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Geänderte Gefahrstoffverordnung: Der Einsatz von Toluol in Farben und Klebstoff wird beschränkt

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Arbeitssicherheit Gefahrstoffe

Von Wolfram von Gagern,

… und nicht nur dieses Lösemittel ist betroffen! Es wurden auch Herstellungs- und Verwendungsverbote für Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und 1,2,4-Trichlorbenzol erlassen.

Die Änderung der Gefahrstoffverordnung (Gef-StoffV) wurde am 19.7.2006 im Bundesgesetzblatt Teil I Nr. 33 verkündet. Stellen Sie sich rechtzeitig auf die neuen Verbote Nr. 28 bis 30 im Anhang IV der GefStoffV ein! Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK)

Benzo(a)pyren und viele andere PAK haben krebserzeugende, erbgutverändernde und fortpflanzungsgefährdende Eigenschaften. Diese Stoffe kommen in Weichmacherölen und Rußen, die in Gummimischungen von Reifen eingesetzt werden, vor. Durch Reifenabrieb gelangen in Deutschland schätzungsweise 6 bis 18 Tonnen PAKpro Jahr in die Umwelt.

Verbot Nr. 28

„Weichmacheröle mit einem Gehalt an Benzo(a)pyren von mehr als 1 mg pro kg oder einem Gehalt an Benzo(a) pyren (BaP), Benzo(e)pyren (BeP), Benzo(a)anthracen (BaA), Chrysen (CHR), Benzo(b)fluoranthen (BbFA), Benzo(j)fluoranthen (BjFA), Benzo(k) fluoranthen (BkFA) und Dibenzo(a,h) anthracen (DBahA) von insgesamt mehr als 10 mg pro kg dürfen ab dem 1. Januar 2010 nicht mehr für die Herstellung von Reifen oder Reifenbestandteilen für Kraftfahrzeuge, Lastkraftwagen, Schwerlaster, Krafträder und landwirtschaftliche Fahrzeuge verwendet werden.“

Prüfen Sie frühzeitig die Einhaltung der neuen Grenzwerte

Fragen Sie Ihren Lieferanten bereits jetzt nach dem Schadstoffanteil an PAK. Am besten treffen Sie mit Ihrem Lieferanten eine Vereinbarung, durch die er sich verpflichtet, die geforderten Grenzwerte einzuhalten.

Wichtig für Sie

Der Gesetzgeber fordert vom Reifenhersteller, dass dieser spätestens ab dem 1.1.2007 mindestens alle 6 Monate die PAK-Konzentration kontrolliert. Die Grenzwerte gelten als eingehalten, wenn der PAK-Gehalt gemäß der Norm IP 346 unter 3 % liegt.

Toluol

Dieses gesundheits- und umweltgefährliche Lösemittel wird unter anderem zur Herstellung von Klebstoffen und Sprühfarben verwendet.

Verbot Nr. 29

„Klebstoffe und Sprühfarben mit einem Massegehalt von 0,1 % oder mehr Toluol dürfen ab dem 15. Juni 2007 nicht an den privaten Endverbraucher abgegeben werden.“

Das Verbot bezieht sich ausschließlich auf Produkte, die im Do-it-yourself-Bereich verwendet werden. Für industrielle und gewerbliche Zwecke dürfen weiterhin Klebstoffe und Sprühfarben mit einem Toluolgehalt von 0,1 % oder mehr angeboten werden. Der Grund: Für die dortigen Verwendungen stehen noch nicht in jedem Fall adäquate Ersatzprodukte zur Verfügung.

Lassen Sie keine wertvolle Zeit verstreichen, handeln Sie schon jetzt!

Als Händler von Sprühfarben oder Klebstoffen für private Verbraucher sollten Sie

  • kontrollieren, ob diese Produkte Toluol enthalten. Eine Informationsquelle ist das Sicherheitsdatenblatt. In Abschnitt 2 muss Toluol ab einer Konzentration von 1 % angegeben werden. Ist dieses Lösemittel im Sicherheitsdatenblatt nicht aufgeführt, lassen Sie sich zusätzlich vom Lieferanten bestätigen, dass die gelieferten Produkte maximal 0,1 % Toluol enthalten.
  • rechtzeitig beim Lieferanten nach Alternativen fragen, damit Sie Ihr Sortiment fristgemäß umstellen können.

1,2,4-Trichlorbenzol

Dieser Gefahrstoff wird hauptsächlich als Zwischenprodukt bei der Herstellung von Herbiziden und als Prozesslösungsmittel in Anlagen verwendet. In kleinen Mengen wird 1,2,4-Trichlorbenzol als Lösemittel, Farbstoffträger und Korrosionshemmstoff eingesetzt.

Verbot Nr. 30

„1,2,4-Trichlorbenzol und Zubereitungen mit einem Massegehalt von 0,1 % oder mehr 1,2,4-Trichlorbenzol dürfen ab dem 15. Juni 2007 nicht verwendet werden.“

Steigen Sie möglichst bald auf Ersatzstoffe um, denn die Gefahrstoffverordnung verbietet Ihnen alle offenen Anwendungen dieses Stoffs.

Ausnahmen

Das Verbot Nr. 30 gilt jedoch nicht für die Verwendung

  1. als Synthesezwischenprodukt,
  2. als Prozesslösemittel in geschlossenen chemischen Anwendungen für Chlorierungsreaktionen oder
  3. bei der Herstellung von 1,3,5-Trinitro-2,4,6-triaminobenzol (TATB).

 

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