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Arbeitsstätten sind so einzurichten, zu benutzen und instand zu halten, dass von ihnen keine Sicherheits- und Gesundheitsgefährdungen für die...

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Darf in einem Heizungsraum gearbeitet werden?

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Von Wolfram von Gagern,

Frage: In unserer Gärtnerei herrscht besonders im Winter chronischer Platzmangel. Zur Abhilfe möchte mein Chef jetzt in einem Raum, in dem der Heizkessel und ein großer Heizöltank untergebracht sind, Arbeitsplätze zum Blumenbinden usw. einrichten.

Zwar haben Messungen gezeigt, dass die Grenzwerte für Heizöldämpfe eingehalten werden, aber als Sicherheitsfachkraft habe ich dabei trotzdem ein ungutes Gefühl, schon allein wegen der Geruchsbelästigung durch die ständigen Heizöldämpfe.

Ist diese Frage irgendwo grundsätzlich geregelt?

Redaktion: Wenn es sich bei den Arbeitsplätzen, die Ihr Chef einrichten will, um ständige Arbeitsplätze handelt (an denen sich also die Beschäftigten nicht nur vorübergehend aufhalten), dürfen dort nicht mehr Gefahrstoffe aufbewahrt werden, als in einer Schicht verbraucht werden – das gilt auch für Heizöl. Diese Bestimmung stammt aus der Verordnung über brennbare Flüssigkeiten, die zwar inzwischen außer Kraft ist, deren Inhalt als sicherheitstechnische Erkenntnis jedoch weiterhin gilt. Da der in einem Tank gelagerte Heizölvorrat diese Menge normalerweise um ein Vielfaches übersteigt, sind in dem Heizungsraum also höchstens zeitlich begrenzte Tätigkeiten erlaubt.

Baurechtliche Vorschriften der Länder beachten
Weitere Einschränkungen können sich aus den baurechtlichen Vorschriften ergeben, die von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sind. In NRW z. B. verbietet die Feuerungsverordnung, dass Räume, in denen Heizöl in einer Menge von mehr als 1.000 l gelagert wird, außerdem noch anderweitig genutzt werden. Damit scheiden sie als Arbeitsplätze aus. Eine Zusatznutzung als Arbeitsstätten ist auch für Räume verboten, in denen Heizkessel mit einer Gesamtnennwärmeleistung von mehr als 50 kW aufgestellt sind.Schließlich müssen Arbeitsplätze nach der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) so gestaltet sein, dass die dort Beschäftigten keinen Gesundheitsgefahren ausgesetzt sind.

In Ihrem Fall könnten solche Gefährdungen möglicherweise durch mangelhafte Luftzufuhr bestehen. Hierzu steht im Anhang 3.6 der ArbStättV die recht allgemeine Forderung, dass„ausreichend“ gesundheitlich zuträgliche Atemluft vorhanden sein muss – und zwar unter Berücksichtigung der ausgeübten Tätigkeiten, der damit verbundenen körperlichen Beanspruchung usw. Dazu gehört z. B. sicherlich auch, wie lange dort ununterbrochen gearbeitet wird. Auch nach der Gefahrstoffverordnung. (Anhang III Nr. 1.5) dürfen Gefahrstoffe in Arbeitsräumen nur gelagert werden, wenn dies mit dem Schutz der Beschäftigten vereinbar ist. Dies kann z. B. der Fall sein, wenn Beschäftigte sich dort nur so kurz aufhalten, dass eine Gesundheitsschädigung ausgeschlossen werden kann.

In der Praxis bedeutet das: Wenn überhaupt, kommt der Heizungsraum bestenfalls für kurzzeitige Tätigkeiten (bezogen auf die Arbeitsschicht) in Betracht. Für wie lange genau,müssen Sie auf der Grundlage einer Gefährdungsbeurteilung ermitteln – und zwar vor Beginn der Nutzung als Arbeitsraum.

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