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Unabhängig von der Branche, den Tätigkeiten und der Anzahl der Mitarbeiter ist jedes Unternehmen verpflichtet, Gefährdungsbeurteilungen durchzuführen.

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Gefährdungsbeurteilung für Kolleginnen im Mutterschutz

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Von Martin Weyde,

Frage: Welche Einschränkungen gelten für Kolleginnen, die Mutter werden oder geworden sind?

 

Antwort: Ihre Kolleginnen sind während der Schwangerschaft und in der Stillzeit besonders geschützt. Deshalb müssen Sie viele Gefährdungen anders als bei anderen Mitarbeitern beurteilen. Sobald die Schwangerschaft dem Arbeitgeber gemeldet wurde, muss umgehend eine Gefährdungsbeurteilung vorgenommen werden. Maßgeblich sind das Mutterschutzgesetz (MuSchG) und die Mutterschutzarbeitsverordnung (MuschArbV).

Für werdende und stillende Mütter gelten bei einer ganzen Reihe von Gefährdungen besondere Kriterien: physikalische, chemische und biologische sowie Gefährdungen durch die Arbeitsbedingungen und -verfahren und die Arbeitszeit. § 1 Satz 1 der MuSchArbV legt fest, dass Sie die Gefährdungen rechtzeitig für jede Tätigkeit beurteilen müssen. Außerdem müssen Sie Ihre Erkenntnisse aus der Beurteilung im Betrieb öffentlich mitteilen.

Für die Zeit der Schwangerschaft und des Stillens müssen Sie folgende Gefährdungen ausschließen:

  • Einflüsse von
    • gesundheitsgefährdenden Stoffen oder Strahlen
    • Staub, Gasen oder Dämpfen
    • Hitze, Kälte oder Nässe
    • Erschütterungen oder Lärm
  • SRS-Unfälle, also Verletzungen durch Stolpern, Rutschen oder Stürzen
  • körperliche Belastung, besonders durch schweres Heben, Bewegen oder Befördern, und zwar regelmäßig mehr als 5 Kilo oder gelegentlich mehr als 10 Kilo ohne mechanische Hilfsmittel
  • ständiges Stehen oder Gehen, dann muss eine Sitzgelegenheit vorhanden sein, um kurz auszuruhen
  • ständiges Sitzen, dann muss die Arbeit kurz unterbrochen werden können
  • erhebliches Strecken, Beugen, Hocken oder Bücken
  • Geräte oder Maschinen, die die Füße besonders beanspruchen
  • Schälen von Holz
  • Arbeit im Akkord
  • Mehrarbeit, das heißt unter 18 Jahren mehr als 8 Std. am Tag, sonst 8,5 Std., oder 80 bzw. 90 Std. in der Doppelwoche
  • Nachtarbeit
  • Arbeit an Sonn- und Feiertagen

 

 

Außerdem dürfen werdende Mütter nach Ablauf des 3. Monats nicht auf Flurförderzeugen und nach Ablauf des 5. Monats nicht länger als 4 Stunden am Tag stehend arbeiten. Die Arbeit am Fließband mit vorgegebenem Arbeitstempo ist während der Schwangerschaft gänzlich untersagt.
Der Umgang mit Gefahrstoffen ist verboten, wenn schädigende Wirkungen zu befürchten sind. Untersagt ist vor allem die Arbeit mit

  • sehr giftigen, giftigen, gesundheitsschädlichen und chronisch schädigenden Stoffen
  • Stoffen, die Krankheitserreger übertragen können
  • krebserzeugenden, fruchtschädigenden oder erbgutverändernden Gefahrstoffen
  • Stoffen, die Blei oder Quecksilberalkyle enthalten
  • Quecksilber, Quecksilberderivaten, Mitosehemmstoffen oder Kohlenmonoxid
  • gefährlichen chemischen Gefahrstoffen, die in die Haut eindringen können

Auch die Arbeit in Druckluft ist für werdende und stillende Mütter tabu.

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