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Unabhängig von der Branche, den Tätigkeiten und der Anzahl der Mitarbeiter ist jedes Unternehmen verpflichtet, Gefährdungsbeurteilungen durchzuführen.

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Basiswissen „Gefahrstoffe“: Was Sie für Gefährdungsbeurteilungen und Unterweisungen wissen sollten

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Gefahrstoffe
Urheber: industrieblick | Fotolia

Von Friedhelm Kring,

Gefahrstoff ist ein im Arbeitsschutz- und Chemikalienrecht geläufiger Begriff. Schon die Bezeichnung impliziert, dass eine solche Substanz ein Risiko in sich trägt. Der Laie ordnet Gefahrstoffe in erster Linie der chemischen Industrie zu.

Doch auch in den meisten anderen Branchen müssen Beschäftigte regelmäßig oder hin und wieder mit Gefahrstoffen umgehen. Ein Grundwissen zu Gefahrstoffen, den elementaren Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln sollte daher in jedem Betrieb vorhanden sein.

Vielen Beschäftigen ist oft nicht wirklich klar, was es bedeutet, wenn sie am Arbeitsplatz mit einem Gefahrstoff zu tun haben. Wichtig zum Verständnis ist, und das sollten Sie in Ihren Unterweisungen klarstellen: Ein Gefahrstoff ist nicht zwangsläufig eine übel riechende Flüssigkeit mit einem Totenkopf auf dem Etikett. Auch ein Staub, ein Dampf oder ein Rauch kann ein Gefahrstoff sein. Viele Kühlschmierstoffe sind Gefahrstoffe und sogar viele Alltagsprodukte wie Klebstoffe oder Reinigungsmittel.

 

Stoffe, Zubereitungen und Erzeugnisse

Ein Gefahrstoff kann laut der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) ein Stoff sein, eine Zubereitung oder ein Erzeugnis:

 

  • Stoff = eine chemische Substanz (Element oder Verbindung) mit einer definierten und i. d. R. bekannten Struktur, z. B. Aceton, Iod, Methan, Kaliumnitrat, Aflatoxin, Buchenholzstaub
  • Zubereitung = ein Gemenge, ein Gemisch oder eine Lösung aus 2 oder mehreren Stoffen (§ 2 GefStoffV), z. B. Beton, PU-Montageschaum, Benzin. Hinweis: Man spricht von Zubereitung nur dann, wenn solche Mischungen absichtlich und bewusst erfolgt sind. Andernfalls wären es ungewollte Verunreinigungen.
  • Erzeugnis = ein Gegenstand, der bei der Herstellung eine spezifische Form, Oberfläche oder Gestalt erhält, die in größerem Maße als die chemische Zusammensetzung seine Funktion bestimmt (§ 3 ChemG), z. B. asbesthaltige Dachplatten.

 

Gefahrstoffe sind im Betrieb sofort durch ihre Kennzeichnung erkennbar. Die Kennzeichnung ist verpflichtend. Die früheren orangefarbenen Warnzeichen wurden durch die GHS-Gefahrenpiktogramme ersetzt, erkennbar an der weißen Raute mit rotem Rand.

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CMR-Stoff, gefährlicher Stoff, Gefahrstoff, Gefahrgut?

Sobald ein Gefahrstoff transportiert wird, gilt er chemikalienrechtlich als Gefahrgut.

Wenn von „gefährlichen Stoffen“ die Rede ist, kann es sich um einen Gefahrstoff oder um Gefahrgut handeln. Da sich durch die neuen Einstufungs- und Kennzeichnungsregeln für Chemikalien nach GHS die Kennzeichnung von Gefahrgut und Gefahrstoffen zu einer größeren Vereinheitlichung bewegt hat, gewinnt der Terminus „gefährliche Stoffe“ als Oberbegriff an Bedeutung.

CMR steht für „carcinogenic, mutagenic and toxic to reproduction“. Als CMR-Stoffe werden Substanzen bezeichnet, die krebserzeugende, erbgutverändernde oder fortpflanzungsgefährdende Eigenschaften aufweisen.

 

Die Rolle des Technischen Regelwerks

Maßgeblich für den Umgang mit Gefahrstoffen ist die gleichnamige Verordnung und das ihr zugeordnete Regelwerk, die Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS). Inzwischen liegen etwa 70 TRGS vor, die sich mit bestimmten

  • Gefährdungsarten (z. B. TRGS 401 „Hautkontakt“),
  • Arbeitsplätzen (z. B. TRGS 530 „Friseurhandwerk“),
  • Tätigkeiten (z. B. TRGS 512 „Begasungen“) oder
  • Gefahrstoffen (z. B. TRGS 552 „N-Nitrosamine“) befassen.

Die TRGS spezifizieren und konkretisieren die Vorgaben der Gefahrstoffverordnung. Sie müssen selbst nicht rechtsverbindlich umgesetzt werden, zeigen jedoch konkrete Wege auf, wie Betriebe und Arbeitsschützer ihre gesetzlichen Pflichten erfüllen.

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