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Kraftbetätigte Tore: Das müssen Sie prüfen lassen

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Von Martin Weyde,

In vielen Betrieben haben die Werks- oder Lagerhallen kraftbetätigte Tore – zum Beispiel Schiebetore, Falttore oder Rolltore. Um sie komfortabler handhaben zu können, werden diese Tore durch einen Elektromotor bewegt und somit kraftbetätigt.

 

Die ASR A1.7 „Türen und Tore“ schreibt in Abschnitt 10 vor, dass Sie solche Tore mindestens jährlich sicherheitstechnisch überprüfen lassen. Gerade ältere Tore fallen bei diesen Prüfungen jedoch leicht durch, weil sie den Anforderungen nicht mehr genügen.

Die kraftbetätigten Tore in Ihrem Betrieb genießen keinen Bestandsschutz. Das bedeutet, dass neue, strengere Vorgaben die älteren ersetzen, sobald sie in Kraft treten. Es gibt also keine Ausnahmen – alte Vorschriften sind hinfällig, sobald es neue gibt.
Wie kraftbetätigte Tore eingerichtet und betrieben werden, ist in der besagten ASR A1.7 geregelt. Und die Maßnahmen, die Sie zum Schutz Ihrer Kollegen ergreifen, müssen dem Stand der Technik entsprechen – das geben Arbeitsschutzgesetz und Arbeitsstättenverordnung vor:

  1. Besonders wichtig sind die maximalen Betriebskräfte an Quetsch-, Scher- und Stoßstellen – in der Regel an Haupt- und Nebenschließkanten der Tore. Deshalb wird im Rahmen der Prüfungen die Schließkraft Ihrer Tore gemessen.
  2. Aber darüber hinaus müssen Ihre Tore auch eine Reversierfunktion besitzen. Diese bewirkt, dass die Schließbewegung eines Tores sofort umgesteuert wird, wenn es auf ein Hindernis trifft. Die Reversierfunktion muss bei einer Öffnungsweite von 50 mm zwischen Haupt- und Gegenschließkante überprüft werden, darauf weisen die Branchenverbände BVT und ttz hin.

 

 

Wenn Ihre Tore diese Prüfungen nicht bestehen, dann müssen Sie sie nachrüsten oder neue Tore einbauen lassen. Auch wenn sich Ihre Tore durch den Einbau neuer Komponenten maßgeblich ändern, gelten sie maschinenrechtlich unter Umständen als neue Tore. Dann muss der Nachrüstbetrieb auch ihre Konformität erneut bewerten und bescheinigen.
Falls der Hersteller Ihrer Tore nicht ausdrücklich vorschreibt, an welchen Punkten die Schließkräfte gemessen werden müssen, empfiehlt der BVT, an jeweils drei verschiedenen Punkten zu messen:

  1. Vertikale Tore werden bei einer Öffnungsweite von 300 mm zwischen Haupt- und Gegenschließkante, zum Beispiel dem Boden, geprüft. Die Messpunkte sollten in der Mitte der Hauptschließkante und jeweils 200 mm von den Enden der Hauptschließkante entfernt liegen.
  2. Auch horizontale Tore sollten bei einer Öffnungsweite von 300 mm geprüft werden. Die Messpunkte sollten sich analog in der Mitte der Hauptschließkante und 200 mm von ihren Enden entfernt befinden.

Der BVT macht darauf aufmerksam, dass eine verstärkte Aufsicht durch die Baubehörden, die Gewerbeaufsicht und die Berufsgenossenschaften künftig zur regelmäßigen Überprüfung kraftbetätigter Tore beitragen wird.

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