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Für die Sicherheitsfachkraft sind Betriebsanweisungen ein wertvolles Hilfsmittel, um die Mitarbeiter zu unterweisen und vor Gefährdungen am...

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Betriebssicherheit praktisch umsetzen – PSA und Betriebsstätten-Sicherung

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@ 526663 (CC0-Lizenz) / pixabay.com

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Einen Betrieb zu führen, ist für eine Einzelperson relativ leicht möglich. Solange sich der Betrieb nicht mit Außeneinsätzen beschäftigt, gelten nur wenige Vorschriften. Anders verhält es sich, sobald Mitarbeiter ins Spiel kommen und ein Großteil der Aufträge außerhalb durchgeführt wird. Nun muss die Betriebssicherheit sichergestellt sein, gerade, wenn es sich um Bauunternehmen oder Betrieben handelt, die mit Großlagern, Maschinen und weiteren Gefahrenquellen arbeiten. Was es zur Sicherheit zu sagen gibt und wie sie praktisch umgesetzt werden kann, erklärt dieser Artikel.

Persönliche Schutzausrüstung für Mitarbeiter

Befasst sich ein Betrieb mit Gefahrenstoffen oder handelt es sich um einen Baubetrieb, müssen die Mitarbeiter gesondert geschützt werden. Die Regelungen stehen im Arbeitnehmerschutzgesetz und müssen verpflichtend umgesetzt werden, gleichfalls wird die Einhaltung regelmäßig überprüft. Doch was zählt eigentlich zur Schutzausrüstung? Einige Beispiele, bezogen auf Betriebsarten:

  • Baugewerbe - jeder Mitarbeiter muss über Sicherheitsschuhe, die das Ausrutschen auf feuchten Flächen verhindern und vor Stromschlägen schützen, ausgestattet werden. Gleichfalls ist ein Schutzhelm auf jeder Baustelle Pflicht – zu leicht fallen Bauschutt oder Baumittel herunter. Die Baustellen müssen so gestaltet sein, dass ein sicherer Zu- und Abgang gewährleistet ist. Gerüste müssen die Mitarbeiter vor dem Sturz schützen und bei bestimmten Arbeiten sind Schutznetze unumgänglich. Einfache Planken über Löchern im Boden sind schlichtweg verboten. Zudem müssen Bauarbeiter Handschuhe und eine robuste Arbeitskleidung besitzen, die ebenfalls in die Kategorie Persönliche Schutzausrüstung PSA gehört.
  • Umgang mit Gefahrenstoffen: Nicht nur in Laboren wird mit Gefahrenstoffen hantiert. Selbst in vielen Produktionsstätten werden Stoffe an die Luft abgegeben, die die Gesundheit schädigen. Ein Atem- und Augenschutz, Sicherheitshandschuhe, Schutzkittel und, wenn betrieblich notwendig, eigene Arbeitsschuhe sind wichtig. Zusätzlich muss der Produktionsleiter auf weitere Punkte der Arbeitssicherheit achten. Lange Tücher und Schals, offene, lange Haare oder weite Ärmel sind gerade im Umgang mit Maschinen verboten.
  • Umgang mit heißen Stoffen: Nicht nur Feuerwehrmänner müssen so geschützt sein, dass Feuer und heiße Luft möglichst wenig Schaden anrichtet. Auch Arbeiter in metallverarbeitenden Betrieben müssen vor Hitze geschützt werden. Je nach Betrieb und Art der Arbeit gelten gesonderte Vorschriften, was die Hitzebeständigkeit und Feuerfestigkeit der Kleidung betrifft.
  • Straßenbau/Forst/Pannendienste: Mitarbeiter, die sich zu jeder Jahreszeit draußen aufhalten, müssen vom Betrieb nicht nur warme und vor Nässe schützende Kleidung erhalten. Wichtig sind darüber hinaus auch reflektierende und im Dunkeln gut sichtbare Kleidungsstücke. Die Jacke muss reflektierende Streifen aufweisen, um von Autofahrern gesehen zu werden. Hier können auch Schutzwesten über der eigentlichen Kleidung getragen werden. Handelt es sich um einen Betrieb, dessen Mitarbeiter oft in gebückter Haltung arbeiten müssen, sind reflektierende und somit gut sichtbare Hosen wichtig.

Die genauen Vorschriften zu den einzelnen Betriebsarten werden von der Genossenschaft, der Handelskammer und natürlich dem Gesetzgeber erklärt und geprüft. Handelt ein Betrieb widerrechtlich, kann er nach einer Ermahnung und Fristsetzung geschlossen werden. Auf die Arbeitssicherheit und Betriebssicherheit zu verzichten, ist daher nicht nur rücksichtslos und leichtsinnig, sondern kann zum Verlust der Konzession führen.

Sichere Betriebsstätte einrichten

Obwohl die Betriebssicherheit zu Beginn als Einschränkung gesehen werden könnte, hat sie einen wichtigen Zweck. Kunden, Besucher und natürlich die eigenen Mitarbeiter sind keinen oder weniger Gefahren ausgesetzt und erhalten einen Schutz, der der eigenen Gesundheit dient. Dabei lässt sich die Betriebssicherheit in verschiedene Bereiche unterteilen:

  • Gebäude: Natürlich sollte das Gebäude, in dem sich der Betrieb befindet, in einem guten Zustand befinden. Doch selbst, wenn dieser Punkt stimmt, gibt es Sicherheitsbestimmungen. So sollten die Zugangswege und Treppen so gestaltet sein, dass das Ausrutschen verhindert wird und Stolperfallen beseitigt werden. Die Fenster müssen, sofern es sich um obere Stockwerke handelt, nach Möglichkeit ein Herausstürzen verhindern. Auch muss auf gute Lichtverhältnisse geachtet werden – dunkle Räumlichkeiten und schlecht beleuchtete Flure fördern die Unfallgefahr nahezu.
  • Arbeitsplätze: Von jedem Büro aus, von jedem Arbeitsplatz und von den sanitären Anlagen muss ein einfacher Zugang zu Fluchtwegen gewährleistet sein. Auch ist es enorm wichtig, nicht nur Feuerlöscher aufzuhängen, sondern sie regelmäßig warten zu lassen. Büroräume müssen so gestaltet sein, dass Tageslicht verfügbar ist, die Durchlüftung gewährleistet wird und die Tische weit genug auseinanderstehen, damit die Flucht im Notfall möglich ist.
  • Produktionsräume: Produktionshallen müssen, gerade, wenn mit schweren Maschinen gearbeitet wird, ausreichend breite Gänge besitzen und Hinweisschilder auf besondere Gefahren aufweisen. Die Maschinen selbst sollten immer über eine Sicherheitsabschaltung oder bereits einen integrierten Schutz verfügen.
  • Mitarbeiterschutz: Sobald etwas hinabstürzen könnte, müssen Mitarbeiter mit Helmen geschützt werden. Das gilt natürlich besonders auf Baustellen.
  • Personenschutz: Besucher des Betriebsgeländes, beispielsweise Kunden, die die Produktion begutachten möchten, sollten gesondert geschützt werden. Mit Schutzkleidung, Kopfschutz und, wenn Dämpfe oder Staubpartikel aufsteigen, auch einem Mundschutz. Handelt es sich um eine Baustellenbesichtigung, ist der Schutz noch wichtiger. Hier müssen allerdings auch fremde Personen abgesichert werden - Netze, die das Hinabfallen von Baustoffen verhindern, Gerüste mit sicherer Beschilderung und der Zugangsschutz der Baustelle sind unumgänglich.

Welche Vorschriften auf den einzelnen Betrieb zutreffen, steht in den Gesetzen und kann natürlich bei der zuständigen Betriebsgenossenschaft in Erfahrung gebracht werden. Die Genossenschaften helfen übrigens auch bei der Planung von Arbeitsbereichen. Die Anforderungen beschäftigen sich unter anderem mit Tageslicht in Büroräumen, sicheren Fluchtwegen und dem Brandschutz.

Was ist sonst zu beachten?

Nicht unbedingt zur Betriebssicherheit, sondern zu einer entspannten Arbeitsatmosphäre zählen Pausenräume und sanitäre Einrichtungen. Die Pausenräume sollten in sich geschlossen sein, zudem müssen sie Sitzgelegenheiten aufweisen – das schreibt das Gesetz vor. Sanitäre Anlagen müssen für beide Geschlechter vorhanden sein, dasselbe gilt für Garderobenräume, in denen sich die Mitarbeiter umziehen.

Fazit - die Sicherheit im Betrieb ist oberstes Gebot

Die Betriebssicherheit sieht nur auf den ersten Blick einschränkend aus. Wer sie jedoch einmal umsetzt, schützt nicht nur seine Mitarbeiter und Kunden, sondern den eigenen Betrieb. Gleichfalls werden Arbeitsausfälle durch Unfälle während der Arbeit verhindert oder stark minimiert. Natürlich kann immer etwas geschehen – aber es lässt ein wesentlich besseres Gefühl zurück, wenn ein Unternehmen vieles dafür getan hat, um Unfälle zu vermeiden.

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