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Die Durchführung von sicherheitstechnischen Unterweisungen wird in vielen Gesetzen, Verordnungen und Berufsgenossenschaftlichen Regelwerken gefordert...

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So unterweisen Sie zu Gefahren durch elektrische Geräte

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Von Martin Weyde,

Frage: Woran muss ich bei meiner Unterweisung zu Gefährdungen durch Elektrizität denken?

 

Antwort: Gemäß § 4 der BGV A 1 „Unterweisung der Versicherten“ müssen Sie alle Mitarbeiter zu den Gefahren durch elektrische Geräte unterweisen und zwar erstmalig vor Aufnahme ihrer Tätigkeit und danach in jährlichem Abstand.

Mit Gefahren durch Elektrizität befassen sich etliche Normen und Vorschriften. Dennoch kommt es bei der Arbeit an elektrischen Anlagen immer wieder zu Unfällen. Deshalb sind für Sie als SiFa Unterweisungen zum „Schutz vor Elektrounfällen“ ein wichtiges Thema. Denn für einen großen Teil der Unfälle sind organisatorische Mängel verantwortlich - also leichtsinniger Umgang mit elektrischen Risiken.
Durch elektrischen Strom drohen 4 Arten von Unfällen:

  • Der Strom fließt durch den Körper hindurch.
  • Es kommt zu Verbrennungen durch Lichtbögen.
  • Es entstehen Brände durch Kurzschlüsse oder starke Erwärmung der Leitungen.
  • Eine explosionsfähige Umgebung entzündet sich.

Eine fünfte Art bilden Folgeunfälle durch eigentlich nicht gefährliche leichte Stromschläge, die jedoch dazu führen, dass der betreffende Kollege erschrickt und von der Leiter stürzt oder sich anderweitig verletzt.
Die Betriebssicherheitsverordnung schreibt vor, dass Sie sicherstellen müssen, dass Ihre Kollegen nur sichere Betriebsmittel einsetzen. Achten Sie deshalb darauf, dass Ihre elektrischen Geräte das CE-Zeichen und das GS- oder VDE-Prüfzeichen tragen.

 

Die wichtigste Schutzmaßnahme für Ihre Kollegen ist, dass Elektroarbeiten nur von qualifiziertem Personal durchgeführt werden. Nach § 3 der BGV A 3 hat „der Unternehmer dafür zu sorgen, dass elektrische Anlagen und Betriebsmittel nur von einer Elektrofachkraft“ oder unter deren Anleitung „errichtet, geändert oder instandgehalten werden“.
Was Sie in der Unterweisung im Einzelnen berücksichtigen müssen, richtet sich danach, welche Gefährdungen in Ihrem Betrieb vorkommen. Denken Sie aber in jedem Fall daran, dass Sie Ihren Kollegen die vorgeschriebenen „Betriebsanweisungen für die bei der Arbeit benutzten Arbeitsmittel“ zur Verfügung stellen (§ 9 BetrSichV).
Wofür Sie Betriebsanweisungen benötigen, ergibt sich unter anderem aus Ihrer Gefährdungsbeurteilung. Die Betriebsanweisungen müssen über die Einsatzbedingungen, absehbare Störungen und die Schutzmaßnahmen informieren, an die Ihre Kollegen denken müssen. Die Betriebsanweisungen können Ihre Sicherheitsunterweisung zwar nicht ersetzen, aber sie sind eine praktische Grundlage dafür.
Auch bei Gefahren durch elektrische Geräte und Anlagen ist es wichtig, dass Ihre Kollegen Persönliche Schutzausrüstung einsetzen. Zu Lichtbogenunfällen kommt es besonders häufig, weil Anlagen nicht einfach abgestellt werden können.
Die Schutzkleidung darf keine offen liegenden Metallteile besitzen. Ihre Kollegen müssen darauf achtgeben, dass sie die Kleidung ordentlich verschließen, darunter keine brennbaren Textilien tragen und kein Werkzeug in den Taschen deponieren. Außerdem muss die Kleidung nach den Angaben des Herstellers gereinigt werden.
Kleidung zum Schutz gegen Lichtbögen ist in der DIN EN 61482-1-2 „Schutzkleidung gegen die thermischen Gefahren eines elektrischen Lichtbogens“ und der DIN EN ISO 11611 „Schutzkleidung für Schweißen und verwandte Verfahren“ genormt.

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