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Insbesondere das Thema „Gefährdungsbeurteilung von Arbeitsmitteln gemäß der BetrSichV“ sorgt für Fragen und Verunsicherung. Hier finden Sie alle...

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Arbeitsschutz auf Baustellen: Der Baustellenkoordinator

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Frage: Demnächst wird unser Betrieb zur Baustelle, weil wir ihn erweitern müssen. Daran sind mehrere Firmen beteiligt, und deshalb will mich mein Chef als Baustellenkoordinator einsetzen. Ich bin zwar bei uns für den Arbeitsschutz zuständig, kenne mich aber mit Bauarbeiten nicht wirklich aus. Bin ich für diese Aufgabe der Richtige?

Antwort: Nein. Ihr Chef ist zwar als Bauherr nach § 3 der Baustellenverordnung (BaustellV) dazu verpflichtet, einen oder sogar mehrere Koordinatoren zu bestimmen, um die Sicherheit auf der Baustelle zu gewährleisten. Allerdings müssen diese auch mit der Arbeit auf Baustellen vertraut sein.

Welche Qualifikationen Sie als Sicherheits- und Gesundheitskoordinator auf Baustellen - auch Baustellenkoordinator genannt - mitbringen müssen, steht in den „Regeln zum Arbeitsschutz auf Baustellen“ RAB 30:
Zunächst müssen Sie baufachliche Kenntnisse und Erfahrungen in der Planung und/oder Ausführung von Bauvorhaben besitzen. Außerdem müssen Sie wissen, wie man die Arbeit auf Baustellen koordiniert. Und schließlich müssen Sie natürlich auch in der Arbeitssicherheit Bescheid wissen. Da Sie sich mit Bauarbeiten nicht auskennen, fallen Sie für diese Aufgabe aus.

Für die Rolle des Baustellenkoordinators kommen vor allem Architekten, Bauingenieure oder leitende Baufacharbeiter mit zusätzlicher Qualifikation im Arbeitsschutz in Frage. Sie sollten diese Qualifikation in einer umfassenden Weiterbildung zu folgenden Themen erworben haben:

Arbeitsschutzrecht und Vorschriften der Versicherer, Erd- und Tiefbauarbeiten, Absturz, Gerüste, Leitern, Elektrizität, Brand- und Explosionsschutz, Gefahrstoffe, Sicherheit bei der Montage, Abbruch und Sanierung, Maschinen und Geräte, Lärm und Vibration, Erste Hilfe, PSA und Arbeitszeit. Eine detaillierte Zusammenstellung der Themen finden Sie in Anlage B zur RAB 30.

Auch für die Koordination sind spezielle Kenntnisse erforderlich, die ebenfalls in einer Weiterbildung erworben werden sollten, und zwar unter anderem zu diesen Themen:

Baustellenverordnung, Koordinierung während der Planung und Ausführung, Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan, Instrumente für die Tätigkeit, Umgang mit Konfliktsituationen und rechtliche Grundlagen. Die genauen Inhalte gibt die Anlage C zur RAB 30 vor.

Auf Baustellen ist das Risiko besonders hoch, dass Menschen oder Sachen zu Schaden kommen. Ihr Chef handelt im eigenen Interesse, wenn er einen qualifizierten Baustellenkoordinator bestimmt oder bestimmen lässt, zum Beispiel vom Bauleiter. Geht er damit fahrlässig um, kann das leicht auch strafrechtliche Folgen für ihn haben.

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