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Leider kommt es nach wie vor insbesondere auf Baustellen zu teils schweren Arbeitsunfällen. Oft werden Vorschriften missachtet, weil etwa der...

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Absicherung vor Risiken: Gesetzlich unfallversichert auch in Pausen

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Verunfallt ein Mitarbeiter während der Arbeit, greift der gesetzliche Unfallversicherungsschutz über die Berufsgenossenschaft (BG). Doch immer wieder gibt es in solchen Fällen mit den Versicherungsträgern Diskussionen, ob beispielsweise bei Pausenzeiten – insbesondere auch außerhalb des Arbeitsplatzes – dieser Versicherungsschutz besteht.

Ein Urteil des Sozialgerichts (SG) Heilbronn schafft nun mehr Klarheit.

Im vorliegenden Fall hatte ein Kfz- Mechaniker, der bei Audi in einer Montagehalle beschäftigt war, bei einem Leerlauf des Montagebands die Chance genutzt und eine Pause eingelegt.

An diesem Tag herrschte in der Halle und auch draußen eine Temperatur von etwa 30 Grad Celsius, weshalb der Mann sich an einem Kiosk ein Eis besorgte, das er anschließend im Schatten direkt vor der Hallentür verspeiste.

Dabei stieß ein anderer Mitarbeiter diese Tür auf und traf hierdurch den Kollegen an der linken Ferse.

Der erlitt einen Riss seiner Achillessehne und eine Schnittwunde am Sprunggelenk. Er musste 2-mal operiert werden, konnte wegen des Unfalls nicht mehr an seinen Arbeitsplatz zurück und leidet heute noch an den Folgen des Ereignisses.

Die beklagte BG übernahm zunächst die Behandlungskosten, lehnte dann aber die weitere Kostenübernahme und die Anerkennung des Unfalls als Arbeitsunfall ab.

Nach ihrer Ansicht diente das Eisessen nicht dazu, die Arbeitskraft des Verletzten zu erhalten.

Denn zum einen hätte er sich am Arbeitsplatz mit kostenlosen Getränken erfrischen können, zum anderen habe sich der Unfall eine knappe Stunde nach seiner Mittagspause ereignet.

Damit wollte sich der Mann aber nicht abfinden, und so kam der Fall vor das SG Heilbronn.

Hier machte der Kläger geltend, sein Arbeitgeber habe gewünscht, dass Mitarbeiter während einer Taktpause nicht herumstehen sollen, sondern den Arbeitsplatz verlassen dürfen, weil häufig Besuchergruppen durch das Werk geführt würden.

Entscheidend für das SG war aber, dass das Unfallopfer sich nicht nur von seinem Arbeitsplatz entfernt hatte, um sich ein Eis zu holen, sondern weil er ohne diese kleinen Pausen aufgrund der Hitze in der Halle und der dortigen schlechten Raumluft seine schwere körperliche Arbeit bis zum Schichtende gar nicht hätte durchhalten können.

Denn in der Halle, die über keine Klimaanlage verfügt, wurden an diesem Tag immer wieder die Motoren von Neufahrzeugen im Stand hochgefahren.

Die Arbeiter waren zudem aufgrund des Hallenglasdachs teils Sonneneinstrahlung ausgesetzt.

Die Anerkennung als Arbeitsunfall hat weitreichende Folgen: So hat die zuständige BG dem Betroffenen unter bestimmten Voraussetzungen eine medizinische Rehabilitationsmaßnahme beziehungsweise Umschulung, Übergangsgeld oder eine Verletztenrente zu zahlen (SG Heilbronn, 8.3.2013, Az. S 13 U 1513/11).

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