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Kennzeichnung Gefahrstoffe: Machen Sie Ihre Mitarbeiter mit den neuen EU-Kennzeichen vertraut

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Von Wolfram von Gagern,

Mit der Einführung des so genannten „Globally Harmonised System of Classification and Labelling of Che-micals“ (GHS) soll die Einstufung und Kennzeichnung von Gefahrstoffen langfristig in allen Ländern der Erde vereinheitlicht werden. Die Initiative zur Einführung einer einheitlichen Gefahrstoffeinstufung und -kennzeichnung geht auf einen UN-Beschluss aus dem Jahr 1992 zurück. Die EU-Kommission hat deshalb am 27.06.07 den Verord-nungsentwurf KOM (2007) 355 vorgelegt.

Mit der Einführung des so genannten „Globally Harmonised System of Classification and Labelling of Che-micals“ (GHS) soll die Einstufung und Kennzeichnung von Gefahrstoffen langfristig in allen Ländern der Erde vereinheitlicht werden. Die Initiative zur Einführung einer einheitlichen Gefahrstoffeinstufung und -kennzeichnung geht auf einen UN-Beschluss aus dem Jahr 1992 zurück.

Die EU-Kommission hat deshalb am 27.06.07 den Verord-nungsentwurf KOM (2007) 355 vorgelegt. Langfristig wird die GHS-Verordnung die derzeit für die Einstufung und Kennzeichnung maßgebli-chen Regelwerke („Stoff-Richtlinie 67/548 EWG bzw. Zubereitungs-Richtlinie 1999/45 EW“) ablösen. Alte Kennzeichnungen dürfen dann nur noch bis 2010 für reine Chemika-lien, bis 2015 für Gemische benutzt werden.

1. Neuerung bei der Kennzeichung von Gefahrstoffen: Einstufung und Kennzeichnung von Gefahrenklassen und Gefahrenkategorien

Bisher gibt es 15 verschiedene Gefahrenbezeichnungen wie „ätzend“ oder „leicht entzündlich“. Mit Inkrafttreten der GHS-Verordnung wird es 28 Gefahrenklassen geben. Dabei wird unterschieden zwischen

  • physikalischen Gefahren (Kategorie 1, 16 Gefahrenklassen),
  • der Gefahr für die menschliche Gesundheit (Kategorie 2, 10 Ge-fahrenklassen)
  • und der Gefahr für die Umwelt (Kategorie 3, 1 Gefahrenklasse).

Dazu kommt die zusätzliche EU-Gefahrenklasse „die Ozonschicht schädigend“. Da sich die Einstufungs- und Kennzeichnungskriterien von dem bisherigen System unterschei-den, können sich für einzelne Gefahr-stoffe Änderungen ergeben. In Ein-zelfällen kann das dazu führen, dass bestimmte Gefahrstoffe strenger eingestuft werden.

2. Neuerung bei der Kennzeichnung von Gefahrstoffen: Piktogramme

Sie kennen die Symbole aus Ihrer Praxis bestens: ein schwarzes Symbol in einem orangefarbenen Quadrat. So wurden bisher Gefahrstoffe gekenn-zeichnet. Diese Symbole werden mit Inkrafttreten der GHS-Verordnung ersetzt, und zwar durch ein auf der Spitze stehendes Quadrat mit einem roten Rahmen, das ein schwarzes Symbol auf weißem Hintergrund enthält. Insgesamt gibt es 9 verschie-dene Gefahrenpiktogramme, 3 davon hat es vorher nicht gegeben. Das „Andreaskreuz“ (bisher Symbol für „gesundheitsschädlich/reizend“) fällt ganz weg.

3. Neuerung bei der Kennzeichnung von Gefahrstoffen: Signalwörter

Neu ist auch die Zuordnung zu einem Signalwort. Je nach Gefahrenkategorie erfolgt die Zuordnung zu dem Signalwort „Danger“ (Gefahr) für Kategorien mit größeren Gefahren oder „Warning“ (Warnung) für Kategorien mit weniger großen Gefahren. Das Signalwort wird ebenfalls auf dem Kennzeichnungsschild angegeben.

4. Neuerung bei der Kennzeichnung von Gefahrstoffen: Gefahrenhinweise

Die Gefahrenhinweise lassen sich mit den bisherigen R-Sätzen (d. h. der Liste der Hinweise auf besondere Risiken wie R10 = entzündlich) vergleichen. Sie werden ebenfalls auf dem Kennzeichnungsschild aufge-führt. Die Zuordnung zu den Gefahrenhinweisen erfolgt über die ent-sprechende Gefahrenkategorie eines Gefahrstoffs. So werden bspw. entflammbare Flüssigkeiten in Abhängigkeit vom Flammpunkt in 4 Gefah-renkategorien unterteilt). Die Gefahrenhinweise werden mit dem Kürzel „H“ und einer 3-stelligen Zahl kodiert. Die erste Zahl gibt an, ob es sich um physikalische Gefahren (2), Gesundheitsgefahren (3) oder Um-weltgefahren (4) handelt. Die beiden letzten Ziffern stellen die laufenden Nummern dar.

5. Neuerung bei der Kennzeichnung von Gefahrstoffen: Sicherheitshinweise

Die Sicherheitshinweise lassen sich dabei mit den bisherigen „S-Sätzen“ (d. h. der Liste der Sicherheitsrat-schläge wie S 15 = vor Hitze schüt-zen) vergleichen. Die Sicherheitshin-weise werden mit dem Kürzel „P“ und einer 3-stelligen Zahl kodiert, wobei die erste Ziffer angibt, um welche Art von Sicherheitshinweisen es sich handelt. Die beiden letzten Ziffern stellen die laufenden Num-mern dar.

Beispiel:

1 = allgemeine Sicherheitshinweise (z. B. „P102“: „Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen“)

2 = Prävention (z. B. „P211“: „Nicht in offene Flamme oder andere Zünd-quelle sprühen“)

3 = Reaktion (z. B. „P330“: „Mund ausspülen“)

4 = Lagerung (z. B. „P402“: „An einem trockenen Ort lagern“)

5 = Entsorgung (z. B. „P501“: „In-halt/Behälter … zuführen“)

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