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Lebensmittel: Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz

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Von Martin Weyde,

Frage: Was ist eine Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz?

 

Antwort: Diese Belehrung ist erforderlich, wenn bestimmte Lebensmittel gewerbsmäßig hergestellt, behandelt oder verkauft werden. Sie betrifft zum Beispiel Köche, Bäcker, Kellner und anderes Küchenpersonal, und natürlich sowohl feste Mitarbeiter als auch Aushilfskräfte.

Bei der Belehrung geht es um die folgenden Lebensmittel, sofern diese direkt mit der Hand oder indirekt über Gegenstände berührt werden:

  • Fleisch und Fleischprodukte
  • Milch und Milchprodukte
  • Fische, Krebse, Weichtiere und daraus hergestellte Produkte
  • Eiprodukte
  • Speiseeis und Speiseeishalberzeugnisse
  • nicht durchgebackene oder durcherhitzte Backwaren
  • Salate, Marinaden etc.

In solchen Lebensmitteln können sich gesundheitsgefährdende Mikroorganismen besonders gut vermehren. Und verunreinigte Lebensmittel in Gaststätten oder anderen Gemeinschaftseinrichtungen können einer großen Zahl von Menschen gefährlich werden. Deshalb dürfen damit keine Mitarbeiter umgehen, die zum Beispiel an akuter infektiöser Gastroenteritis, Typhus, Hepatitis, Salmonellose, ansteckenden Wunden oder Hautkrankheiten leiden.

 

Nach § 43 Abs. 1 Infektionsschutzgesetz (IfSG) muss eine Bescheinigung des Gesundheitsamtes oder eines von diesem beauftragten Arztes vorliegen, wenn Sie Mitarbeiter für die Arbeit mit den genannten Lebensmitteln einstellen. Diese wird ausgestellt, indem der betreffende Mitarbeiter und das Gesundheitsamt bestätigen, dass er die Belehrung erhalten hat. Außerdem erklärt der Mitarbeiter mit seiner Unterschrift, dass ihm keine Tatsachen für ein Tätigkeitsverbot bekannt sind, er also an keiner der aufgeführten Krankheiten leidet. Die Bescheinigung darf nicht älter als drei Monate sein.
Wenn Sie als Arbeitgeber mitarbeiten, müssen auch Sie selbst über diese Bescheinigung des Gesundheitsamtes verfügen. Außerdem müssen Sie nach § 43 Abs. 4 IfSG die Mitarbeiter zusätzlich nach Aufnahme der Tätigkeit und danach alle zwei Jahre entsprechend belehren. Diese Belehrungen müssen Sie dokumentieren.
Der Anhang der Belehrung weist auch noch einmal auf die Goldenen Regeln hin, die dazu beitragen, lebensmittelbedingte Infektionen zu verhüten:

  • vor der Arbeit und nach der Toilette Hände mit Seife waschen und mit Einwegtuch trocknen
  • Ringe und Armbanduhr ablegen
  • saubere Schutzkleidung tragen
  • nicht auf Lebensmittel husten oder niesen
  • kleine Wunden mit wasserdichtem Pflaster abdecken

Heben Sie Bescheinigungen und Dokumentationen sorgfältig auf, um sie bei Kontrollen vorlegen zu können. Wenn diese fehlen, dann kann es teuer für Sie werden.

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