Gratis-Download

Für die Sicherheitsfachkraft sind Betriebsanweisungen ein wertvolles Hilfsmittel, um die Mitarbeiter zu unterweisen und vor Gefährdungen am...

Jetzt downloaden

Die neue TRGS 400: In welchen Fällen die Gefahrstoffbeurteilung leichter wird

0 Beurteilungen
Arbeitssicherheit Gefahrstoffe

Von Wolfram von Gagern,

Fallen in Ihrem Betrieb Tätigkeiten mit Gefahrstoffen an? Verspüren Sie manchmal ein Unbehagen bei dem Gedanken, ob Ihre Gefährdungsbeurteilung wirklich allen Anforderungen entspricht?

Dann können Sie jetzt möglicherweise aufatmen. Denn die neue Technische Regel für Gefahrstoffe „Gefährdungsbeurteilung für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen“ (TRGS 400) sieht in einigen Fällen Erleichterungen bei der Gefährdungsbeurteilung vor. Sie ist am 13.3.2008 mit ihrer Bekanntgabe im Gemeinsamen Ministerialblatt rechtskräftig geworden und löst die Vorgänger-TRGS 400 aus dem Jahr 1998 ab.

Die TRGS 400 ermöglicht ein vereinfachtes Vorgehen bei der Gefährdungsbeurteilung bei der Anwendung so genannter „standardisierter Arbeitsverfahren“. Sie liegen in diesen 4 Fällen vor:

  1. Wenn verfahrens- und stoffspezifische Kriterien nach TRGS 420 „Verfahrens- und stoffspezifische Kriterien (VSK) für die Gefährdungsbeurteilung“ beschrieben sind. Da bisher noch keine VSK existieren, ist diese Möglichkeit für die Praxis derzeit nicht relevant.
  2. Wenn stoff- oder tätigkeitsbezogene TRGS bestehen und Sie diese anwenden. Beispiel für solche Ge - fahrstoffregeln sind etwa die TRGS 522 „Raumdesinfektion mit Formaldehyd“, die TRGS 530 „Friseurhandwerk“ und die TRGS 521 „Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten mit alter Mineralwolle“. Wenn Sie die in diesen Regeln vorgeschlagenen Maßnahmen übernehmen, können Sie davon ausgehen, dass Sie die Anforderungen an die Gefährdungsbeurteilung für die jeweiligen Tätigkeiten erfüllen und mit Ihren Schutzmaßnahmen auf der sicheren Seite sind.
  3. Wenn branchen- oder tätigkeitsspezifische Hilfestellungen vorliegen, deren Qualität einer mitgelieferten Gefährdungsbeurteilung entspricht. Das sind z. B. berufsgenossenschaftliche Regeln (BGR) und Informationen (BGI) wie etwa die BGI 557 „Lackierer“.
  4. Wenn Sie Ihre Gefahrstoff-Schutzmaßnahmen auf eine mitgelieferte Gefährdungsbeurteilung des Herstellers oder Inverkehrbringers der Stoffe stützen (§ 7 Abs. 7 Gef-StoffV).

Mit der Ermittlung dieser Daten sollten Sie es sich nicht zu leicht machen, denn auch bei einer mitgelieferten Gefährdungsbeurteilung bleiben Sie bzw. Ihr Arbeitgeber in jedem Fall für die auf dieser Grundlage festgelegten Schutzmaßnahmen verantwortlich.

TIPP: Sie ersparen sich unnötigen Aufwand, wenn Sie Ihr Gefahrstofflager entrümpeln und möglichst nur solche Stoffe verwenden, die hinsichtlich ihrer Gefährdungen und der geeigneten Schutzmaßnahmen gut dokumentiert sind.

Das Sicherheitsdatenblatt als „Gefährdungsbeurteilung“

Auch ein vom Hersteller mitgeliefertes Sicherheitsdatenblatt kann als Gefährdungsbeurteilung verwendet werden, wenn es die Angaben nach der nebenstehenden Checkliste enthält. Dies gilt auch für ein einschlägiges „Expositionsszenario“, das der Gefahrstoffhersteller nach der REACH-Verordnung als Anhang zum Sicherheitsdatenblatt mitliefern muss.

TIPP: Die Mitlieferung einer Gefährdungsbeurteilung durch den Hersteller ist freiwillig. Gerade wenn Sie Gefahrstoffe in großem Umfang verarbeiten, sollten Sie jedoch bei der Beschaffung die Mitlieferung einer Gefährdungsbeurteilung nach § 7 GefStoffV für die geplante Tätigkeit mit in den Ausschreibungstext aufnehmen, um Ihren eigenen Aufwand für die Beurteilung zu reduzieren.

Wann Sie die Gefährdungsbeurteilung des Gefahrstoff-Herstellers nutzen dürfen

Um die unter Punkt 4 genannte Möglichkeit nutzen zu können, müssen 2 wichtige Voraussetzungen vorliegen. Erstens muss Ihre Verwendung des Gefahrstoffs der vom Hersteller beschriebenen Verwendung entsprechen. Prüfen Sie also immer, ob diese Anforderung erfüllt ist.

Beispiel: In der Fahrzeugwerkstatt verwenden Sie für die Teilereinigung einen Kaltreiniger. Der Hersteller hat eine Gefährdungsbeurteilung für die Verwendung des Reinigers in einer Waschmaschine (geschlossenes System) mitgeliefert. Die dort beschriebenen Schutz - maßnahmen dürfen Sie übernehmen. Wollen Sie denselben Reiniger jedoch auch für die manuelle Reinigung der Teile mit dem Hochdruckreiniger benutzen, müssen Sie eine eigene Gefährdungsbeurteilung durchführen.

Zweitens muss die mitgelieferte Gefährdungsbeurteilung – neben der Beschreibung der Verwendung des Stoffs – Angaben zu einigen weiteren Punkten enthalten. Fehlen diese Informationen, erfragen Sie sie beim Hersteller oder ermitteln Sie sie selbst (aus anderen Quellen wie etwa Gefahrstoffdatenbanken).

Arbeitssicherheit aktuell

Sichern Sie sich praxisrelevante Tipps, Anregungen und Hinweise auf aktuelle Urteile und Gesetzesänderungen mit leicht nachvollziehbaren Lösungsansätzen für Ihrer tägliche Arbeit als Sicherheitsbeauftragter oder Fachkraft für Arbeitssicherheit.

Datenschutz

Anzeige

Produktempfehlungen

Die wesentlichen Gesetze und Urteile klipp und klar erklärt

erkennen.vorbeugen.handeln: Gesunde Arbeit für zufriedene Mitarbeiter

Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz, Brandschutz, IT-Sicherheit und Werkschutz

Fälle aus der Praxis. Unterweisungsinhalte. Methodik & Didaktik

Risiken erkennen • Maßnahmen ergreifen • Rechtssicherheit schaffen

Praxisnahes Wissen zur Verbesserung Ihrer Unternehmenssicherheit und Unterstützung in Ihrer Tätigkeit als Verantwortlicher für Sicherheitsfragen!