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Arbeitsstättenverordnung: Gegen Elektrobrände vorbeugen

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Arbeitsstaettenverordnung Arbeitssicherheit

Von Wolfram von Gagern,

Alle 3 Minuten brennt es in Deutschland. Nicht nur die schmerzlichen Folgen für Leben und Gesundheit vieler Menschen, sondern auch die wirtschaftlichen Konsequenzen sind oft immens.

So führt etwa jeder dritte Brand in der Industrie nach Angaben der Versicherungswirtschaft zu Sachschäden von mehr als 500.000 € – für das betroffene Unternehmen nicht selten das Aus. In der Versicherungsstatistik steht die Ursache „Elektrizität“ bei der Brandentstehung an Platz 2.

Arbeitsstättenverordnung: Schwachstellen in Ihrem Betrieb

Die meisten Elektrobrände entstehen durch scheinbare Kleinigkeiten wie beschädigte Isolierungen oder Überlastungen an elektrischen Leitungen und Anschlüssen. Sie können Sie am besten vermeiden, indem Sie die folgenden 5 einfachen Regeln konsequent anwenden. Machen Sie deshalb alle Mitarbeiter in Ihrem Betrieb durch eine Unterweisung damit vertraut.

1. Lassen Sie schadhafte Isolierungen sofort melden. Knicken oder Quetschen der Kabel kann die Isolierung beschädigen. Auch Umgebungseinflüsse wie Gase oder Dämpfe können den Schutzmantel angreifen. Ein gequetschter elektrischer Leiter hat einen höheren Widerstand: Die Leitung kann sich an dieser Stelle gefährlich erhitzen. Brüche der Isolierung können Kriechströme und Kurzschlüsse bewirken.

Fazit: Alle Kollegen, die Leitungen versehentlich beschädigen oder defekte Leitungen entdecken, müssen dies sofort Ihnen als Sicherheitsfachkraft oder einer dafür benannten Elektrofachkraft melden. Diese muss die schadhaften Leitungen sofort außer Betrieb nehmen (stromlos machen oder notfalls Warnschilder anbringen!), bis der Schaden fachgerecht repariert ist.

Arbeitsstättenverordnung: Überlastungen vermeiden

2. Vermeiden Sie Überlastungen. Auch die Überlastung eines Leiters kann zu einer übermäßigen Erwärmung führen, z. B. Wenn zu viele Geräte mit zu hoher Nennleistung an derselben Steckdose angeschlossen wer den. Besonders riskant sind zusätzliche, nicht fest verlegte Mehrfachsteckdosen, an denen dann oft zu viele Verbraucher hängen. Vorsicht ist auch bei Stromfressern wie z. B. Elektroheizern geboten, die manchmal von den Kollegen privat mitgebracht werden! Darum: Veranlassen Sie, dass Mehrfachsteckdosen und auch alle privaten Geräte grundsätzlich vor Inbetriebnahme beim Vorgesetzten anzumelden sind. Dieser sollte unter Hinzuziehung einer Elektrofachkraft entscheiden, ob das Gerät am Arbeitsplatz erlaubt ist! TBei Lampen/Leuchten auf die angegebene Nennleistung achten. Bei maximal 60 Watt niemals eine 100- Watt-Birne einsetzen!

3. Sorgen Sie dafür, dass defekte Kontakte instand gesetzt werden. Sie führen zu erhöhten Widerständen und damit zu Wärmeentwicklung. Ursachen können u. a. Schadhafte Steckdosen, Stecker oder Schalter (Wackelkontakt) sein, aber auch Verschmutzungen. Bei einem Wackelkontakt in der Steckdose kann ein Lichtbogen mit sehr hoher Temperatur entstehen und eine Wand aus Pressspanplatten in Brand setzen. Das bedeutet: Jeder im Betrieb, dem augenscheinlich fehlerhafte Kontakte auffallen, sollte sofort Sie oder die zuständige Elektrofachkraft informieren. Die schadhaften Stecker oder Schalter müssen bis zur erfolgten Instandsetzung außer Betrieb genommen werden.

Arbeitsstättenverordnung: Keine Sicherungen überbrücken

4. Überbrücken Sie keine Sicherungen. Sicherungen haben die Funktion, bei einem Defekt den Stromkreis zu unterbrechen und so eine übermäßige Erhitzung des Leiters zu verhindern. Das geht nur dann, wenn sie funktionieren. Sie dürfen deshalb niemals „geflickt“ oder überbrückt werden. Wenn sich nach einem Brand herausstellt, dass eine manipulierte Sicherung die Ursache war, lehnt die Versicherung den Schadensersatz grundsätzlich ab! Außerdem droht dem Verantwortlichen eine Anzeige wegen fahrlässiger Brandstiftung.

Fazit: Auch hier gilt ähnlich wie oben: Wenn beim Einschalten eines Geräts die Sicherung herausspringt, die Sicherheitsfachkraft oder Elektrofachkraft informieren und das Gerät bis zur Schadensbehebung nicht mehr benutzen.

5. Lassen Sie die vorgeschriebenen Prüfungen für elektrische Betriebs mittel immer rechtzeitig durchführen.

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