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Kunststoffleitungen für den Gastransport – genial einfach oder tickende Zeitbombe?

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Instandhaltung Gasleitungen

Von Günter Stein,

Gasleitungen sind aufgrund ihres hohen Gefährdungspotenzials aufwendig zu installieren. Die Stahlrohre sind schwer, teuer und müssen geschweißt oder mit zugelassenen Muffen verschraubt werden.

Da hört es sich verlockend an, wenn das Installationsunternehmen Ihnen eine neue und kostengünstige Art der Gasinstallation anbietet: Kunststoffleitungen.

Kunststoffleitungen entsprechen der Norm für Gastransport

Falls Sie Bedenken gegen dieses Angebot vorbringen, kontert der Planer schnell damit, dass es vom Deutschen Verein des Gas- und Wasserfachs (DVGW) die technische Regel für Gasinstallation TRGI 2008 gibt. In dieser Norm wird der Einsatz von Kunststoffleitungen ausdrücklich erlaubt. Brauchen Sie sich also keine Gedanken zu machen? Das sollten Sie aber schon, denn es gibt einige Sachverständige, die dem Einsatz von Kunststoffrohren skeptisch gegenüberstehen. Einer von ihnen, Dipl.-Ing. (FH) Matthias Hofmann aus München, begründet auf seiner Website www.svmh.de seine Zweifel dazu.

Unterschiedliche Sicherheitskonzepte werden durch die Norm gleichgesetzt

Bei den bisher üblichen Metallrohren, die in der Gasinstallation zum Einsatz kommen, handelt es sich um Materialien in HTB-Qualität („höher thermisch belastbar“). Dieses Merkmal ist grob gesehen dann gegeben, wenn ein Leitungssystem nach 30 Minuten bei einer Temperatureinwirkung von 650 °C maximal eine genau definierte Leckgröße aufweist. Diesem Prüfkriterium kann eine Kunststoffleitung jedoch nicht standhalten. Es ist davon auszugehen, dass ein Kunststoffrohr im Brandfall nahezu vollständig verbrennt und so das Gas ungehindert ausströmt. Die TRGI 2008 fordert deshalb beim Einsatz von Kunststoffleitungen den Einbau eines Gasströmungswächters. Diese Schutzeinrichtung verfügt über ein Ventil, das bei einem bestimmten Volumenstrom anspricht und die weitere Gaszufuhr unterbindet. Dieses Konstrukt wird in Verbindung mit anderen Kriterien dem Qualitätsmerkmal HTB praktisch gleichgesetzt. Diese Tatsache wird von den Sachverständigen jedoch teilweise heftig kritisiert.

Kunststoffleitungen für Gas aber nicht unbedingt sicher

So wäre eine Beschädigung durch ein kleineres Leck denkbar. In diesem Fall würde der Gasströmungsmesser gar nicht ansprechen und das Gas könnte ungehindert ausströmen. Vor allem in Verbindung mit der Tatsache, dass Kunststoffleitungen auch mechanisch nicht mit einem Metallrohr zu vergleichen sind, erscheint dieses Verhalten nicht besonders zuverlässig. Es gibt aber noch weitere Bedenken gegen den Einsatz von Kunststoffleitungen:

  • Im Brandfall können die Leitungen nicht mehr zur Untersuchung der Ursache herangezogen werden.
  • Es ist mit einer Versprödung der Rohre zu rechnen.
  • Die TRGI 2008 fordert keine regelmäßige Überprüfung des Strömungswächters.
  • Chemikalien können die Materialeigenschaften der Rohre negativ beeinflussen.

Falls Sie sich dennoch für den Einsatz von Kunststoffleitungen entscheiden, sollten Sie in jedem Fall die Berechnungsunterlagen für die Anlage sehr gut aufheben.

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