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Mit Diabetes am Steuer? Das sagen Arbeitsmediziner und der ADAC

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Blutzucker-Test
Urheber: Lsantilli | Fotolia

Von Friedhelm Kring,

Bei Kraftfahrern mit Diabetes ist das Unfallrisiko grundsätzlich nicht höher als in der Allgemeinbevölkerung. Zu diesem Schluss kommt der ADAC. Dies gilt aber nur unter bestimmten Voraussetzungen, die wir im Folgenden aufklären.

Rund 6 Millionen Menschen in Deutschland sind Diabetiker. Viele davon stehen aktiv im Berufsleben. Jährlich wird bei einer Viertelmillion Diabetes neu diagnostiziert. Dazu kommt eine Dunkelziffer, bei der die Erkrankung (noch) nicht bemerkt wurde.

Als Arbeitsschützer und Betroffener müssen Sie wissen: Bei Diabetes kann es zu akuten Sehstörungen und zur Unterzuckerung kommen. Beides kann bei der Bedienung von Maschinen oder Fahrzeugen zu Unfällen führen. Besonders gefährlich wird es, wenn durch die Unterzuckerung ein Kontrollverlust bis zur Bewusstlosigkeit droht.

Sicherheitsunterweisung für insulinpflichtige Diabetiker als Berufskraftfahrer

Wenn Sie insulinpflichtige Diabetiker als Berufskraftfahrer einsetzen, sollten Sie Folgendes beachten und – am besten in Zusammenarbeit mit Ihrem Betriebsarzt – den Betroffenen in Ihrer Sicherheitsunterweisung vermitteln:

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  • Ungewohnte körperliche Aktivitäten und Anstrengungen vor einer Fahrt vermeiden. Ist dies nicht ganz vermeidbar, z. B. weil ein Fahrzeug beladen werden muss, nicht sofort losfahren, sondern zuerst den Blutzucker überprüfen und etwas essen (Brot, Apfel).
  • Alle potenziellen Ursachen für eine Unterzuckerung vermeiden: keine Mahlzeiten auslassen; das versehentliche Spritzen von zu vielen Insulineinheiten; zusätzlicher Alkoholkonsum
  • Spätestens alle 2 Stunden eine Pause machen und leicht verdauliche Kohlenhydrate zu sich nehmen.
  • Lange Nachtfahrten vermeiden sowie überlange Autofahrten, die den Ess- und Lebensrhythmus durcheinanderbringen würden.
  • Auf die individuellen Anzeichen einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) achten. Das kann Heißhunger sein, Schwitzen, Kopfschmerzen, Zittern, Schwindel oder anderes.
  • Stets Traubenzucker und andere schnell wirkende Kohlenhydrate (Fruchtsaft, Gummibärchen, Kekse, Zwieback mit Honig, zuckerhaltige Limo) im Fahrzeug in greifbarer Nähe (Seitenfach der Fahrertür) mit sich führen. Auch die Mitfahrer darüber informieren.
  • Beim geringsten Anzeichen von Unterzuckerung während der Fahrt möglichst schnell rechts heranfahren und Traubenzucker zu sich nehmen. Sicherheitshalber eine Viertelstunde warten. Die Fahrt erst fortsetzen, wenn der Blutzuckerspiegel gemessen wurde und man sich wieder fit fühlt.
  • Den Diabetikerausweis stets mit sich führen. Damit sind die Rettungskräfte im Notfall informiert und die Polizei muss bei einer Verhaltensauffälligkeit nicht gleich von Alkohol- oder Drogenkonsum ausgehen. 

Fazit: Bei richtiger medikamentöser Einstellung besteht kein erhöhtes Unfallrisiko für Diabetiker. Voraussetzungen dafür sind jedoch

  1. eine gute Schulung der Betroffenen,
  2. eine regelmäßige ärztliche Begleitung und 3. eine ausgeglichene Stoffwechsellage durch ein eigenverantwortliches Verhalten der Betroffenen.

Achtung: Wer bei der Antragstellung auf Erteilung der Fahrerlaubnis die Frage nach gesundheitlichen Einschränkungen verneint, obwohl er von seiner Diabeteserkrankung weiß, muss im Fall eines Unfalls mit unangenehmen Konsequenzen rechnen.

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