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Die Durchführung von sicherheitstechnischen Unterweisungen wird in vielen Gesetzen, Verordnungen und Berufsgenossenschaftlichen Regelwerken gefordert...

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Erste Hilfe ist Pflicht und deshalb müssen Sie das Thema unterweisen

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Erste Hilfe
Urheber: Stockfotos-MG | Fotolia

Von Thomas Schweig,

Jedem Mitarbeiter muss klar werden, dass Erste Hilfe eine Pflicht ist, die jeden angeht. Selbstverständlich dient diese Unterweisung auch dazu, die Rollen und Aufgaben von Ersthelfern, Betriebssanitätern und Betriebsärzten anzusprechen. Die zentrale Botschaft muss jedoch sein, dass Sofortmaßnahmen nach dem Arbeitsunfall eines Kollegen nicht auf diese Personengruppen abgewälzt werden dürfen. Jeder Mitarbeiter steht in der Verantwortung, Erste Hilfe zu leisten!

Nicht abwarten, sondern retten!

Eine ganz wichtige Aufgabe dieser Unterweisung ist es, Ängste zu nehmen. Viele Menschen fühlen sich unsicher, Erste Hilfe zu leisten. Doch wenn aus der Angst, etwas falsch zu machen, Sofortmaßnahmen am Unfallort unterbleiben, kann dies die Unfallfolgen verschlimmern oder sogar zum vermeidbaren Tod des Verletzten führen. Unsicherheit darf niemals ein Grund sein, vor Erster Hilfe zu scheuen.

Machen Sie Folgendes deutlich:

  • Wer vor Erster Hilfe zurückschreckt, macht sich laut § 323c StGB „Unterlassene Hilfeleistung“ schuldig.
  • Wer nach bestem Wissen und Gewissen Erste Hilfe leistet, muss keine juristischen Folgen fürchten. Auch dann nicht, wenn er als Laie nicht ganz optimal vorgeht. Dass z. B. bei einer Wiederbelebung mit Herzmassage Rippen gebrochen werden, kann selbst bei korrekter Durchführung vorkommen. Eine solche Rippenfraktur ist jedoch in Kauf zu nehmen, denn eine gebrochene Rippe heilt nach weinigen Wochen. Ein Hirnschaden oder Tod wäre jedoch irreversibel. Der Verursacher einer lädierten Rippe kann in einem solchen Fall daher nicht straf- oder privatrechtlich belangt oder etwa auf Schmerzensgeld verklagt werden.

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Schmerztabletten nicht im Verbandkasten

Klären Sie im Rahmen dieser Unterweisung auch, wie ein Verbandkasten zu nutzen ist. Räumen Sie mit dem Irrtum auf, dass in einen solchen Kasten – wie meist im privaten Bad – alles hineingestopft werden kann, was irgendwie mit Verletzungen oder Medizin zu tun hat.

Weisen Sie darauf hin,

  • dass Arzneimittel wie Tabletten gegen Kopfschmerzen oder Erkältung nicht als Erste-Hilfe-Material gelten und damit auch nicht in einem Verbandkasten aufbewahrt werden sollten.
  • dass Medikamente nur dann in einem Verbandkasten aufbewahrt werden dürfen, wenn der Betriebsarzt dies entscheidet und anordnet.

Diese rechtlichen Grundlagen sollten Sie kennen

Gesetze

  • § 10 Arbeitsschutzgesetz

  • § 323c Strafgesetzbuch „Unterlassene Hilfeleistung“

Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) und Technisches Regelwerk für Arbeitsstätten 

  • Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A4.1 „Sanitärräume“
  • Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A4.3 „Erste- Hilfe-Räume, Mittel und Einrichtungen zur Ersten Hilfe“ 

Regelwerk der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV)

  • DDGUV-Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“, Dritter Abschnitt „Erste Hilfe“
  • DGUV-Regel 100-001 „Grundsätze der Prävention“
  • DGUV-Information 204-001 „Plakat Erste Hilfe“
  • DGUV-Information 204-007 „Handbuch zur Ersten Hilfe“

  • DGUV-Information 204-008 „Handbuch zur Ersten Hilfe in Bildungs- und Betreuungseinrichtungen für Kinder“

  • DGUV-Information 204-020 „Verbandbuch“

  • DGUV-Information 204-021 „Meldeblock“

  • DGUV-Information 204-022 „Erste Hilfe“

  • DGUV-Information 204-030 „Ersthelfer im öffentlichen Dienst“

  • DGUV-Grundsatz 304-002 „Aus- und Fortbildung für den betrieblichen Sanitätsdienst“ Normenwerk
  • DIN 13157 „Erste-Hilfe-Material – Verbandkasten C“ (Inhalt kleiner Verbandkästen)
  • DIN 13169 „Erste-Hilfe-Material – Verbandkasten E“ (Inhalt großer Verbandkästen)
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