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Für die Sicherheitsfachkraft sind Betriebsanweisungen ein wertvolles Hilfsmittel, um die Mitarbeiter zu unterweisen und vor Gefährdungen am...

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Instandhaltung mit System - In drei Schritten zu mehr Arbeitssicherheit

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Arbeitssicherheit Instandhaltung

Von Wolfram von Gagern,

Um sicher und effizient arbeiten können, müssen Maschinen, Geräte und Werkzeuge in Ordnung sein. Zwischen dieser schlichten Erkenntnis und alltäglichen Praxis liegen jedoch oft Welten.

Je größer Ihr Betrieb, umso notwendiger ist darum die systematische Instandhaltung Ihrer Arbeitsmittel nach einem sorgfältig durchdachten Plan. Andernfalls könnten defekte Arbeitsmittel benutzt werden – und schon sind Unfälle vorprogrammiert. Lesen Sie hier, wie Sie als Sicherheitsfachkraft die Instandhaltung in drei Schritten so organisieren und überwachen, dass nichts Wichtiges übersehen wird. Damit schützen Sie die Beschäftigten und ermöglichen zudem reibungsloses Arbeiten mit zuverlässig funktionierendem Gerät. Instandhaltung umfasst drei Maßnahmenbereiche:

  1. die Prüfung und Inspektion,
  2. die Wartung und
  3. bei Bedarf (sofern möglich und wirtschaftlich) die Instandsetzung.

Der Unterschied ist wichtig, weil für die Prüfung – im Vergleich zur Wartung und Instandsetzung – strengere gesetzliche Vorgaben gelten, die Ihr Instandhaltungsplan berücksichtigen muss.

1. Schritt: Erfassen Sie die Arbeitsmittel

Listen Sie zunächst alle im Betrieb vorhandenen Arbeitsmittel und Einrichtungen auf, die durch betriebsbedingten Verschleiß die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten beeinflussen können.

Wichtig: Alle Arbeitsmittel und Schutzausrüstungen müssen außerdem immer vor Arbeitsbeginn durch die Benutzer selbst auf augenfällige Mängel geprüft werden – schadhafte Geräte dürfen nicht eingesetzt werden!

2. Schritt: Stellen Sie die Fachkunde des Instandhaltungspersonals sicher

Arbeitgeber dürfen Beschäftigten nur Aufgaben übertragen, wenn sie imstande sind, diese ohne Gefährdung für sich und Andere auszuführen. Dieses Gebot aus dem Arbeitsschutzgesetz (§ 7) gilt auch für Instandhaltungsarbeiten und wird u. a. im berufsgenossenschaftlichen Vorschriftenwerk präzisiert. Beispiele: Die Berufsgenossenschaftliche Vorschrift „Krane“ (BGV D 6) und die dazu gehörige Durchführungsanweisung enthalten die Qualifikationsanforderungen für das Prüf- und Instandhaltungspersonal für Krane. Zwar sind Sie – nach der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) – an diese Vorgabe nicht sklavisch gebunden und können die nötige Qualifikation eigenverantwortlich festlegen. Über abweichende Entscheidungen sollten Sie jedoch mit Ihrer Berufsgenossenschaft Einvernehmen herstellen, um spätere Probleme zu vermeiden.

Für Sie bedeutet das: Stellen Sie sicher, dass das Prüf- und Instandhaltungspersonal die jeweils ermittelten Qualifikationsvoraussetzungen erfüllt. Tragen Sie die Qualifikation in die Spalte „Qualifikation / Tätigkeit“ des Formblatts ein. Wenn es sich um eine einfache Prüftätigkeit handelt, vermerken Sie stattdessen hier z. B. nur „Sichtprüfung“. Sorgen Sie dann dafür, dass Ihr Chef für die Tätigkeit nur Personen benennt, die die erforderlichen Voraussetzungen erfüllen. Haben Sie keine entsprechend geeigneten Kollegen im Haus, müssen Sie externe Fachleute, z. B. vom Hersteller, oder einen Fachbetrieb einsetzen.

Sorgen Sie für die nötigen Informationen

Denken Sie daran, dass alle für die Instandhaltung erforderlichen Informationen verfügbar sein müssen. Das sind vor allem die Wartungs- und Instandhaltungsanweisungen der Maschinenhersteller. Falls sie fehlen, nachfordern! Nach der EG-Maschinenrichtlinie sind die Lieferanten seit 1995 verpflichtet, diese Dokumentationen (in deutscher Sprache!) mitzuliefern, wenn sie zur Verhinderung von Gefahren bei der Instandhaltung erforderlich sind. Wenn Sie diese Unterlagen etwa für ältere Maschinen nicht mehr beschaffen können, müssen Sie selbst entsprechende Betriebsanweisungen erstellen. Das gilt auch, wenn betriebsbedingte Besonderheiten zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen erfordern, z. B. weil eine Maschine an Ihre interne Druckluftversorgung angeschlossen ist.

3. Schritt: Legen Sie den Zeitplan fest

Für Wartung und Instandsetzung sollten Sie sich dabei in der Regel die von den Herstellern angegebenen Intervalle übernehmen. Bei besonders strapaziösem Einsatz der Arbeitsmittel, z. B. im rauen Baustellenbetrieb, sollten Sie diese jedoch verkürzen. Die Häufigkeit von Prüfungen als Teil der Instandhaltung Ihrer Arbeitsmittel müssen Sie nach der BetrSichV weitgehend selbst festlegen. Dabei sollten Sie diese drei Kriterien zugrunde legen:

  1. Berücksichtigen Sie alle Faktoren, die die Sicherheit des Arbeitsmittels beeinträchtigen können: Das ist beispielsweise sein Alter oder der Dauerbetrieb unter besonders ungünstigen Umgebungsbedingungen (Nässe, Schmutz, aggressive Dämpfe).
  2. Orientieren Sie sich außerdem an den Herstellerangaben.
  3. Ziehen Sie schließlich die Angaben zu den Prüffristen in Unfallverhütungsvorschriften, technischen Regeln usw. zu Rate. Damit sind Sie in der Regel auf der sicheren Seite.

Auch bei der Bemessung der Prüfintervalle gilt: Wenn Sie längere Intervallen kommen als im Regelwerk angegeben, sprechen Sie sie rechtzeitig mit Ihrer Berufsgenossenschaft ab und begründen Sie Ihre „Fristenlösung“ stichhaltig.

Dokumentieren Sie die Prüfungen

Nachvollziehbare Prüfaufzeichnungen können für Sie z. B. nach einem Unfall eine wichtige Entlastungshilfe bilden. Tägliche Sichtprüfungen durch die Benutzer von Arbeitsmitteln sind von der Dokumentationspflicht ausgenommen – hier wären Aufzeichnungen nicht praxisgerecht.

Wichtig: Nach außergewöhnlichen Ereignissen wie Sturm oder Überflutung können außerordentliche Prüfungen und Instandhaltungsmaßnahmen nötig sein, z. B. von Gerüsten, Kranen usw. Diese sind auch nach längeren Stillstandszeiten erforderlich.

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