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Für die Sicherheitsfachkraft sind Betriebsanweisungen ein wertvolles Hilfsmittel, um die Mitarbeiter zu unterweisen und vor Gefährdungen am...

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2.700 € sparen durch Ersatzstoffe für gefährliche Abbeizmittel

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Von Wolfram von Gagern,

Der Ausschuss für Gefahrstoffe hat die Technische Regel Gefahrstoffe (TRGS) 612 „Ersatzstoffe, Ersatzverfahren und Verwendungsbeschränkungen für dichlormethanhaltige Abbeizmittel“ gründlich überarbeitet.

Sie gibt Hinweise zu Ersatzstoffen und Verwendungsbeschränkungen von Abbeizmitteln, die das gefährliche Dichlormethan (DCM) enthalten. Die neue TRGS ist im Februar 2006 im Bundesarbeitsblatt bekannt gemacht worden und gilt damit als anerkannte Technische Regel, die die Betriebe zur Umsetzung der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) einhalten müssen.

Über ¾ der Abbeiz- und Fassadenreinigungsarbeiten werden heute immer noch mit Produkten durchgeführt, die bis zu 80 % DCM enthalten. Das Einatmen der Dämpfe kann schwere Vergiftungen auslösen, die sich in Schwindelgefühlen, Rausch und Bewusstlosigkeit äußern – selbst Todesfälle sind schon aufgetreten. Zudem steht DCM im Verdacht, krebserregend zu sein.

Ersatzstoffe verwenden

Arbeitgeber müssen gefährliche Arbeitsstoffe nach den Bestimmungen der Gef-StoffV so weit wie möglich durch weniger schädliche Stoffe (bzw. alternative Arbeitsverfahren, hier z. B. Abschleifen) ersetzen. Die TRGS 612 nennt praktisch erprobte Ersatzstoffe für Farbentfernungsarbeiten unterschiedlicher Art: So kommen beispielsweise zum Beseitigen von Graffitis wässrige Lösungen wie Kalium- oder Natriumhydroxid in Betracht. DCM-freie Mittel sind außerdem für viele andere Farbentfernungsarbeiten generell geeignet, etwa zum Entfernen von Farbschichten auf Betonfassaden.
Risiken und Nebenwirkungen

Bei industriell beschichteten Teilen, wie etwa Heizkörpern, können jedoch bei Verwendung DC-freier Abbeizer Probleme entstehen. Dazu schreibt die TRGS vor, dass Sie vor dem Einsatz von DCM-Produkten an 3 Probeflächen prüfen müssen, ob es nicht auch „ohne DCM“ geht. Diese Tests müssen Sie dokumentieren! Einige Ersatzstoffe haben auch unerwünschte „Nebenwirkungen“, die Sie aber durch entsprechende Schutzmaßnahmen entschärfen können: bei alkalischen Stoffen z. B. durch das Tragen von Schutzhandschuhen und -brille.

Unterm Strich kostengünstiger

DCM-Abbeizer werden meist wegen ihres Preisvorteils gegenüber Alternativprodukten bevorzugt. Die Bau-Berufsgenossenschaft Frankfurt am Main hat jedoch genauer nachgerechnet und festgestellt: Alternativlösungen sind insgesamt kostengünstiger, weil sie hohe „Nebenausgaben“ für Schutzausrüstungen, Vorsorgeuntersuchungen usw. über- flüssig machen bzw. erheblich reduzieren.

Schlagendes Beispiel: Für „DCM-Arbeiten“ sind umgebungsluftunabhängige Atemschutzgeräte und spezielle Fluorkautschuk- Schutzhandschuhe nötig, die ca. 50 € pro Paar kosten – aber nur 2 Stunden Schutz bieten. Die Rechnung ergab: Allein an der Schutzausrüstung für einen Mitarbeiter kann ein Betrieb 2.700 € sparen!

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