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Die Durchführung von sicherheitstechnischen Unterweisungen wird in vielen Gesetzen, Verordnungen und Berufsgenossenschaftlichen Regelwerken gefordert...

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Unterweisung für Transport: Einzel-, Gruppen- oder Klassenunfallmerkblatt?

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Von Wolfram von Gagern,

Bei der Beförderung von Gefahrgut haben Sie dem Fahrer Schriftliche Weisungen (Unfallmerkblätter) mitzugeben.

Dieses Begleitpapier enthält wichtige Informationen darüber, wie sich der Fahrzeugführer bei einem Unfall oder einem Zwischenfall während der Beförderung zu verhalten hat. Sie können zwischen 3 Weisungsarten wählen.

Unterweisung: Schriftliche Weisungen

Schriftliche Weisungen enthalten Angaben über das beförderte Gut. Sie informieren über die Art der Gefahr, die von dem Gut ausgeht, sowie über die zu treffenden Maßnahmen bei Leckagen, im Brandfall und bei Erster Hilfe sowie die zu verwendende Schutzausrüstung. Sie haben dieses Begleitpapier in allen Sprachen der Herkunfts-, Transit- und Bestimmungsländer der Sendung sowie in der Sprache, die der Fahrer versteht, mitzugeben. So kommt bei einer Fahrt mitunter ein ganzer Stapel Unfallmerkblätter zusammen.

Unterweisung: Drei Arten schriftlicher Weisungen

Sie können den Papierberg reduzieren, indem Sie Gruppen oder Klassenunfallmerkblätter verwenden. Diese 3 Arten Schriftlicher Weisungen sind möglich:

1. Einzelunfallmerkblatt (Schriftliche Weisungen für einen Stoff)

Diese stoffbezogene schriftliche Weisung enthält die auf den einzelnen Stoff (z.B. UN 1350 Schwefel) bezogenen Angaben. Geben Sie diese spezielle Weisung für einen bestimmten Stoff mit, wenn nur ein Gut oder Gefahrgüter mit unterschiedlichen Gefahrenmerkmalen befördert werden. Der Beförderer muss dafür sorgen, dass sich die angegebene Ausrüstung an Bord des Fahrzeugs befindet.

2. Gruppenunfallmerkblatt (Schriftliche Weisungen für eine Stoffgruppe)

Das ADR fordert, dass die schriftlichen Weisungen Angaben über jedes gefährliche Gut oder jede Gruppe gefährlicher Güter mit denselben Gefahren enthalten müssen. Hieraus ergibt sich für Sie die Möglichkeit, für Gruppen gefährlicher Güter einer Klasse schriftliche Weisungen zu erstellen.

Wichtig für Sie: Sie können Güter in einer Gruppe zusammenfassen, die sich nach ihren gefährlichen Eigenschaften, dem chemischen Aufbau oder im Verhalten ähneln.

Beispiele:

  1. Güter der Klasse 3 und einem Flammpunkt von 23 °C bis 60 °C können als Gruppe zusammengefasst werden.
  2. Bei der Beförderung von UN1008 Bortrifluorid, UN1017 Chlor und 1079 Schwefeldioxid handelt es sich um eine Sendung von Gasen mit gleichen Gefahreneingenschaften. Hier können Sie ein Gruppenmerkblatt mit dem Eintrag: „Klasse 2, verflüssigtes Gas, giftig, ätzend“ verwenden.
Tipp: Verwenden Sie diese schriftlichen Weisungen möglichst nur bei Zusammenladung von Versandstücken unterschiedlicher Gruppen (z. B. Bei Sammelladungen).

Unterweisung: Das Klassenunfallmerkblatt für Güter einer Gefahrklasse

3. Klassenunfallmerkblatt (Schriftliche Weisungen für eine Klasse)

Wenn Sie dem Fahrzeugführer ein „Klassenunfallmerkblatt“ mitgeben möchten, haben Sie vor der Beförderung sicherzustellen, dass im Fahrzeug ausschließlich Güter einer Gefahrklasse wie z. B. Klasse 3 „Entzündbare flüssige Stoffe“ transportiert werden. Ausschließlich bei Sammelladungen verpackter Güter, zu denen gefährliche Güter aus unterschiedlichen Gruppen von Gütern mit denselben Gefahren gehören, dürfen Sie eine Weisung für eine Klasse mitgeben. In diesem Fall haben Sie die Angaben auf die größtmögliche Gefahr innerhalb der Klasse zu beziehen.

Darauf müssen Sie besonders achten: Sie dürfen in einem Klassenunfallmerkblatt keines der Güter benennen und auch keine UN-Nummer angeben.

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