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Für die Sicherheitsfachkraft sind Betriebsanweisungen ein wertvolles Hilfsmittel, um die Mitarbeiter zu unterweisen und vor Gefährdungen am...

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Gefahrstoff Dieselmotoremissionen: Verbot möglich

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Arbeitssicherheit Gefahrstoffe

Von Wolfram von Gagern,

Dieselmotoremissionen (DME) sind krebserzeugende Gefahrstoffe. Seit der letzten Novelle der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) im Jahr 2005 gibt es zwar keinen Arbeitsplatzgrenzwert mehr.

Ihre Behörde kann aber ein Nutzungsverbot für Dieselmotoren verhängen.

Denn: Die Schadstoffbelastung ist da, auch wenn Sie DME nicht absichtlich herstellen. Sie fallen als Auspuffgase beim Betrieb von Dieselmotoren auf Ihrem Betriebsgelände an. Tätigkeiten oder Verfahren, bei denen Ihre Mitarbeiter in Bereichen arbeiten, in denen DME freigesetzt werden, gelten als krebserzeugende Tätigkeiten im Sinne der Gefahrstoffverordnung. Sie sind verpflichtet, die Freisetzung dieses Gas- Ruß-Gemisches nach dem Stand der Technik zu begrenzen.

Schadstofffrei?

Damit Ihre Mitarbeiter diesem krebserzeugenden Gemisch nicht ausgesetzt sind, haben Sie Ihr Arbeitsverfahren so zu gestalten, dass DME nicht freigesetzt werden. Das bedeutet für Sie: Sie haben zu prüfen, ob die anstehenden Aufgaben und Tätigkeiten auch durch andere Antriebstechniken zu erfüllen sind. Können Sie notwendige Arbeiten nur durch Einsatz von Dieselmotoren erledigen, haben Sie Maßnahmen zur Minderung der DME zu treffen. Hierzu gehören

  • der Einsatz schadstoffarmer Dieselmotoren,
  • das Betreiben von Dieselmotoren mit weitgehend schwefelfreien Kraftstoffen,
  • der Einsatz von Partikelfiltern.

Sie können weitere Expositionsminderungen durch Absaugung der Emissionen direkt an der Entstehungsstelle erreichen. Eine Senkung der Belastung kann auch durch lüftungstechnische Maßnahmen erreicht werden.

Wartung

Die Reduktion der DME erfordert eine optimale Instandhaltung der Motoren über ihre gesamte Betriebsdauer. Nach 1.500 Betriebsstunden, spätestens jedoch jährlich ist eine Abgasuntersuchungen fällig. Das Untersuchungsergebnis muss schriftlich festgehalten werden.

DME in Hallen

Ihre Behörde kann den Einsatz von dieselgetriebenen Fahrzeugen oder Flurförderzeugen in ganz oder teilweise geschlossenen Arbeitsbereichen wie Hallen verbieten. Damit müssen Sie insbesondere rechnen, wenn die Beförderung auch durch schadstofffreie Antriebstechniken, wie z. B. durch Elektroantrieb, erfüllt werden kann. In diesen Fällen müssen Sie mit Einsatzbeschränkungen rechnen:

  • Befahren von Containern
  • Versorgung von Arbeitsplätzen in Fertigungshallen
  • Befahren von mindestens teilweise geschlossenen Lkw-Ladeflächen, Eisenbahnwaggons, Schiffsräumen und Flugzeugen
  • Befahren von Kühlhäusern und anderen Lagerhallen
  • Einsatz von Bohrwagen und Vortriebsmaschinen unter Tage.

TIPP Prüfen Sie vor der Neuanschaffung von Flurförderzeugen, ob auf die Verwendung von dieselgetriebenen Flurförderzeugen in geschlossenen Hallen verzichtet werden kann. Die Anschaffung eines Flurförderzeugs mit elektrischem Antrieb ist für Sie dann zumutbar, wenn weniger als eine Batterieladung pro Schicht erforderlich wird. Erscheint Ihnen der wirtschaftliche Aufwand für die Anschaffung oder Umrüstung von Fahrzeugen zu hoch, sollten Sie sich mit Ihrer zuständigen Arbeitsschutzbehörde in Verbindung setzen.

 

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