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Vermeidung von Gefahrstoffen: Reinigen mit Pflanzenölestern

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Arbeitssicherheit Gefahrstoffe

Von Wolfram von Gagern,

In weiten Bereichen des Maschinen- und Gerätebaus, der Metallbe- und verarbeitung und der Instandhaltung von Maschinen und Anlagen fallen Reinigungsaufgaben an.

Die dabei immer noch vielfach verwendeten lösemittelhaltigen Kaltreiniger, Nitroverdünner usw. setzen nicht nur der Umwelt zu, sondern auch der Gesundheit der Beschäftigten, die damit umgehen müssen. Als Alternative können Sie in vielen Fällen auf Pflanzenölester zurückgreifen. Lösemittelhaltige Reiniger werden nicht nur wegen ihrer guten Reinigungsergebnisse eingesetzt, sondern auch, weil durch die rasche Verdunstung des Lösemittels die gereinigte Oberfläche rasch trocknet und schnell weiterbearbeitet (z. B. Lackiert) werden kann.

Gefahrstoffe: Dämpfe gelangen in die Lunge

Genau darin liegt aber auch der Haken: Denn die Dämpfe gelangen über die Atemluft in die Lungen und damit in den Blutkreislauf und können im Körper zahlreiche Erkrankungen auslösen, bis hin zu Krebs. Auch der Hautkontakt kann krank machen. Weitere Probleme liegen in den Brandund Explosionsgefahren, die die Lösemittel mit sich bringen. Darum müssen Sie bei ihrer Verwendung immer auch besondere Brand- und Explosionschutzmaßnahmen treffen. Pflanzenölester, die aus Ölpflanzen wie Raps oder Sonnenblumen gewonnen werden, haben sich in vielen Bereichen als leistungsfähige und gesundheitlich weniger bedenkliche Alternative erwiesen. Sie können eine ganze Reihe typischer industrieller Verunreinigungen wirksam entfernen.

Gefahrstoffe: Gute Erfahrungen mit Pflanzenölester

Allerdings kann eine Nachbehandlung erforderlich sein, wenn ein Werkstück für die Weiterverarbeitung fettfrei sein muss. Beim Kontakt mit Gummioder Kunststoffteilen (z. B. Dichtungen, aber auch Schutzhandschuhe) sollte vorher eine Verträglichkeitsprüfung durchgeführt werden. Ein großer Anwendungsbereich für Pflanzenölester ist die Instandhaltung und Reparatur. Gute Erfahrungen mit Pflanzenölestern haben z. B. Das Ausbesserungswerk der DB Regio bei der Reinigung von Radsatzlagern, Radkappenteilen und Lagerbolzen von Lokomotiven und der Aufzughersteller Kone bei der Reinigung von Aufzugschienen gemacht.

Nutzen Sie diese Vorteile:

  • Lösemittelemissionen am Arbeitsplatz entfallen, da die Ester nicht verdunsten. So gibt es auch keinerlei Geruchsbelästigung am Arbeitsplatz.
  • Außerdem sind die Ester besser hautverträglich, wie durch Studien belegt wurde. Achtung: Versehentliches Verschlucken ist jedoch genauso gefährlich wie das Verschlucken von Kaltreinigern!
  • Die pflanzenölbasierten Produkte sind gut emulgierbar.
  • Ex-Schutzmaßnahmen sind überflüssig.
  • Der auf der Oberfläche des Werkstücks verbleibende Restfilm bietet einen temporären Korrosionsschutz.

Gefahrstoffe: Mehrkosten rechnen sich unter dem Strich

Wenn Sie Ihren Chef dazu bewegen wollen, zukünftig Pflanznölester einzusetzen, wird er vielleicht auf den 2- bis 3-mal höheren Einkaufspreis im Vergleich zu herkömmlichen Kaltreinigern verweisen. Halten Sie dem entgegen, dass die esterbasierten Produkte zum Teil erheblich höhere Standzeiten ermöglichen. Dadurch werden bis zu 80 % weniger Reinigungsmittel verbraucht. Außerdem sparen Sie auch dadurch, dass durch den geringeren Verbrauch von Reinigungsmitteln die Lagerhaltungskosten reduziert werden können und zudem wegen der Emissionsfreiheit keine Absaugvorrichtungen mehr nötig sind. Unter dem Strich fällt die Rechnung also oft zu Gunsten des Esters aus.

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