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Für die Sicherheitsfachkraft sind Betriebsanweisungen ein wertvolles Hilfsmittel, um die Mitarbeiter zu unterweisen und vor Gefährdungen am...

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Betriebsanweisung: Terrassenheizstrahler sicher betreiben

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Urheber: Jürgen Fälchle | Fotolia

Von Wolfram von Gagern,

Den Cappuccino oder das Helle auch in der kalten Jahreszeit im Freien genießen - Kein Problem: Flüssiggasbetriebene Terrassenheizstrahler schaffen fast ganzjährig angenehme Temperaturen.

Und sorgen nicht zuletzt dafür, dass auch die Raucher der Gastronomie nicht ganz den Rücken kehren. Damit es beim Genuss ohne Reue bleibt, sollten Sie bei der Ausrüstung und beim Betrieb der mobilen „Standheizungen“ einige elementare Sicherheitsregeln beachten.

Betriebsanweisung: Sonderanforderungen für gewerbliche Bereiche

Auch in der Gastronomie sind häufig Terrassenheizstrahler im Einsatz, die im Auslieferungszustand nur für den privaten Einsatz bestimmt sind. Darum müssen Sie ggf. dafür sorgen, dass sie über die für den gewerblichen Einsatz vor – geschriebenen Sicherheitseinrichtungen verfügen. Das sind vor allem

  1. ein Druckregelgerät mit integrierter Überdrucksicherheitseinrichtung,
  2. eine Schlauchbruchsicherung bei Verwendung von Schlauchleitungen, die länger als 0,4 m sind, und
  3. ein „Anti-Tilt-System“, das die Gaszufuhr zum Brenner automatisch unterbricht, wenn das Gerät z. B. durch einen unvorsichtigen Gast zu Boden gerissen wird. Diese Sicherheitseinrichtung verhindert, dass Flüssiggas bei einem umgekippten Heizgerät unkontrolliert über die Leitung zum Brenner gelangen kann. Sobald das Gerät wieder aufrecht steht, wird die Gaszufuhr automatisch wieder geöffnet. Entsprechende Sicherheitseinrichtungen sind z. B. Ein Gas- Kippschutzventil im Bereich der Flasche (Flaschenkasten) oder eingebaute Neigungsschalter mit Magnetventil.

Achtung: Heizstrahler aus anderen EU-Mitgliedsstaaten sind häufig für andere Gasdrücke ausgelegt als deutsche Geräte. In Deutschland ist ein Arbeitsdruck von 50 mbar üblich, während in den meisten europäischen Ländern die Geräte nur für 28 bis 37 mbar vorgesehen sind. Den vorgesehenen Gasdruck finden Sie auf dem Typenschild, das Sie sich genau ansehen sollten. Denn wenn z. B. Ein spanisches 28- mbar-Gerät mit einem deutschen 50- mbar-Druckminderer betrieben wird, kann es gefährlich werden: Dann erreicht dieser Heizstrahler eine sehr viel größere Heizleistung als vorgesehen. Nur wenn das ausländische Gerät von einem Fachmann mit einem entsprechenden Druckminderer nachgerüstet wird, ist sein Betrieb erlaubt.

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Betriebsanweisung: Halten Sie diese Sicherheitsregeln für Heizstrahler ein

Für den sicheren Betrieb müssen Sie darüber hinaus noch einige weitere Regeln einhalten:

  1. Achten Sie auf einen sicheren Stand der Terrassenheizstrahler, sowohl auf eine feste Standfläche als auch auf eine senkrechte Aufstellung.
  2. Stellen Sie den Strahler so auf, dass evtl. austretendes Gas nicht in Kelleröffnungen oder Luft- und Lichtschächte „fließt“. Flüssiggas ist schwerer als Luft und kann sich in diesen Bereichen zu einem explosionsfähigen Gemisch ansammeln.
  3. Vorsicht vor brennbaren Materialien in der Nähe der Heizstrahler! Setzen Sie sie nicht unter tief hängenden Markisen oder Ähnlichem ein.
  4. Das Lagern von Flüssiggasflaschen in Räumen unter Erdgleiche, in Treppenräumen, in Durchgängen und Durchfahrten ist verboten.
  5. Stellen Sie vor dem Zünden der Heizstrahler die kleinste Leistung ein. Die Heizgeräte müssen über Zündeinrichtungen verfügen, die in den Sicherheitskreis der Flammenüberwachung einbezogen sind. Verwenden Sie zum sicheren Zünden älterer Modelle geeigneter Gasanzünder, z. B. Piezozünder.
  6. Halten Sie nach 3 bis 4 erfolglosen Zündversuchen unbedingt eine Pau – se von ca. 2 Minuten vor dem nächs ten Zündversuch ein, um Gasansammlungen und Verpuffungen zu vermeiden.
  7. Bei ungewöhnlichem Betriebsverhalten eines Terrassenheizstrahlers ist sofort die Gaszufuhr am Gasbehälter zu unterbrechen, der Strahler ist außer Betrieb zu nehmen und prüfen zu lassen.
  8. Stellen Sie sicher, dass eine Betriebsanweisung mit Informationen zum Wechsel der Flüssiggasflasche (inkl. Der erforderlichen Dichtheitsprüfung), zum sicheren Anzünden des Brenners und zum Verhalten im Störungsfall vorhanden ist.
  9. Unterweisen Sie alle Mitarbeiter, die mit dem Heizstrahler umgehen oder z. B. Beim Bedienen der Gäste mit auf seinen sicheren Betrieb achten sollen, nach der Betriebsanweisung.

Betriebsanweisung: Prüfungen der Heizstrahler nicht vergessen!

Lassen Sie die Heizstrahler spätestens alle 2 Jahren, besser noch zu Beginn jeder „Heizsaison“, von einer befähigten Person (Gas- und Wasserfachbetrieb) überprüfen. Ist das Gerät einmal etwa durch einen Sturm umgefallen oder macht sich verdächtiger Geruch bemerkbar, ist ebenfalls eine Prüfung fällig - bis dahin nicht mehr benutzen! Bewahren Sie die Prüfprotokolle oder Prüfbescheinigungen mindestens bis zur nächsten Prüfung auf. Kommt es zu einem Brand oder Unfall, können Sie sich damit bei Nachfragen von Behörden oder Versicherung entlasten. Gasbetriebene Terrassenheizstrahler dürfen nur im Freien oder in gut belüfteten Räumen bzw. Zelten betrieben werden, nicht aber etwa in abgeschlossenen Wintergärten usw. „Gut belüftet“ sind Räume, wenn mindestens 25 % der Umschließungsfläche (Summe aller Wand flächen) offen sind.

Tipp: Für den Einsatz in geschlossenen Räumen gibt es spezielle Heizgeräte mit zusätzlichen Sicherheitseinrichtungen. Beachten Sie diese elementaren Sicherheitsregeln. Denken Sie vor dem Einsatz der Terrassenheizstrahler aber auch über die Auswirkungen für die Umwelt nach: Die Heizgeräte haben einen geringen Wirkungsgrad und erzeugen verhältnismäßig viel klimaschädliches CO2.
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