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Leider kommt es nach wie vor insbesondere auf Baustellen zu teils schweren Arbeitsunfällen. Oft werden Vorschriften missachtet, weil etwa der...

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Arbeitsunfälle: So begrenzen Sie Ihre Haftung richtig

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Arbeitsunfälle lassen sich nicht ganz verhindern – selbst wenn Sie noch so sorgfältig alle Vorsichtsmaßnahmen umgesetzt haben. Arbeitgeber zahlen deshalb für jeden Mitarbeiter Beiträge in die gesetzliche Unfallversicherung. Trotzdem sollten Sie sich nicht der falschen Hoffnung hingeben, damit wären Sie aus der Haftung.

Beachten Sie unsere Tipps, dann brauchen Sie keine unangenehmen Überraschungen zu befürchten.

In Deutschland ist jedes Unternehmen verpflichtet, für alle im Unternehmen Beschäftigten Pflichtbeiträge an die gesetzliche Unfallversicherung zu zahlen. Kommt es zu einem Unfall, stehen mit diesem Geld die jeweiligen Berufgenossenschaften bei

  • Arbeitsunfällen,
  • Wegeunfällen und
  • Berufskrankheiten

für etwaige Schäden ein. Ein Arbeitsunfall liegt per Gesetz dann vor, wenn ein Gesundheitsschaden oder Tod durch ein von außen auf den Körper einwirkendes Ereignis bedingt ist und ein unmittelbarer Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit besteht.

Die Höhe Ihrer Zahlungen an die Unfallversicherung hängt übrigens von der Gefahrklassen-Einstufung ab. Je höher diese ausfällt, umso höhere Beiträge muss Ihr Unternehmen entrichten.

Vorsicht: Keinesfalls sollte es Ihr Ziel sein, in eine niedrige Gefahrenklasse eingestuft zu werden. Kommt es nämlich zu einem Unfall und stellt die Berufsgenossenschaft (BG) eine zu geringe Einstufung fest, kann sie Ihr Unternehmen in Regress nehmen.

In diesen Fällen greift die gesetzliche Unfallversicherung

Der Versicherungsschutz umfasst beispielsweise auch

  • Betriebsfeiern und -ausflüge,
  • Teilnahme an beruflichen Fortbildungen,
  • betrieblich veranlasste Wege innerhalb des Betriebsgeländes und
  • den Weg zur Betriebskantine.

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Tipp: Auch sogenannte Wegeunfälle außerhalb des Betriebsgeländes, also der Weg zwischen der Privatwohnung und dem Arbeitsplatz, sind versichert.

Nicht versichert sind hingegen Tätigkeiten wie

  • die Essenaufnahme – und zwar auch in der Betriebskantine,
  • private Erledigungen am Arbeitsplatz,
  • private Einkäufe sowie
  • Tätlichkeiten unter Kollegen.

Kommt es durch einen Unfall zu einem Personenschaden, ersetzt die BG alle Kosten, wenn der Unfall nicht vorsätzlich herbeigeführt wurde.

Das bedeutet für Sie: In solchen Fällen haben weder Ihr Mitarbeiter noch seine Hinterbliebenen Ihrem Unternehmen gegenüber ein Anspruch. Um in den Genuss dieses Haftungsausschlusses zu kommen, müssen Sie aber einiges beachten.

Beachten Sie alle Vorschriften zum Arbeitsschutz

Kann Ihnen nämlich entweder der verunfallte Mitarbeiter oder die BG eine grobe Fahrlässigkeit beim Arbeitsschutz nachweisen, rechnen Sie damit, für den entstandenen Schaden komplett oder teilweise geradestehen zu müssen.

Bei Rentenzahlungen kommen hier im Laufe der Zeit erhebliche Summen zustande. Das können Sie mit der Beachtung folgender 5 Regeln aber umgehen:

  • Beachten Sie grundsätzlich die Unfallverhütungsvorschriften an allen Arbeitsplätzen und überprüfen Sie regelmäßig deren Einhaltung.
  • Führen Sie regelmäßig Schulungen zu Schutzvorschriften für alle Mitarbeiter durch.
  • Weisen Sie neue Kollegen immer in einer Schulung auf die in Ihrem Betrieb bestehenden Schutzvorschriften hin.
  • Führen Sie über diese Unterweisungen stets ein Protokoll und lassen Sie sich den Inhalt und den Zeitpunkt schriftlich durch Ihre Mitarbeiter bestätigen.
  • Fallen Ihnen Verstöße gegen die Vorschriften auf, gehen Sie konsequent dagegen vor. Schrecken Sie auch vor disziplinarischen Maßnahmen nicht zurück und halten Sie diese immer schriftlich fest. 

Das müssen Sie bei einem Arbeitsunfall unternehmen

Erledigen Sie unbedingt diese 4 Dinge sofort, um nicht selbst in die Haftung zu kommen:

1. Melden Sie den Unfall der zuständigen BG.

Fällt ein verletzter Mitarbeiter für mehr als 3 Tage aus, müssen Sie diese Meldung in jedem Fall machen. Hierzu schicken Sie das vorgesehene Unfallformular innerhalb von 3 Tagen vollständig ausgefüllt an die Genossenschaft. Dieses Formblatt finden Sie in unserem Download-Bereich oder unter der unten angegebenen Internetadresse. “

2. Benachrichtigen Sie die zuständige Behörde.

Eine Kopie dieser Unfallanzeige müssen Sie bei meldepflichtigen Unfällen auch an die für den Arbeitsschutz zuständige Behörde senden. Das ist entweder das Gewerbeaufsichtsamt oder das Amt für Arbeitsschutz.

3. Informieren Sie Ihre Sicherheitsfachkraft.

Haben Sie in Ihrem Unternehmen eine Sicherheitsfachkraft, müssen Sie diese auch über den Unfall informieren.

4. Informieren Sie Ihren Betriebsarzt.

Auch den Betriebsarzt sollten Sie umgehend über das Geschehen informieren.

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