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Die Durchführung von sicherheitstechnischen Unterweisungen wird in vielen Gesetzen, Verordnungen und Berufsgenossenschaftlichen Regelwerken gefordert...

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So beugen Sie Unfällen mit Handmessern wirksam vor

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Arbeitssicherheit

Von Wolfram von Gagern,

Einschneidende Erlebnisse mit Handmessern sind in vielen Branchen an der Tagesordnung. In Großküchen geht etwa jeder 4. Arbeitsunfall auf ihr Konto.

Auch im Einzelhandel und in Lagerbereichen, etwa beim Öffnen von Kartons und Verpackungen, sind Schnitte und Stiche ins eigene Fleisch überproportional häufig anzutreffen. Oft sind Messerunfälle mehr als nur eine Bagatelle, denn sie ziehen im Schnitt mehr als 2 Wochen Arbeitsunfähigkeit (AU) nach sich. Aber auch Unfälle mit kürzerer AU-Dauer sind schmerzhaft und führen zu Störungen im Betriebsablauf. Mit den richtigen Maßnahmen können Sie als Sicherheitsfachkraft erfolgreich dagegen vorgehen.

Die Rangfolge der Maßnahmen ist durch die Arbeitssicherheitsvorschriften klar festgelegt:

  1. sichere Technik
  2. sicherheitsgerechte Organisation
  3. persönliche Schutzausrüstungen

Für den Umgang mit Handmessern bedeutet das konkret:

1. Wählen Sie die richtigen Messer aus

Das richtige Messer für die jeweilige Schneidaufgabe ist bei der Vermeidung von Unfällen schon die halbe Miete. Dafür gibt es – je nach Art Ihres Betriebs – unterschiedliche Ansatzpunkte. Hier einige Beispiele:

  • Zum Aufschneiden von Brötchen tun es Messer mit einer abgerundeten Spitze auch – schon haben Sie die Gefahr von Stichverletzungen reduziert.
  • Um ein Abrutschen der Hand vom Messergriff auf die Schneide zu verhindern, sollten Sie nur Messer mit abrutschsicheren Griffen benutzen.
  • Zum Aufschneiden von Kartons und Folienverpackungen gibt es Sicherheitsmesser mit selbsttätiger Klingensicherung. Die Klinge springt automatisch in die Schutzstellung zurück, sobald sie vom Karton abgehoben wird.

Darüber hinaus gilt: Messer, die nicht gebraucht werden, haben am Arbeitsplatz nichts verloren! Ziehen Sie darum alle überflüssigen Messer in Ihrem Betrieb ein.

2. Sicherheit organisieren

Stumpfe Messer sind gefährlicher als scharfe, weil beim Schneiden ein höherer Kraftaufwand erforderlich ist und sie dadurch schnell unkontrolliert abgleiten können. Stellen Sie darum durch eine Betriebsanweisung und Unterweisung der Kollegen sicher, dass alle Messer rechtzeitig nachgeschärft werden. Der schlichte Wetzstahl sollte dabei längst ausgedient haben. Heute können Sie mit Hilfe spezieller Abziehsysteme für Messer Schnittverletzungen verhindern. Als weitere organisatorische Maßnahmen kommen etwa in Betracht:

  • Stellen Sie sicher, dass geeignete Ablagen (z. B. Messerblöcke oder Magnetleisten) vorhanden sind, damit niemand versehentlich in ein herumliegendes Messer greift.
  • Sorgen Sie überall, wo mit Messern umgegangen wird, für ausreichend Platz und ausreichende Beleuchtung.
  • Und schließlich: Ablenkung und nachlassende Konzentration sind eine der Haupt-Unfallursachen. Rechtzeitig Ruhepausen einlegen!
Tipp: Wenn Sie – z. B. in einem Schlachthof – sehr viele Messer verwenden, sollten Sie über eine zentrale Schleifstation nachdenken, in der speziell geschulte Mitarbeiter den Messern einen optimalen, Material sparenden Schliff geben, verschlissene Messer aussortieren und ggf. neue Messer ausgeben. Auch die Zuordnung unterschiedlicher Grifffarben zu bestimmten Tätigkeiten trägt zum sicheren Umgang mit Messern bei.

3. Personenbezogene Maßnahmen

Auch personenbezogene Schutzmaßnahmen tragen zur Vermeidung von Messerunfällen bei. Dazu gehören regelmäßige Sicherheitsunterweisungen zum richtigen Gebrauch der Messer (z. B. der „Krallengriff“ gegen Verletzungen der Fingerkuppen), aber ggf. auch persönliche Schutzausrüstungen wie Schnittschutzhandschuhe.

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