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Für die Sicherheitsfachkraft sind Betriebsanweisungen ein wertvolles Hilfsmittel, um die Mitarbeiter zu unterweisen und vor Gefährdungen am...

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Gefahrstoff Thermit: Explosionen verhindern

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Arbeitssicherheit Gefahrstoffe

Von Wolfram von Gagern,

in einem Chemiebetrieb in Arnsberg ereignete sich eine Verpuffung mit Folgebränden und Explosionen. Das Unglück kostete einen Arbeiter das Leben, zwei kamen mit schweren Verletzungen davon.

Sachschaden: über 10 Millionen Euro.

So spielte sich der Unfall ab

3 Mitarbeiter der Firma hatten den Auftrag, in einem Betriebsteil, in dem Pentaerythrit hergestellt wurde (eine kohlenstoffhaltige Verbindung, die zwar schlecht brennbar ist, aber explosionsfähige Staub-Luft-Gemische bilden kann), ein Silo zur Lagerung des Rohprodukts zu inspizieren. Sie öffneten dazu ein Mannloch im unteren konischen Teil des Behälters. Die Füllstandsanzeige zeigte an, dass das Silo leer wäre. Als die Männer die Schrauben gelöst und die hartnäckig festsitzende Klappe mit einem rostigen Stahleisen aufgehebelt hatten, traten unvermutet staubförmige Reste des gelagerten Produkts aus. Sie rieselten durch mehrere Gitterroste der Arbeitsbühnen nach unten und entzündeten sich mehrere Meter unterhalb der Arbeiter. Im weiterhin herunterrieselnden Produkt breitete sich die Verpuffung nach oben aus – die 3 Männer wurden von den Flammen erfasst. Dann schlug das Feuer ins Silo über und verursachte dort eine Folgeexplosion. Die Flammen brannten sich langsam durch das Abluftrohr des Silos und weiter durch den nicht entkoppelten Entlastungsschlot des Trockners. Dort kam es durch aufgewirbelten Staub zu weiteren Explosionen, die sich über den zu Wartungszwecken geöffneten Trockner in den Produktionsraum ausbreiteten, wo es ca. 10 Minuten nach der Primärexplosion zu einer schweren Folgeexplosion kam.

Thermit-Reaktion als Ursache?

Die Unfalluntersuchung ergab: Die Zündung des Staub-Luft-Gemisches erfolgte höchstwahrscheinlich durch bei einer Thermit-Reaktion gebildete Funken (Reaktion des Silo-Materials aus Aluminium mit rostigem Stahl der Werkzeuge). Möglicherweise waren aber auch die einige Meter schräg unterhalb des Silos angeordneten Ventilatoren, die nicht explosionsgeschützt waren, die Ursache.

So können Sie derartige Unfälle verhindern

Mit Unfällen wie diesem müssen alle Silobetreiber rechnen, die darin Güter lagern, die explosionsfähige Staub- Luft-Gemische bilden können. Mit diesen 5 Maßnahmen können Sie derartige Ereignisse jedoch verhindern:

  1. Um mögliche Thermit-Reaktionen auszuschließen, verzichten Sie möglichst auf die Verwendung von Aluminiummaterialien in explosionsgefährdeten Bereichen.
  2. Wenn dies nicht möglich ist: Vermeiden Sie beim Vorhandensein von Aluminium jegliche Reib-, Schlag- und Abtragvorgänge mit rostigen Werkzeugen oder an rostigen Schrauben – sie können die Auslöser für eine Thermitreaktion sein, durch die eine explosionsfähige Atmosphäre entzündet werden kann. Sorgen Sie dafür, dass die Beschäftigten dementsprechend unterwiesen werden, und mahnen Sie die Vorgesetzten, die Einhaltung dieses Sicherheitsgebots konsequent zu kontrollieren und durchzusetzen.
  3. Denken Sie bei der Festlegung von explosionsgeschützten Zonen („Ex- Schutzzonen“) nicht nur an den Normalbetrieb, sondern auch an Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten.
  4. Um den unbeabsichtigten Austritt von Restmengen zu vermeiden, die die Füllstandsanzeige möglicherweise nicht mehr erfasst, sollten Mannlöcher nicht im unteren Konusbereich eines Silos angeordnet sein.
  5. Falls noch Restprodukte vorhanden sein könnten, verwenden Sie geeignete Auffangwannen.

 

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