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Arbeitsstätten sind so einzurichten, zu benutzen und instand zu halten, dass von ihnen keine Sicherheits- und Gesundheitsgefährdungen für die...

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Arbeitsstättenverordnung: Wann müssen mehrere „Befähigte Personen“ prüfen?

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Von Wolfram von Gagern,

Frage: Nach der Betriebssicherheitsverordnung müssen zahlreiche Arbeitsmittel von einer „Befähigten Person“ geprüft werden. Wie verhält es sich, wenn wir keine Mitarbeiter haben, die für die Prüfung aller sicherheitsrelevanten Aspekte ausreichend qualifiziert sind?

Wir betreiben z. B. Umladekräne im Außenbereich, bei denen neben mechanischen und elektrotechnischen Aspekten auch die bauliche Standfestigkeit eine Rolle spielt.

Arbeitsstättenverordnung: Wenn die "Befähigte Person" nicht reicht

Antwort: Dass eine einzige „Befähigte Person“ keine ausreichende Qualifikation und Erfahrung besitzt, um alle zu prüfenden Teilgebiete abdecken zu können, kommt relativ häufig vor. Es ist aber auch denkbar, dass Beurteilungen notwendig werden, die nicht zum üblichen Umfang der Prüfungen gehören, und deshalb Spezialisten hierzu herangezogen werden müssen, z. B. wenn das Fundament eines fest montierten Krans durch Bergschäden abgesunken ist. Dann kann es z. B. notwendig werden, dass ein Bausachverständiger die Standfestigkeit dieses Krans prüft.

Arbeitsstättenverordnung: Qualifikation kann auch verteilt sein

Das bedeutet: Die Qualifikationen und Erfahrungen, die Befähigte Personen nach der gleichnamigen Technischen Regel für Betriebssicherheit (TRBS 1203) aufweisen müssen, können im Einzelfall auch auf mehrere Personen aufgeteilt sein.

Arbeitsstättenverordnung: Anforderungen an "Befähigte Personen"

Dabei sind 3 Punkte wichtig:

  1. Jede von ihnen muss die für ihr Prüfgebiet festgelegten Anforderungen erfüllen – wer elektrische Gefährdungen prüft, also die Anforderungen nach der TRBS 1203 Teil 3 „Befähigte Personen – Besondere Anforderungen – Elektrische Gefährdungen“.
  2. Stellen Sie sicher, dass alle zu prüfenden Aspekte jeweils durch befähigte Personen geprüft werden, wenn dies für ein Arbeitsmittel vorgeschrieben ist (Einzelheiten dazu regelt § 10 der Betriebssicherheitsverordnung).
  3. Und schließlich: Sorgen Sie dafür, dass der Arbeitgeber jemanden benennt, der überwacht, dass alle zu prüfenden Aspekte ermittelt werden, und der die zusammengefassten Prüfergebnisse dokumentiert. Das können sinnvollerweise Sie als Sicherheitsfachkraft sein, denn schließlich führen Sie ja auch die Gefährdungsbeurteilung durch, aus der sich die Prüfaspekte ergeben. Sollten Sie aber keine Mitarbeiter mit allen für Ihre notwendigen Prüfungen erforderlichen „Befähigungen“ im Hause haben, wenden Sie sich an eine externe Sachverständigen- und Prüforganisation wie z. B. einen TÜV.

 

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