet Ihnen als Sicherheitsfachkraft praktische Hilfe, wenn Sie im Auftrag Ihres Chefs Maßnahmen entwickeln sollen, um Ihre Kollegen vor diesen Gefährdungen zu schützen. Die TRBS ist seit dem 28.9.2007 in Kraft und gilt damit als verbindlicher Maßstab für das nach dem Stand der Technik einzuhaltende Sicherheitsniveau. Darum sind Sie gut beraten, sich an diese Regel zu halten. Zwar sind auch andere Lösungen als die darin beschriebenen Maßnahmen zulässig; Sie müssen dann jedoch schriftlich dokumentieren, dass Sie damit ein mindestens gleichwertiges Sicherheitsniveau erzielen.

Diese Arbeitsmittel werden erfasst

Die TRBS 2111-4 erfasst eine weit gefächerte Bandbreite beweglicher Maschinen und Anlagen. Hierzu zählen selbstfahrende und nicht selbstfahrende Geräte, sofern sie als Arbeitsmittel benutzt werden, z.B. Straßen- und Schienenfahrzeuge, land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen, Anhängefahrzeuge, selbst fahrende oder verfahrbare Baumaschinen, Luft- und Wasserfahrzeuge, Luftfahrtbodengeräte, Wasserfahrzeuge, Krane, Flurförderzeuge, verfahrbare Hub arbeitsbühnen, Regalbediengeräte, verfahrbare Stetigförderer, gezogene oder geschobene Transportmittel. Nicht zu den mobilen Arbeitsmitteln i.S. dieser Technischen Regel gehören jedoch Geräte wie z. B. Tragbare Handwerkszeuge, Laptops usw.

Zusätzlich zu dieser Regel müssen Sie als Basisregel zu mechanischen Gefährdungen immer auch die TRBS 2111 „Mechanische Gefährdungen – Allgemeine Anforderungen“ beachten. Außerdem können auf bestimmte mobile Arbeitsmittel auch andere Vorschriften anwendbar sein, z. B. Die Straßenverkehrsordnung oder Berufsgenossenschaftliche Vorschriften wie etwa die BGV D 29 „Fahrzeuge“.

Sicherheitsmaßnahmen nach dem „TOP-Prinzip“

Die TRBS 2111-4 enthält einen umfangreichen Katalog (rund 12 Seiten) von Schutzmaßnahmen gegen mechanische Gefährdungen, die von mobilen Arbeitsmitteln ausgehen können. Die Reihenfolge der Maßnahmen folgt dem nach dem Arbeitsschutzgesetz (§ 4) sog. „TOP-Prinzip“.

Es bedeutet, dass

  • technische Maßnahmen Vorrang vor
  • organisatorischen und diese wiederum vor
  • personenbezogenen Maßnahmen besitzen.

Oft werden Sie aber Maßnahmen aus allen 3 „Stufen“ ergreifen müssen, wenn z.B. trotz Ausschöpfung von technischen Maßnahmen nicht alle Risiken beseitigt werden können.

Mögliche technische Schutzmaßnahmen

Die Liste der technischen Schutzvorkehrungen umfasst praktisch bewährte Schutzeinrichtungen und -ausrüstungen für verschiedenste Arten mobiler Arbeitsmittel, wie z. B.

  • Einrichtungen zur Verbesserung der Sichtverhältnisse (Spiegel, Kamerasysteme u. Ä.);
  • die Kopplung von Regalbediengeräten und Zugangsüberwachungen, durch die ein automatisches Stillsetzen der Geräte bewirkt wird, sobald sich Personen in den Regalgängen aufhalten;
  • Nothalteinrichtungen für Portalkrane, die Fahrbewegungen am Ende der Fahrbahn zwangsläufig stoppen;
  • Überrollschutzbügel und Rückhalteinrichtungen für Gabelstapler zum Schutz der Fahrer beim Umkippen des Fahrzeugs;
  • Mittel zur Ladungssicherung, um zu verhindern, dass durch Verrutschen oder Kippen der Ladung das Fahrzeug in unkontrollierbare Bewegung gerät.

Aber auch so „profane“ Ausrüstungen wie etwa Unterlegkeile, Winterreifen und Antiblockiersysteme kommen als Schutzmaßnahmen in Betracht.

Organisatorische Schutzmaßnahmen

Denkbare Schutzmaßnahmen im organisatorischen Bereich sind etwa:

  • Festlegen der Qualifikation für Maschinen- und Fahrzeugführer bzw. -bediener
  • Festlegen, für welche mobilen Arbeitsmittel eine schriftliche Beauftragung durch den Arbeitgeber erforderlich ist (z. B. Für die Bediener in Hubarbeitsbühnen)
  • Trennung der innerbetrieblichen Verkehrswege für Fußgänger und Fahrzeuge
  • die Erstellung von Betriebsanweisungen, wenn die zur Vermeidung von Gefährdungen durch mobile Arbeitsmittel erforderlich sind (z.B. für das Kuppeln von Lkws und Anhängern)
  • Benennung von Einweisern für Fremdfahrzeuge auf dem Betriebshof

Personenbezogene Schutzmaßnahmen

Maßnahmen in diesem Bereich beinhalten im Wesentlichen

  • die Anordnung der Tragens von Persönlichen Schutzausrüstungen, z. B. Fußschutz oder Warnkleidung auf Baustellen oder Rettungswesten auf Wasserfahrzeugen;
  • das Befolgen von sicherheitsrelevanten Verhaltensmaßregeln, vor allem Betriebsanweisungen, aber auch etwa das Befolgen von Warnsignalen oder Aufenthaltsverboten in Fahrbereichen;
  • die Ausbildung für bestimmte Tätigkeiten, etwa zum Kranführer;
  • tätigkeitsbezogene Unterweisungen z. B. Zum Führen von Flurförderzeugen.

 

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