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Leider kommt es nach wie vor insbesondere auf Baustellen zu teils schweren Arbeitsunfällen. Oft werden Vorschriften missachtet, weil etwa der...

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So schützen Sie Ihre Mitarbeiter besser vor Abstürzen

 
Urheber: Milton Oswald | Fotolia

Von Rafael de la Roza,

2 neue DGUV-Grundsätze vom Dezember 2017 sollen Sie dabei unterstützen, Beschäftigte besser vor Absturzgefahren zu schützen. Es handelt sich um die Grundsätze 301- 002 „Grundsätze für die Prüfung von Randsicherungen“ und 312-906 „Grundlagen zur Qualifizierung von Personen für die sachkundige Überprüfung und Beurteilung von persönlichen Absturzschutzausrüstungen“. Das Wichtigste daraus haben wir in dem folgenden Beitrag für Sie zusammengefasst.

Randsicherungen sind kollektive Schutzvorrichtungen, die den Absturz von Personen von hochgelegenen Arbeitsplätzen wie etwa (Flach-)Dächern verhindern sollen. Sie bestehen aus Randsicherungspfosten, Seilen und Schutznetzen, die in einem Winkel zur Senkrechten von bis zu 20° nach außen geneigt sein können. Sie müssen entsprechend der vom Hersteller mitzuliefernden Aufbau- und Verwendungsanleitung an geeigneter Stelle montiert werden, z. B. an Dachkanten. Als Ergebnis muss das System in der Lage sein, eine gegen das Netz fallende Person zurückzuhalten bzw. aufzufangen.

Eignungsnachweis durch Berechnungen oder Versuche

Dass die Randsicherung diesen Zweck tatsächlich erfüllt, muss der Betreiber (in der Regel das Bauunternehmen) vor der Freigabe rechnerisch oder durch Versuche nachweisen. Der DGUV-Grundsatz 301-002 bietet Ihnen in Abschnitt 3.2 (rechnerischer Nachweis) bzw. 3.3 (Nachweis durch Versuche) eine detaillierte Anleitung für die dabei anzuwendenden Verfahren. Darüber hinaus enthält der Grundsatz auch Hinweise zum Inhalt des Prüfberichts.

Persönliche Absturzschutzausrüstungen überprüfen

Im Gegensatz zum vorstehend vorgestellten DGUV-Grundsatz geht es beim Grundsatz 312-906 um die Prüfung von Persönlichen Schutzausrüstungen (PSA) zum Schutz vor Absturz. Dabei denkt man üblicherweise zunächst an Auffangeinrichtungen. Der Grundsatz umfasst darüber hinaus jedoch auch verwandte Vorrichtungen, wie etwa Ausrüstungen zum Retten aus Höhen und Tiefen, für Seilgärten oder für Bergrettungsdienste.

Ausrüstungen dieser Art sind entsprechend den Einsatzbedingungen und den betrieblichen Verhältnissen nach Bedarf, mindestens jedoch einmal jährlich, durch eine sachkundige Person auf ihren einwandfreien Zustand zu prüfen.

Wer ist sachkundig?

Sachkundig im Sinne dieses Grundsatzes ist eine Person, die

  • nach diesem Grundsatz qualifi ziert wurde und aufgrund ihrer fachlichen Ausbildung und Erfahrung ausreichende Kenntnisse auf dem Gebiet von PSA besitzt und
  • mit den einschlägigen staatlichen und berufsgenossenschaftlichen Arbeitsschutzvorschriften und den anwendbaren Regeln der Technik so weit vertraut ist, dass sie den ordnungsgemäßen Zustand von PSA prüfen und beurteilen kann.

Inhalte der Qualifizierung und Prüfung

An der Qualifizierung nach dem DGUV-Grundsatz 312-906 kann jeder teilnehmen, der volljährig ist und durch Ausbildung und Berufserfahrung ausreichende praktische und theoretische Kenntnisse zum Einsatz von PSA im jeweiligen Teilbereich (z. B. PSA gegen Absturz, Seilgärten, Bergrettung) besitzt. Als Belege werden hier, z. B. Unterweisungsnachweise oder Nachweise über eine Grundausbildung als Bergretter, anerkannt. Die Qualifi zierung besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil.

Der Theorieteil umfasst u. a. einschlägige Aufgaben und Verantwortlichkeiten im Unternehmen (z. B. „Aufsichtsführender“), das Technische Regelwerk und besonders auch Materialkunde, Aufbewahrung und Pflege von PSA sowie die Organisation, Durchführung und Dokumentation von deren Prüfungen. Die praktische Ausbildung vertieft diese Inhalte anhand von Beispielen aus dem Arbeitsalltag. Der Zeitumfang für den praktischen und theoretischen Teil beträgt mindestens 24 Lerneinheiten à 45 Minuten und schließt mit einer Prüfung ab. Hierüber erhält die frischgebackene sachkundige Person eine Bescheinigung mit der Angabe der Inhalte des Lehrgangs.

Tipp

Sorgen Sie dafür, dass nur sachkundige Personen Ihre Einrichtungen zum Schutz vor Absturz prüfen. Angeboten werden entsprechende Qualifizierungen von einigen Berufsgenossenschaften, aber auch von privaten Trägern wie etwa den TÜVs und den Herstellern von PSA.

Arbeitssicherheit aktuell

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Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
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