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Was bei Unfällen mit abgetrennten Körperteilen zu tun ist

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Arbeitssicherheit Amputationsverletzungen

Von Wolfram von Gagern,

Keiner von uns möchte es erleben – und dennoch kommt es natürlich vor: Bei einem Betriebsunfall wird ein Körperteil – etwa Finger, Hand oder Arm – durch ein Maschinenteil, ein Werkzeug o. ä. vom Körper abgetrennt.

Rund 200 solcher komplett oder teilweise abgetrennten Körperteile werden im Replantationszentrum der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Tübingen (BG Klinik) pro Jahr wieder „angenäht“. Damit eine solche Replantation überhaupt möglich ist, muss die Erstversorgung der Verletzten perfekt laufen. Die Spezialisten der Klinik haben Ihnen hier einige wichtige Ratschläge für das richtige Verhalten im Notfall zusammengestellt.

Zeit ist ein wichtiger Faktor bei Amputationsverletzungen

Der Faktor Zeit spielt bei der Behandlung von Amputationsverletzungen eine äußerst wichtige Rolle. Je schneller der Patient in eine Klinik kommt, umso größer sind die Erfolgschancen der chirurgischen Behandlung. Bei korrekt gekühlten Amputaten mit wenig Muskulatur sollte der Zeitraum zwischen Verletzung und Operation maximal 24 Stunden betragen. Bei amputierten Körperteilen mit hohem Muskulaturanteil, etwa Arm oder Unterschenkel, verkürzt sich die Zeitspanne auf maximal 8 Stunden.

Richtige Hilfe am Unfallort bei Amputationsverletzungen

Was sollen die Ersthelfer am Unfallort tun? Nach der Alarmierung des Rettungsdienstes und der stabilisierenden Lagerung des Verletzten müssen die Blutung am Amputationsstumpf mit einem Druckverband gestoppt und die Wundfläche abgedeckt werden, wenn möglich steril. Abgetrennte Körperteile dürfen niemals direkt auf Eis gelagert werden, da sie dann gefrieren und nicht mehr replantiert werden können. Sie dürfen auch nicht ungeschützt in Eiswasser transportiert werden, weil das Gewebe aufquillt und unbrauchbar wird.

Das richtige Vorgehen für Kühlung & Transport

Abgetrennte Gliedmaßen in ein trockenes, steriles Tuch einschlagen und in einen Plastikbeutel verpacken, der dicht verschlossen in Eiswasser bei + 4 °C gelagert wird. Ob eine Replantation tatsächlich sinnvoll und machbar ist, kann nur der Plastische Chirurg in der Klinik entscheiden. Am erfolgreichsten könnten glatte Abtrennungen mit geringen Weichteilverletzungen behandelt werden. Ein wichtiges Kriterium bei der Versorgung ist auch der Gesamtzustand des Patienten. Begleiterkrankungen und Rauchen z. B. verschlechtern die Prognose.

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