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Die Durchführung von sicherheitstechnischen Unterweisungen wird in vielen Gesetzen, Verordnungen und Berufsgenossenschaftlichen Regelwerken gefordert...

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Unterweisung: Unterzuckerung kann Führerschein kosten

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Arbeitssicherheit Unterweisung Unterzuckerung

Von Wolfram von Gagern,

In Rheinland-Pfalz kostete seine Diabetes einen Mann den Führerschein. Er hatte wegen seines abfallenden Zuckerspiegels im Blut auf der Autobahn die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren, streifte im Baustellenbereich eine Betonwand, geriet ins Schleudern und blieb schließlich quer zur Fahrbahn liegen.

Da der Unglücksfahrer bereits mehrere Unfälle aufgrund von Unterzuckerung verursacht hatte, entzog ihm die Behörde den Führerschein. Seine dagegen gerichtete Klage wurde vom Mainzer Verwaltungsgericht abgewiesen, denn dem Betroffenen fehle derzeit die Eignung zur Führung eines Kraftfahrzeugs (Beschluss vom 27.10.2009, Az. 3 L 1058/09.MZ).

Blutzuckerwerte vor Fahrtantritt überprüfen

Nach dem Urteil sollten Diabetiker grundsätzlich ihre Blutzuckerwerte überprüfen, bevor sie sich ans Steuer setzen. Wenn während der Fahrt krankheitsbedingt Probleme auftreten, die sich hätten verhindern lassen, müssen die Betroffenen künftig mit ähnlichen Strafen rechnen. Nun kommt auf den Fahrer eine sog. Diabetikerschulung zu. Darin wird er den Umgang mit der Erkrankung neu erlernen müssen. Frühestens dann kann ihm das Autofahren wieder gestattet werden.

Nicht nur Diabetes beeinträchtigt die Fahrtüchtigkeit

Nicht nur wer unter Diabetes leidet, kann in seiner Fahrtauglichkeit stark eingeschränkt sein, wenn die Krankheit nicht richtig behandelt wird. Auch andere Störungen wie z. B. Bluthochdruck oder bestimmte Nervenleiden können dem sicheren Führen von Kraftfahrzeugen entgegenstehen. Gerade Berufskraftfahrer sind darum oft versucht, dem Arbeitgeber eine solche Erkrankung zu verschweigen, fürchten sie doch um Führerschein und Job. Als Sicherheitsfachkraft sollten Sie Kollegen mit Fahrtätigkeiten, die Ihnen auffällige anhaltende Befindlichkeitsstörungen wie z. B. ungewöhnliche Müdigkeit oder Abgespanntheit mitteilen, dringend raten, den Betriebsarzt aufzusuchen. Denn hinter den Störungen kann sich eine ernsthafte Krankheit verbergen.

Arztbesuche für Diabetiker unumgänglich

Zwar ist es in der Tat möglich, dass z. B. schlecht „eingestellte“ Diabetiker ihren Lkw-Führerschein nicht verlängert bekommen. Dennoch wäre es völlig falsch, aus Angst vor dem Verlust der Fahrerlaubnis nicht zum Arzt zu gehen. Der untersucht, berät und behandelt – und falls unumgänglich, gehört dazu auch der Hinweis, dass wegen der Erkrankung eine Teilnahme am Straßenverkehr zurzeit nicht möglich ist. Das ist jedoch oft nur für die Dauer der Therapieeinstellung nötig und dient dem eigenen Schutz und dem anderer Verkehrsteilnehmer.

Und schließlich: Wer mit einer notwendigen Behandlung wartet, vertut wertvolle Zeit, in der sich die Krankheit gefährlich verschlimmern kann. Und spätestens bei der nächsten Führerscheinverlängerung für Lkw-, Bus- oder Taxifahrer ist ohnehin eine Gesundheitsuntersuchung fällig. Dann kann es aber für die Führerscheinverlängerung endgültig zu spät sein!

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