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Für die Sicherheitsfachkraft sind Betriebsanweisungen ein wertvolles Hilfsmittel, um die Mitarbeiter zu unterweisen und vor Gefährdungen am...

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Explosive Mischung: Reparaturarbeiten an Fahrzeugtanks

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Arbeitssicherheit Gefahrstoffe

Von Wolfram von Gagern,

„Bombenstimmung“ mit verheerenden Folgen: Das kommt immer wieder vor, wenn bei Reparaturarbeiten an Fahrzeugstanks die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen nicht eingehalten werden.

Denn schon kleinste Reste von Kraftstoff oder Hydrauliköl können den Behälter explodieren lassen. Typische Unfallberichte lesen sich dann beispielsweise so: In einer Kfz-Werkstatt kam es bei Schweißarbeiten an dem zuvor entleerten Hydrauliktank eines Lkws zu einer Verpuffung im Tankinneren. Dadurch wurde der Behälter wie ein Geschoss durch die Werkstatt geschleudert und traf einen Kraftfahrer, der sich zufällig dort aufhielt. Die Folge: schwere Verletzungen im Bauchbereich. Der Schweißer trug ein Knalltrauma davon.

Die Unfalluntersuchung ergab, dass sich im Tank noch Reste des Hydrauliköls befanden, die bei den Schweißarbeiten verdampften und eine explosionsfähige Atmosphäre bildeten. Tanks oft nur scheinbar „leer“ Bei Reparaturen an Tanks wird oft übersehen, dass sie nur scheinbar leer sind. Es können sich jedoch immer noch kleinste Mengen von Rückständen des einstigen Inhalts darin verbergen, die durch das Verdampfen gefährliche explosionsfähige Gasgemische bilden. In einem 200-Liter-Behälter reichen aber schon 5 Gramm Benzin zur Bildung einer gefahrdrohenden Menge aus, die durch einen Zündfunken (etwa durch ein auf den Tank aufschlagendes Werkzeug) oder Erwärmung eine folgenschwere Explosion bewirken können.

Gedankenlosigkeit und Leichtsinn, aber auch mangelnde Schulung und Organisation des Arbeitsablaufs spielen bei Unfällen wie dem eingangs geschilderten eine wichtige Rolle. Darum sollten Sie als Sicherheitsfachkraft dafür sorgen, dass bei der Reparatur von Fahrzeugtanks immer die folgenden Schutzmaßnahmen eingehalten werden.

Nur unter Aufsicht eines Sachkundigen

Weisen Sie Ihren Chef darauf hin, dass schweißtechnische Arbeiten an Behältern, die gefährliche Stoffe oder Zubereitungen enthalten oder enthalten haben können, unter Aufsicht eines Sachkundigen ausgeführt werden dürfen. Dies schreibt die Berufsgenossenschaftliche Regel (BGR) 500 „Betreiben von Arbeitsmitteln“ vor (Kap. 26 „Schweißen, Schneiden und verwandte Verfahren“).

Sachkundig ist, wer durch seine Ausbildung und Erfahrung ausreichende Kenntnisse über schweißtechnische Arbeiten an Behältern mit gefährlichem Inhalt hat und die einschlägigen Arbeitsschutzvorschriften und technischen Regeln soweit kennt, dass er das sichere Arbeiten an diesen Behältern beurteilen kann.

Die wichtigsten Schutzmaßnahmen

Der Sachkundige hat vor Beginn der Arbeiten je nach Eigenschaften des Behälterinhalts die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen festzulegen und die Durchführung der Arbeiten zu überwachen. Sie umfassen i. d. R.

  1. das vollständige Entleeren des Tanks,
  2. das Reinigen mit einem nicht brennbaren Stoff (z. B. Wasser, Stickstoff oder Kohlendioxid),
  3. eine inerte (flammenerstickende) Schutzfüllung während der Schweißarbeiten und
  4. ggf. auch das gefahrlose Abführen von Schadstoffen.

Beim Entleeren und Reinigen können z. B. folgende Maßnahmen erforderlich sein:

  • geeignete persönliche Schutzausrüstungen
  • ein Potenzialausgleich zum Vermeiden elektrostatischer Aufladungen
  • das funkenfreie Öffnen der Verschlüsse
  • die Verwendung funkenfreier Entnahmeeinrichtungen und/oder
  • die Benutzung geeigneter Auffangbehälter.
TIPP Weitere Hinweise zu Arbeiten an entleerten Behältern für brennbare Flüssigkeiten finden Sie in dem so genannten „Fassmerkblatt“ (BGI 535), das Sie bei Ihrer Berufsgenossenschaft bekommen.

 

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