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Das Aus für Thermometer mit Quecksilber kommt!

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Gefahrstoffe

Von Wolfram von Gagern,

Quecksilber ist ein giftiger Stoff, der jahrelang vielfach verwendet wurde. Doch in den letzten Jahren haben immer restriktivere Gesetze dazu geführt, dass dieser Gefahrstoff und seine Verbindungen immer seltener zum Einsatz kamen.

Jetzt plant der Gesetzgeber weitere Beschränkungen.

Quecksilber darf schon längst nicht mehr in Produkten zur Wasseraufbereitung, zum Holzschutz, zur Imprägnierung von Textilien oder als biozider Wirkstoff in Antifoulingfarben eingesetzt werden. Trotzdem sind die Verbrauchsmengen nach wie vor signifikant: Es wird geschätzt, dass ca. 33 Tonnen pro Jahr zur Herstellung von Mess- und Kontrollinstrumenten verwendet werden. Ungefähr 80 bis 90 % des in diesen Geräten verwendeten Quecksilbers kommt in Fieberthermometern und anderen Haushaltsthermometern vor. Zur Reduktion der Quecksilberverwendung hat die Europäische Kommission einen Vorschlag zur Änderung der Richtlinie 76/769/ EWG vorgelegt.

Die Folge

Der Handel mit bestimmten quecksilberhaltigen nicht-elektrischen Messinstrumente wie Fieber- und Zimmerthermometen, Barometern, Blutdruckmessgeräten und Manometern soll beschränkt werden.

Das macht Quecksilber so gefährlich

Hintergrund der geplanten Vorschriften: Fieberthermometer und ähnliche Produkte laufen häufig aus. Dadurch kann das gefährliche Quecksilber erst in den Boden und dann ins Wasser gelangen. So können gerade bei Menschen, die viel Fisch und Meeresfrüchte verzehren, die festgelegten Höchstwerte überschritten werden. Quecksilber kann, zu Methyl- Quecksilber verstoffwechselt, die Blut-Hirn-Schranke passieren, sich in Nervenzellen anreichern und dort viele Enzyme blockieren. Die direkte Quecksilberexposition durch die Einatmung von Quecksilberdampf und die Aufnahme über die Haut stellt ebenfalls ein Gesundheitsrisiko dar. Die geplante Richtlinie soll langfristig die Belastung von Mensch und Umwelt durch Quecksilber reduzieren.

Keine Regel ohne Ausnahme

Nach dem Vorschlag der Kommission dürfen quecksilberhaltige Messinstrumente nur noch unter bestimmten Voraussetzungen weiterhin auf den Markt gebracht werden. So gelten für einige medizinische Messinstrumente Ausnahmeregelungen, solange noch kein entsprechender Ersatz entwickelt worden ist.

Die Vorschlag beschränkt das Inverkehrbringen neuer Messinstrumente. Diese Beschränkung gilt nicht für Geräte, die bereits in Verwendung sind, oder gebraucht verkauft werden. Kurzfristiges Ziel ist die Verringerung der in der Umwelt freigesetzten Quecksilbermenge. Mittel- bis langfristig werden verbleibende Verwendungen wohl der Zulassung nach der vorgeschlagenen REACH-Verordnung unterliegen.

Tipp: Steigen Sie bereits jetzt bei der Neuanschaffung von nicht-elektrischen Messgeräten auf quecksilberfreie Instrumente um.

 

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Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
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