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Unabhängig von der Branche, den Tätigkeiten und der Anzahl der Mitarbeiter ist jedes Unternehmen verpflichtet, Gefährdungsbeurteilungen durchzuführen.

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Unfallort Förderband: So senken Sie die Risiken an Zuführ- und Fördereinrichtungen

 
Förderband
Urheber: alphaspirit | Fotolia

Von Friedhelm Kring,

Förderbänder und vergleichbare Zuführeinrichtungen sind weit verbreitet. Ob Steinbruch oder Verpackungsanlage, bei der Lebensmittelherstellung oder im Recycling, die beim Bandtransport wirkenden Kräfte stellen ein hohes Unfallrisiko dar. Schwere Handverletzungen sind daher nicht selten.

Ende November in einem Fleisch verarbeitenden Betrieb in Paderborn: Laut Polizeibericht ist ein Mitarbeiter "mit Einrichtungsarbeiten an einer Verpackungsmaschine beschäftigt": Plötzlich wird seine Hand im Förderbereich der Maschine eingequetscht. Der 54-Jährige muss mit schweren Handverletzungen von der Feuerwehr befreit werden.

Wenige Tage zuvor in einem Industrieunternehmen in Ulm: Ein 53-jähriger Mitarbeiter wird von einem Förderband erfasst und eingeklemmt. Seine Verletzungen sind tödlich. Nach ersten Ermittlungen lag kein technischer Defekt vor.

Mitte Oktober in einem Wellpappenwerk im Altenburger Land: Ein Mitarbeiter will nahe einer Maschine zur Stapelung von Pappen einige heruntergefallene Pappstücke entfernen. Die Maschine verfügt über eine automatische Höhenverstellung. Unglücklicherweise senkt sich das Förderband genau in dem Moment ab, als sich der Mann darunter befindet. Der 41-Jährige wird eingeklemmt und so schwer verletzt, dass er noch am Unfallort stirbt.

Unterschätzte Risiken beim Beheben von Störungen

Häufig stellt sich bei den Untersuchungen nach Förderbandunfällen heraus, dass technisch alles in Ordnung war. Als Unfallursache ergibt sich in vielen Fällen menschliches Verhalten. Als besonders gefahrenträchtig haben sich alle Arten von Störungen in Förderprozessen erwiesen. Immer dann, wenn etwas von einem Band herunterfällt, etwas klemmt, etwas danebengeht o. Ä. und dann ein Mitarbeiter die Störung schnell beheben will, ist das Unfallrisiko besonders groß.

Auch langjährige Routine und Berufserfahrung schützen nicht vor schweren Unfällen. Das 41-jährige Unfallopfer des zuletzt geschilderten Falls war seit seiner Ausbildung zum Verpackungsmittel-Mechaniker im Unternehmen beschäftigt gewesen. Er kannte die Anlage und die Arbeitsabläufe ganz genau.

 

Überprüfen Sie immer wieder Ihre Gefährdungsbeurteilung

Überprüfen Sie daher Ihre Gefährdungsbeurteilung von Förderanlagen immer wieder:

  • Ist der Gefahrenbereich gekennzeichnet?
  • Werden Not-Aus-Schalter, Reißleinen und andere Sicherheitseinrichtungen regelmäßig geprüft?
  • Haben Sie klare Regeln festgelegt, z. B. nicht über ein Band zu steigen?

Denken Sie nicht nur an den Normalfall, sondern auch an alle Arten von Störungen und Unterbrechungen. Es genügt nicht, wenn Ihre Mitarbeiter zu Risiken und Schutzmaßnahmen im laufenden Betrieb einer Förderanlage unterwiesen sind. Sie benötigen klare Anweisungen, was bei welcher Art von Störung, Ausfall, verklemmten Werkstücken usw. zu tun bzw. zu lassen ist: Wann muss ein laufender Prozess sofort gestoppt werden und in welchen Fällen darf wer auf welche Weise eingreifen? Dies muss jedem an einem Band Beschäftigten klar sein. Wenn hektisch mit einem Besenstiel hantiert wird, weil kein Sicherheitskonzept vorliegt, steigt das Unfallrisiko!

Legen Sie daher eindeutige Regeln fest, insbesondere zum Wiedereinschalten und Wiederanlaufen nach einem Stopp. An größeren oder unübersichtlichen Anlagen können Sie die Zuständigkeiten zusätzlich über Lockout/Tagout-Systeme festlegen. Eindeutige Arbeitsabläufe benötigen Sie auch für absehbare Unterbrechungen von Förderprozessen, etwa bei Schmier- und Reinigungsarbeiten. Denn wenn an einem Ende einer Anlage jemand das Band "nur mal kurz" einen Meter vordrehen will, während am anderen Ende der Kollege gerade das Schutzgitter der Umlenktrommel abmontiert, kann schnell eine Hand oder ein Arm erfasst werden.

Für Vorgesetzte, Schichtleiter usw. gilt: Ein Mitarbeiter, der aus Sicherheitsgründen ein Förderband stoppt, darf nicht getadelt werden, weil er Prozesse verzögert. Im Gegenteil, wer sich und andere vor schweren Verletzungen schützt, hat ein Lob verdient.

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Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
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