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Arbeitsstätten sind so einzurichten, zu benutzen und instand zu halten, dass von ihnen keine Sicherheits- und Gesundheitsgefährdungen für die...

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Fluchtwege: So berücksichtigen Sie die Vorschriften der neuen Arbeitsstättenregel

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Fluchtwege

Von Wolfram von Gagern,

Gibt es neue Bekanntmachungen zu neuen Regeln, dann ist nicht immer eindeutig, wie ähnliche bestehende Regelungen zu bewerten sind. Leider vereinfacht der Gesetzgeber diese Arbeit auch nicht, wie das Beispiel über Fluchtwege zeigt.

So wurde im Gemeinsamen Ministerialblatt (GMBl) Nr. 45 vom 28.9.2007 die Arbeitstättenregel ASR A2.3 bekannt gemacht. Gleichzeitig fielen die bekannten ASR 10/1 und ASR 17/1, 2 weg. Das konnten Sie jedoch nur wissen, wenn Sie außer der neuen Verordnung auch § 8 Abs. 2 der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) gelesen haben. Solche Verwirrspiele sind ärgerlich.

Beispiel: Welche Auflagen müssen Fluchtwege erfüllen?

Seit 2007 gibt es eine neue Arbeitsstättenregel (ASR A2.3) „Fluchtwege, Notausgänge, Flucht- und Rettungsplan. Wer aufmerksam liest, merkt auch, dass einige Angaben darin im Widerspruch zu den bestehenden ASR 10/1 „Türen und Tore“ und den ASR 17/1, 2 „Verkehrswege“ stehen. So gibt es z. B. Unterschiede in der Länge der Fluchtwege. Welchen Fluchtweg müssen Sie denn nun einhalten?

Maximale Längen für Fluchtwege

  1. Für Räume, ausgenommen Räume nach 2) bis 6), bis zu 35 m
  2. Für brandgefährdete Räume mit selbsttätigen Feuerlöscheinrichtungen bis zu 35 m
  3. Für brandgefährdete Räume ohne selbsttätige Feuerlöscheinrichtungen bis zu 25 m
  4. Für giftstoffgefährdete Räume bis zu 20 m
  5. Für explosionsgefährdete Räume, ausgenommen Räume nach 6), bis zu 20 m
  6. Für explosivstoffgefährdete Räume bis zu 10 m

Sind die alten Regeln zu Fluchtwegen auch noch gültig?

Wer diese neuen Obergrenzen der Fluchtwegabmessungen einhält, liegt in jedem Fall richtig. Hält sich Ihr Unternehmen jedoch an die alten Bestimmungen ASR 10/1 und ASR 17/1, 2, kann der Sicherheitsexperte noch nicht haftbar gemacht werden und sich noch eine Weile in Sicherheit wiegen.

Denn: Bestimmungen alter Arbeitsstättenrichtlinien bestehen nämlich fort, vorläufig zumindest, wenn sie nicht direkt ersetzt werden.

Beispiel: Die ASR 17/1, 2 wurde nicht direkt ersetzt, also können Sie sich daran noch bis 6 Jahre nach Inkrafttreten der Arbeitsstättenverordnung, also bis zum 25.8.2010, halten.

Hier finden Sie Hilfe zu Rechtsfragen um ASR und Fluchtwege

Solche gesetzlichen Änderungen sind in der Tat verwirrend. In der Praxis können solche Änderungen auch nur durch Rechtsexperten verstanden werden – niemand kann also von Ihnen verlangen, allein die richtigen Schlussfolgerungen aus diesen Änderungen zu ziehen. Sie brauchen dazu vor allem verlässliche Informationen von professionellen Stellen. Denn: Wissen und befolgen müssen Sie Änderungen aber trotzdem.

Woher bekommen Sie also nun gut gebündelt die für Sie nützlichen Informationen?

Info-Tipps: Ihre Berufsgenossenschaft bereitet Ihnen diese Informationen richtig auf. Sie nehmen ohnehin an den gesetzlich vorgeschriebenen Tagungen teil. Im Regelfall sind diese Änderungen unter anderem Inhalt der Seminare.

 

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