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Elektrounfällen vorbeugen: Sicherheitsregeln festlegen und konsequent umsetzen!

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Urheber: Andrey Popov | Fotolia

Von Friedhelm Kring,

Arbeiten an elektrischen Anlagen und Einrichtungen dürfen nur von Profis, d. h. geschulten Elektrofachkräften, durchgeführt werden. Dies muss über eindeutige Zugangsberechtigungen klar geregelt sein. Jegliches eigenmächtige Herumbasteln und Improvisieren bedeuten Lebensgefahr.

Elektrogefahren werden immer wieder unterschätzt. Gerade weil uns zum Wahrnehmen der Gefahren durch elektrischen Strom die Sinne fehlen, müssen Betriebe jegliches Hantieren an Elektroanlagen konsequent regeln. Wird dies versäumt, drohen Elektrounfälle, die tragisch ausgehen können, wie die folgenden beiden Unfallbeispiele zeigen.

Tödlicher Stromschlag im Schaltschrank I

Die Schweizer Unfallversicherung Suva berichtet von einem tragischen Unfall, bei dem ein 33-jähriger Metallschlosser ums Leben kam. Der Familienvater war seit 5 Jahren im Betrieb als Maschinenführer tätig und galt als sehr zuverlässig. Am Unfalltag gibt es offenbar ein Problem mit der Schweißanlage, die sich nicht starten lässt. Der Betriebselektriker kann nicht auf die Schnelle kommen.

Der Mitarbeiter will nachschauen, ob eine ausgelöste Sicherung die Ursache des Problems ist. Er nimmt sich daher selbst den Schlüssel zum Schaltschrank, schaltet den Hauptschalter aus und öffnet den Schaltschrank. Unglücklicherweise fällt ihm der Schlüssel hinter eine Schutzabdeckung. Als er diese Abdeckung öffnet und sich in den Schaltschrank beugt, erhält er einen heftigen Stromschlag. Ein Kollege findet das Unfallopfer leblos vor dem Schaltschank und erleidet selbst einen Schock.

Bei der Unfalluntersuchung stellte sich heraus, dass durch das Betätigen des Hauptschalters keineswegs die gesamte Anlage spannungsfrei geschaltet worden war. Denn der Teil der Einspeisung stand weiterhin unter Spannung. Die Elektrofachkraft hätte dies wissen müssen, dem Mitarbeiter als elektrotechnischem Laien war es vermutlich nicht bewusst. Als dieser die Schutzabdeckung entfernte, um nach dem Schlüssel zu greifen, muss er in Kontakt mit unter 400 Volt stehenden Teilen gekommen sein.

Tödlicher Stromschlag im Schaltschrank II

Auch geschulte Fachkräfte sind gegen tödliche Stromschläge nicht gefeit, wenn im Betrieb die Vorgaben der DGUV-Vorschrift 3 nicht konsequent umgesetzt werden, wie ein Unfallbeispiel der Berufsgenossenschaft Holz und Metall zeigt. Als der Fräsmotor einer Holzbearbeitungsmaschine ausfällt, stellt die Elektrofachkraft des Betriebs fest, dass am Motor keine Spannung anliegt, und öffnet zur weiteren Fehlersuche den Schaltschrank. Beim Entfernen eines Berührungsschutzes kommt es zu einer tödlichen Körperdurchströmung.

Die Unfallanalyse ergab, dass der Schaltschrank auf den ersten Blick den Regeln der Technik entsprach. Allerdings fehlte eine Abdeckung aus Plexiglas. Dieser Berührungsschutz war vermutlich zuvor zerstört oder verloren gegangen. Stattdessen hatte man einen zufällig passenden Kabelkanaldeckel auf die Stromschienen geklemmt. Die eigentliche Unfallursache ist jedoch, dass beim Abnehmen dieses improvisierten Berührungsschutzes der Schaltschrank nicht freigeschaltet gewesen war.

Unfallverhütung nur durch konsequentes Befolgen der Sicherheitsregeln

Um solche Unfälle zu vermeiden, müssen Sie im Betrieb konsequent umsetzen, was u. a. die DGUV-Vorschrift 3 fordert:

  • Elektrotechnische Arbeiten dürfen nur durch Elektrofachkräfte ausgeführt werden.
  • Wenn weitere Mitarbeiter, z. B. elektrotechnisch unterwiesene Personen, beteiligt sind, dann nur unter Leitung und Aufsicht einer Elektrofachkraft (war in Beispiel I nicht der Fall).
  • Der Zugang zu Schaltschränken und vergleichbaren elektrischen Anlagen und Einrichtungen darf nur durch dazu berechtigte Personen erfolgen. Die Schlüssel sollten nicht – wie in Fall I – frei verfügbar sein.
  • Auch bei aller Routine und Erfahrung sind stets die „5 Sicherheitsregeln“ der Elektrotechnik zu beachten.
    1. Freischalten
    2. Gegen Wiedereinschalten sichern
    3. Spannungsfreiheit feststellen
    4. Erden und Kurzschließen
    5. Benachbarte, unter Spannung stehende Teile abdecken oder abschranken

Untersagen Sie strengstens jedes Abweichen von diesem Grundsatz. Auch wenn die Absichten noch so gut gemeint sind, rechtfertigt dies kein Missachten von Vorschriften. Dies muss auch jedem Vorgesetzten klar sein: Ein Mitarbeiter, der eigenmächtig an Elektroanlagen hantiert, muss strengstens ermahnt oder sogar abgemahnt werden, auch wenn er „nur“ einen Stillstand der Produktion vermeiden wollte.

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