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Brandschutzmaßnahmen können nur dann wirksam und effektiv sein, wenn vorher auch das mögliche Risiko dazu ermittelt worden ist.

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Darum gehört der Brandschutz zum Arbeitsschutz

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Brandschutz
Urheber: burnstuff2003 | Fotolia

Von Peter Strohbach,

Dass die Entstehung und Ausbreitung von Feuer ein großes Risiko für Unternehmen und Betrieb darstellen, ist unbestritten. Die Zahlen und Fakten belegen, dass trotz aller Vorschriften zum baulichen, technischen und organisatorischen Brandschutz nach wie vor Brandrisiken bestehen. Als Arbeitsschützer sind Sie stets auch Brandschützer. Das heißt, Sie müssen nicht nur Ihre Brandrisiken erfassen, sondern auch vorbeugende Maßnahmen ergreifen und Ihre Mitarbeiter unterweisen. Die Grundlagen dazu finden Sie im folgenden Beitrag.

Zahlen, Daten und Fakten zum Brandrisiko

  • Rund 600 Menschen sterben jährlich in Deutschland durch Brände, etwa 10­-mal so viele erleiden schwere Brandverletzungen.
  • Alle 5 Minuten brennt in Deutschland ein Unternehmen – weit mehr als hunderttausend Mal im Jahr.
  • Jeder dritte Brand in der Industrie führt zu Sachschäden von mehr als 500.000 .
  • Mehr als zwei Drittel der von einer Brandkatastrophe betroffenen Unternehmen melden trotz Entschädigung Konkurs an.

Manchmal hört man die Auffassung, für den betrieblichen Brandschutz gebe es ja die Brandschutzbeauftragten, der Brandschutz sei damit nicht Aufgabe der Fachkraft für Arbeitssicherheit (Sifa). Dies stimmt so nicht. Das Arbeitsschutzrecht kennt keine Pflicht, sich durch einen Brand­ schutzbeauftragten beraten zu lassen. Im Arbeitsschutzgesetz steht die Forderung nach Maßnahmen zur Brandbekämpfung jedoch gleichrangig neben anderen Forderungen an die Sicherheit im Unternehmen.

„Der Arbeitgeber hat entsprechend der Art der Arbeitsstätte und der Tätigkeiten sowie der Zahl der Beschäftigten die Maß­ nahmen zu treffen, die zur Ersten Hilfe, Brandbekämpfung und Evakuierung der Beschäftigten erforderlich sind.“ (§ 10 Abs. 1 ArbSchG).

Aus dieser Forderung des Arbeitsschutzgesetzes folgt: Wenn Ihr Unternehmen keinen Brandschutzbeauftragten bestellt hat, liegen in den meisten Fällen die Aufgaben des betrieblichen Brandschutzes bei Ihnen als Sifa. Auch gemäß der DGUV­Information 205­001 ist der Brandschutz explizit ein Teilgebiet der Arbeitssicherheit. Von Ihnen als Sifa wird hier gefordert, auszubilden, zu informieren und zu motivieren. Das umfasst typischerweise die folgenden Aufgaben:

  • Beraten unter dem Gesichtspunkt des vorbeugenden und abwehren­ den Brandschutzes
  • Regelmäßiges Begehen aller Arbeitsbereiche – auch der Büros und Lager – zur Ermittlung von Brandgefahren  
  • Mängel im vorbeugenden Brandschutz den verantwortlichen Vorgesetzten mitteilen und Maßnahmen zur Mängelbeseitigung vorschlagen

Ziel ist es, dass sich jeder Beschäftigte „den Anforderungen des Brandschutzes entsprechend verhält und in der Lage ist, zweckmäßige Hilfe zu leisten“ (Abschnitt 4 der DGUV­Information 205­001). Entsprechen­ des Verhalten bedeutet Kenntnis der Alarmierungsregeln, Flucht­ und Rettungswege, Notausgänge usw. Zweckmäßige Hilfe leisten bedeutet, dass Ihre Mitarbeiter wissen, wo sich Feuerlöscher, Wandhydranten, Alarmierungseinrichtungen und andere Feuerlöscheinrichtungen befinden. Auch muss jeder im Betrieb wissen, in welchen Fällen er die­ se Einrichtungen auf welche Weise zu benutzen hat, welche Löschmittel für welchen Brandtyp geeignet sind, etc.

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Als Sifa sind Sie daher auch in Sachen Brandschutz gefordert. Lassen Sie sich nicht auf Diskussionen ein à la „Bei uns hat es noch nie gebrannt“, denn das ist nur eine Frage der Statistik. Selbst Gerichte haben dies bereits festgestellt.

„Es entspricht der Lebenserfahrung, dass mit der Entstehung eines Brandes praktisch jederzeit gerechnet werden muss. Der Umstand, dass in vielen Gebäuden jahrzehntelang kein Brand ausbricht, beweist nicht, dass keine Gefahr besteht, sondern stellt für die Betroffenen einen Glücksfall dar, mit dessen Ende jederzeit gerechnet werden muss.“ (OVG Münster, Az. 10 A 363/86)

Und wenn Kollegen oder gar die Betriebsleitung die Ansicht vertreten, Ihre Unterweisungen zum Brandschutz oder das „ganze Theater um das Freihalten von Fluchtwegen“ seien überflüssig, so fragen Sie denjenigen vielleicht mal, ob er ab und an Lotto spielt. Dass jemand einen Brand erlebt, ist etwa um den Faktor 50.000 (!) wahrscheinlicher als ein Millionengewinn im Lotto!

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