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Arbeitsstätten sind so einzurichten, zu benutzen und instand zu halten, dass von ihnen keine Sicherheits- und Gesundheitsgefährdungen für die...

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Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung

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Lärmschutzverordnung

Von Wolfram von Gagern,

Die neue Verordnung zum Schutz vor Lärm und Vibrationen (LärmVibrationsArbSchV) ist am 9.3.2007 in Kraft getreten. Diese Verordnung verpflichtet Sie, die Exposition durch Lärm (z. B. beim Einsatz eines Schnellrührers oder einer Zentrifuge) zu ermitteln und zu beurteilen.

Lärm führt zur Beeinträchtigung des Hörvermögens. Werden die in der Verordnung festgelegten Auslösewerte überschritten, müssen Sie handeln.

Diese Grenzwerte müssen Sie einhalten:

Obere Auslösewerte: L EX, 8h = 85 dB(A) beziehungsweise L pC, peak = 137 dB(C)

Untere Auslösewerte: L EX, 8h = 80 dB(A) beziehungsweise L pC, peak = 135 dB(C)

Das bedeuten die Abkürzungen:

L EX, 8h (Tageslärm-Expositionsdruckpegel) ist der durchschnittliche Lärmexpositionsdruckpegel an einem 8-Stunden-Arbeitstag. Er umfasst die am Arbeitsplatz auftretenden Schallereignisse.

L pC, peak (Schalldruckpegel) ist der Höchstwert des momentanen C-bewerteten Schalldruckpegels.

Wichtig: Bei diesen Auslösewerten ist die dämmende Wirkung eines persönlichen Gehörschutzes Ihrer Beschäftigten nicht berücksichtigt. Wird die untere Auslöseschwelle von 80 dB(A) überschritten, haben Sie geeigneten Gehörschutz auszuwählen und zu beschaffen sowie dafür Sorge zu tragen, dass Ihre Beschäftigten diesen auch tragen.

Bevor Sie jedoch Gehörschutz „verordnen“, haben Sie durch Messungen im Rahmen Ihrer Gefährdungsbeurteilung die Lärmbelastung am Arbeitsplatz zu ermitteln. Die Angaben in der Betriebsanleitung Ihrer Maschinen helfen Ihnen dabei festzustellen, ob die Grenzwerte eingehalten werden können.

Lesen Sie die Betriebsanleitung

In der Betriebsanleitung Ihrer Maschinen finden Sie diese Angaben zur Lärmemission des Geräts. Hierzu gehören:

  • Der A-bewertete äquivalente Dauerschalldruckpegel an den Arbeitsplätzen des Bedienungspersonals, wenn er über 70 dB(A) liegt. Ist dieser Pegel niedriger als oder gleich 70 dB(A), genügt die Angabe "70 dB(A)"

Hinweis: Sind die Arbeitsplätze des Bedienungspersonals in der Betriebsanleitung nicht festgelegt, können Sie diese Angaben durch Schalldruckpegelmessungen in einem Abstand von 1 m von der Maschinenoberfläche und 1,60 m über dem Boden oder der Zugangsplattform prüfen.

  • Der Höchstwert des momentanen C-bewerteten Schalldrucks an den Arbeitsplätzen des Bedienungspersonals, sofern er 130 dB(C) übersteigt;
  • Der Schallleistungspegel der Maschine, wenn der A-bewertete äquivalente Dauerschalldruckpegel an den Arbeitsplätzen des Bedienungspersonals über 85 dB(A) liegt.

Ersatz
Bei Überschreitung der zulässigen Lärmgrenzwerte haben Sie zu prüfen, wie die Belastung beispielsweise durch geräuscharme Arbeitsmittel gesenkt werden kann. Diese Maßnahme hat Vorrang vor Gehörschutz! Fragen Sie Ihren Lieferanten nach Maschinen, die die Grenzwerte nach der LärmVibrationsArbSchV sicher einhalten.

Tipp: In der kostenlosen Datenbank KarLa finden Sie Lärm- und Vibrationskennwerte von Kraftfahrzeugen, selbstfahrenden mobilen Arbeitsmaschinen wie Gabelstaplern sowie handgeführten Arbeitsmitteln.

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