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Unabhängig von der Branche, den Tätigkeiten und der Anzahl der Mitarbeiter ist jedes Unternehmen verpflichtet, Gefährdungsbeurteilungen durchzuführen.

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Basiswissen „Gefahrstoffe“: So erleichtern Sie sich die Gefährdungsbeurteilung

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Gefahrstoffe
Urheber: A_Bruno | Fotolia

Von Friedhelm Kring,

Selbstverständlich ist für den Umgang mit Gefahrstoffen eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen. Nützlich dabei ist das sogenannte „Einfache Maßnahmenkonzept Gefahrstoffe“ (EMKG) der BAuA. Mit diesem modellhaften Vorgehen können Sie Gefährdungen bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen am Arbeitsplatz systematisch beurteilen.

Eine Leitfaden als Anleitung und weitere Infos zum EMKG finden Sie auf den Webseiten der BAuA: www.baua.de > Themen-von-A-Z > Gefahrstoffe > EMKG. Dort können Sie eine EMKG-Software herunterladen, welche Sie bei allen Schritten Ihrer Gefährdungsbeurteilung unterstützt. Falls Sie mal auf die Schnelle Gefährdungen vor Ort einschätzen müssen, z. B. bei einer Betriebsbegehung, können Sie auf eine EMGK-App zurückgreifen.

Ebenso ist es gut zu wissen, dass man nicht für jeden einzelnen Stoff oder jede einzelne Zubereitung die Gefährdungsbeurteilung wiederholen muss. Die GefStoffV bietet die Möglichkeit, Gefahrstoffgruppen zu bilden, also Substanzen mit ähnlichen Eigenschaften zusammenzufassen. Dies gilt auch für Betriebsanweisungen und kann die Zahl der auszuhängenden Betriebsanweisungen deutlich vermindern.

 

Fachkunde gefragt

Lassen Sie sich nicht davon verwirren, dass die GefStoffV manchmal von Fachkunde spricht statt von Sachkunde. Die Definition „Sachkundig ist, wer seine bestehende Fachkunde durch Teilnahme an einem behördlich anerkannten Sachkundelehrgang erweitert hat“ kann man so lesen, dass Sachkunde eine ausgebaute und spezialisierte Form von Fachkunde ist.

 

Dann benötigen Sie einen Gefahrstoffbeauftragten

Ein Gefahrstoffbeauftragter wird genau genommen nirgendwo im Regelwerk gefordert. Verlangt ist eine fachkundige Person, welche u. a. für die Gefährdungsbeurteilung von Gefahrstoffen zuständig ist. Verfügt der Arbeitgeber selbst nicht über die notwendige Fachkunde, muss er sich laut der GefStoffV fachkundig beraten lassen. Die Fachkunde kann dann über die Sifa oder den Betriebsarzt eingebracht werden oder über eine weitere interne oder externe Person.

Für diese Person hat sich der Begriff Gefahrstoffbeauftragter durchgesetzt. Doch Achtung: Der Gefahrstoffbeauftragte ist nicht zu verwechseln mit dem Gefahrgutbeauftragten! Letzterer wird – auch unter dieser Bezeichnung – explizit gefordert für Unternehmen, die über bestimmte Freigrenzen hinaus mit der Beförderung von Gefahrgut zu tun haben.

Die nachfolgende Übersicht nennt 10 wichtige Grundsätze zum sicheren Umgang mit Gefahrstoffen und deren Zubereitungen.

 

Gefahrstoffe am Arbeitsplatz sicher beherrschen mit diesen 10 Verhaltensregeln

1. Für alle gefährlichen Stoffe sind aktuelle Sicherheitsdatenblätter (SDB) vorhanden. Diese stehen den Mitarbeitern zur Einsicht zur Verfügung. Bei Fehlen eines Sicherheitsdatenblatts wird dieses vom Hersteller oder Lieferanten angefordert.

2. Für alle gefährlichen Stoffe liegen arbeitsbereichs- und stoffbezogene Betriebsanweisungen (gemäß der GefStoffV und der TRGS 555) vor. Diese werden regelmäßig überprüft und unverzüglich aktualisiert, wenn sich Arbeitsverfahren, Anlagen oder Produkte verändern oder neue Risiken bekannt werden.

3. Die Beschäftigten werden regelmäßig und mindestens einmal jährlich zum sicheren Umgang mit Gefahrstoffen unterwiesen. Basis der Unterweisung sind die Sicherheitsdatenblätter, die Betriebsanweisungen und die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilungen.

4. EsistfüralleMitarbeiterselbstverständlich,beimUmgangmit Gefahrstoffen die vorgeschriebenen Persönlichen Schutzausrüstungen zu tragen wie Chemikalienschutzhandschuhe, Schutzbrille oder Chemikalienschutzkleidung.

5. Am Arbeitsplatz zu essen, zu trinken, zu rauchen oder sich zu schminken ist absolut tabu. Auch Lieferanten und Besucher werden ggf. sofort auf das Verbot hingewiesen.

6. Alle Gefahrstoffe sind gekennzeichnet. Ein Ab- und Umfüllen erfolgt ausschließlich in geeignete dafür vorgesehene Behälter, die ebenfalls eindeutig gekennzeichnet sind.

7. Alle Mitarbeiter begrenzen die Menge der am Arbeitsplatz vorhandenen Gefahrstoffe auf den unmittelbaren Tages- oder Schichtbedarf.

8. Das Entsorgen von Chemikalienresten, Behältern und Leergebinden sowie verschmutzten Reinigungsmaterialien usw. erfolgt ausschließlich über die vorgeschriebenen Wege und Behälter.

9. DieVorrichtungen zur Ersten Hilfe werden mit dem Betriebsarzt oder einem anderen Fachmann festgelegt und regelmäßig überprüft (Verbandskasten, Augenduschen, Notduschen usw.).

10. Alle Mitarbeiter (auch Aushilfen, Werkstudenten, Praktikanten usw.) wissen, was bei Brand, Explosion oder anderen Notfällen zu tun ist. Alle wichtigen Informationen (Notfallnummern, Fluchtwege, Vergiftungs-Notruf usw.) stehen durch Aushang unmittelbar zur Verfügung.

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Können Sie alle 10 Aussagen spontan bejahen? Dann werden die Grundanforderungen an den Arbeitsschutz beim Umgang mit Gefahrstoffen in Ihrem Betrieb offenbar umgesetzt.

Oder haben Sie beim Lesen Ihre Augenbrauen hochgezogen und die Stirn gerunzelt? Dann könnte dies ein Zeichen für einen dringenden Handlungsbedarf in Ihrem Unternehmen sein.

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Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
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