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Der Umweltschutz bekommt in den heutigen Unternehmensstrukturen eine immer größere Bedeutung. Von der Einführung eines Umweltschutzmanagementsystems...

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Recycling im Unternehmen - Tipps und Vorgehensweise

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Von Wolfram von Gagern,

William McDonough ist ein Architekt aus den Vereinigten Staaten, der in den 1990er Jahren gemeinsam mit dem Chemiker Michael Braungart das Prinzip des Cradle to Cradle durchdachte.

1. Recyclingkonzepte und Definitionen

a. Cradle to Cradle – die Kreislaufwirtschaft nach William McDonough

Dieses System sieht, so die Gedankengänge des Architekten, eine Kreislaufwirtschaft vor, in der alle Rohstoffe, welche in einem Produkt enthalten sind, wieder komplett durch ein geschlossenes Kreislaufsystem verwertet werden. Ziel ist es, alle Produkte so aufzubereiten, dass keine Reststoffe mehr übrigbleiben. Daher stammt auch der Name des Gedankengangs (Cradle to Cradle – Von der Wiege zur Wiege). Das Konzept ist mittlerweile weit verbreitet, sodass im Jahre 2014 erstmals ein erfolgreicher Kongress dazu abgehalten wurde. Folgender Artikel geht näher auf die Ergebnisse des Treffens ein. Unter der Schirmherrschaft der Bundesumweltministerin Hendricks wurden die Ideen zu einer Verbesserung des ökologischen Fußabdrucks öffentlich vorgetragen. Das Konzept sieht also Innovationen in der Kreislaufwirtschaft vor, in welcher alle Dinge entweder wiederverwendet, als Nährstoff für Wachstum angesehen oder sortenrein getrennt werden.

b. Der herkömmliche Recyclingkreislauf

Dies ist der Weg, den ein ausrangiertes Produkt durchläuft, bis es über die Verwertung hinaus wieder eine neue Funktion innehat. Dabei gibt es drei unterschiedliche Kreisläufe. Zum einen den Produktionskreislauf, in welchem die Produkte direkt oder indirekt wieder in die Produktion zurückgeführt werden. Kreislauf zwei sieht vor, dass Erzeugnisse aufgearbeitet und modernisiert werden und schließlich der dritte Kreislauf, in welchem die Reststoffe nach einer Aufbereitung als Sekundärrohstoffe wieder in einen Produktionsprozess aufgenommen werden.

c. Die Situation in Deutschland

Allein hierzulande werden pro Kopf rund 20 Tonnen Rohstoffe jährlich verbraucht. Diese Zahl ist immens, vor allem im Vergleich zu dem Verbrauch vor 30 Jahren. Damals waren zwar die Umweltbestimmungen und das Recycling noch nicht so verbreitet wie heutzutage, der Verbrauch belief sich jedoch lediglich auf die Hälfte pro Kopf.

i. Gesetzliche Grundlage: Der Artikel 20a

In diesem Abschnitt des Grundgesetzes ist verankert, dass heute bereits die Weichen für eine nachhaltige Zukunft gelegt werden müssen. Im Wortlaut heißt es auf dejure.org:„Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung.“

Umweltschutz und damit auch Recycling sind also im Grundgesetz verankert und somit bindend für alle. Ferner ist auch in der Europäischen Union in Form des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes vorgeschrieben, dass ein Recyclingsystem für Elektroschrott vorhanden sein muss, welches in der Lage ist, eine Menge von vier Kilogramm pro Person pro Jahr zu verwerten. Dies beinhaltet jedoch nicht nur den Elektromüll, sondern auch Energiesparlampen oder LEDs. Durch Recyclingquoten ist es nachvollziehbar, wie nachhaltig und erfolgreich die Anforderungen durch die ausführenden Staaten und Länder umgesetzt wurden.

ii. Die Verpackungsordnung

Berichten des Deutschlandfunks zufolge hat die neue, seit 2014 geltende, Verpackungsordnung diverse Grauzonen aufgezeigt und Schlupflöcher geschaffen, die von den Unternehmen und den Müllentsorgern genutzt wurden. Dabei ist Deutschland schon jetzt führend im Hinblick auf Mülltrennung. Rund 40 Prozent des Abfalls wird von privater Seite sortiert. Die neue Ordnung sieht schlicht vor, dass jedes Unternehmen, das Verpackungen in Umlauf bringt, dafür zu sorgen hat, dass diese wieder anständig entsorgt werden. Entsprechend zahlen diese Unternehmen einen gewissen Betrag, der die Entsorgerfirmen schließlich finanziert. Die Schlupflöcher lagen in dem Betrag, der zu zahlen war, denn dieser konnte seitens der Hersteller gedrückt werden. Durch Grauzonen entstand demnach ein finanzieller Schaden von 50 Millionen Euro, so Agnes Bühnemann vom Sachverständigenbüro Cyclos, welches für die Umsetzung der Anordnung verantwortlich ist.

iii. Die deutsche Recyclingquote

Deutschland führt im europäischen Vergleich. 34 Prozent aller Abfälle in Europa werden auf Deponien endgelagert. In Deutschland liegt dieser Wert bei null Prozent. Demensprechend wird der gesamte kommunale Abfall in der Bundesrepublik in irgendeiner Form, also Verbrennung, Recycling oder Kompost behandelt.

Während die deutsche Recyclingquote im europäischen Vergleich also führend ist, liegt der Anteil des deponierten Mülls in Rumänien beispielsweise bei 99 Prozent. Diese Zahlen gehen auf einen Pressebericht der Europäischen Kommission zurück.

2. Die Vorgehensweise für Unternehmen

a. Das richtige Recycling von Kunststoffen

Dies ist in der Verpackungsindustrie, aber auch in vielen anderen Branchen inzwischen an der Tagesordnung. Hier gerade im Bereich der Elektrizität, Medizin, Sport oder Gesundheit. Allein in Deutschland lag der Anteil der recycelten Kunststoffe bei 11,86 Tonnen. Die Menge an PET beläuft sich lediglich auf 3,8 Prozent. Das geht auf eine Studie zurück, die im Auftrag der KfW Bankengruppe verfasst wurde.

Obwohl sich Deutschland auf die Fahnen schreibt, eine gute Recyclingquote zu erfüllen, ist weiterhin die günstigere Variante der Verbrennungsanlagen sehr gefragt. Aus diesem Grund ist gerade bei den Kunststoffen die nachhaltige Verwertung im Vergleich zu den anderen Rohstoffen noch rückständig.

Für herkömmliche Unternehmen geht es im Falle des Recyclings von Plastik jedoch in erster Linie um die richtige Trennung.

Die Abfälle werden entweder sortiert oder direkt weitergeleitet zu den Müllverbrennungsanlagen. Für die Konzerne bedeutet dies, zunächst alle Wertstoffe in den geeigneten Tonnen zu lagern. Die Sammelrate von PET-Flaschen ist in Deutschland mit 94 Prozent sehr hoch. Firmen können sich daran beteiligen, indem sie, wenn Kunststoffe zu verwenden sind, diese in den richtigen Abfällen lagern und entsorgen. Noch besser ist es, auf den Plastikmüll komplett zu verzichten. So sind Einwegbecher für Plastik unnötiger Müll, stattdessen stellen sich Isolierbecher als sinnvoller und umweltbewusster heraus. Rücknahmesysteme der großen Hersteller helfen jedoch zusätzlich bei der richtigen Entsorgung von Verpackungen. So etwa das RIGK, welches Kunststoffverpackungen und Kanister annimmt oder VfW, das sich auf die Verwertung von Verkaufs-, Transport oder Umverpackungen spezialisiert hat.

Folglich gilt für Unternehmen die Devise: Plastikmüll vermeiden und stattdessen Mehrwegprodukte verwenden.

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b. Die Entsorgung von Massemetallen

Das Recycling von Metall ist in Deutschland eine sehr wichtige Rohstoffquelle, weswegen Unternehmen angehalten sind, hier den empfohlenen Recyclingkreislauf zu verfolgen.

Derwesten.de berichtet ferner von der Mülltrennung, die in Zukunft vereinfacht werden soll. So ist bald eine Wertstofftonne statt der jetzigen gelben Tonne zu nutzen. Dies erleichtert die Mülltrennung, da auch alle Metalle hier entsorgt werden können. Größere Mengen an Altmetall bieten sich jedoch auch für den Verkauf an Schrotthändler an. Das hat einen Nutzen für die Unternehmen, denn einerseits wird der Metallabfall sinnvoll entsorgt und zum anderen profitieren beide Partien von den Preisen, die im Zuge dessen gezahlt werden.

Der Ablauf des Recyclings beginnt also mit dem Sammeln, bevor durch eine Homogenisierung, wie etwa ein Schmelzprozess, sowie einer Abtrennung von den Verunreinigungen schließlich das Recyclingprodukt hergestellt wird, welches dann wieder zu verwenden ist.

Es ist ratsam für Unternehmen, Schrotthändler zu kontaktieren, die die Metallteile abkaufen und sie schließlich gewinnbringend veräußern.

c. Recycling von Papier

Bei Büromaterial, vorwiegend dem Papier, können Unternehmen ebenfalls etwas für die Umwelt tun. In diesem Artikel wird beschrieben, welche nachhaltigen Einkaufsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Zunächst geht es darum, möglichst ressourcenschonend zu agieren. Papier kann aus nachhaltiger Forstwirtschaft hergestellt werden. Aus diesem Grund sollten sich Konzerne vorwiegend auf dieses beschränken. Dabei gibt es drei Zertifikate, an denen sich die Verantwortlichen orientieren können. Hier ist zunächst das FSC-Siegel zu nennen, welches hauptsächlich zur Sicherung einer nachhaltigen Fortwirtschaft 1993 in Rio gegründet wurde. Auf diese Weise soll gewährleistet werden, dass die Forstbetriebe ökonomische, ökologische und soziale Standards erfüllen. Ein weiteres Siegel, das besonders bei Bilderdruckpapier als Orientierung dient, ist das Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes (PEFC). Dieses ermöglicht eine weltweite, stetige Verbesserung der Wälder und setzt ebenfalls strenge Standards zur Erreichung des Siegels voraus. Ein drittes Beispiel ist der Blaue Engel, der sicherstellt, dass das Papier ausschließlich aus Altpapier hergestellt wurde. Denn gerade in Deutschland steigt der Pro-Kopf-Verbrauch von Papier kontinuierlich, da es nur wenige Länder gibt, die so viel Papier verbrauchen. Andererseits ist die Bundesrepublik Spitzenreiter beim Sammeln von Altpapier. Die Verantwortlichen sind sich also durchaus der Verantwortung und des eigenen Verbrauchs bewusst.

Unternehmen sollten sich beim Einkauf an den Siegeln orientieren und darüber hinaus den Papierverbrauch bestmöglichst einschränken. E-Mails sind lediglich dann auszudrucken, wenn dies auch tatsächlich notwendig ist.

d. Recycling von Edel- und Sondermetallen

Hier geht es vorwiegend um Metalle wie Gold, Silber, Palladium oder Platin. Dies findet sich häufig im Elektronikschrott. Allerdings ist es für Laien nicht einfach, dies voneinander zu separieren. Deshalb nutzen die Entsorger sogenannte Scheideanstalten, um die Stoffe zu trennen. Für Unternehmen bietet es sich an, den Elektronikschrott und damit auch die Edelmetalle zu verwerten, denn in einem großen Konzern ist das Aufkommen an Elektrotechnik, die regelmäßig auszutauschen ist, so hoch, dass hier ein großes Einspar- und Recyclingpotential besteht. Dies bezieht sich insbesondere auf:

  • Geräte der Büro-, Kommunikations- sowie Informationstechnik (beispielsweise Computer, Drucker, Kopierer oder Telefone),
  • Kleingeräte, wie Taschenrechner oder Uhren,
  • Großgeräte, etwa Klimaanlagen, Spül- oder Kaffeemaschinen.

Durch den richtigen Umgang und das geeignete Verfahren gestaltet sich die Rückgewinnung aus den Elektronikabfällen und Wiedereinführung in den Materialkreislauf als problemlos und gewinnbringend.

Unternehmen wird empfohlen, sobald sie sich neue Produkte anschaffen, die richtige Entsorgung der alten Produkte zu veranlassen und diese nicht einfach auf den Müll werfen.

e. Praktische Tipps

i. Reduktion des Papierverbrauchs

In Unternehmen gibt es unterschiedlichste Möglichkeiten, den Papierverbrauch zu reduzieren. So ist es zunächst wichtig, abzuwägen, ob der Druck eines Dokuments überhaupt notwendig ist. Ist dies der Fall, so spart der Duplex-Druck weiteres Papier. Darüber hinaus ist es sinnvoll, doppelseitig zu drucken, also die Konvertierung von Din A4 auf DIN A5, sodass zwei Seiten auf ein Blatt passen. Eine weitere Frage ist das Drucken von Handouts. Wird bei einem Meeting mit einer guten Präsentation gearbeitet, die für alle sichtbar ist, so ist es nicht notwendig, die Unterlagen ein weiteres Mal auszudrucken. Kopien sind ferner nicht im Voraus zu machen, sondern es reicht, diese digitalisiert abzulegen und im Zweifelsfall ein weiteres Mal auszudrucken. Ohnehin ist die Arbeit mit einem Scanner hilfreich, denn ein Großteil der Dokumente ist nicht nur einfacher zu verwalten, sondern durch eine eindeutige Benennung auch schneller aufzufinden, wenn sich diese in digitaler Form auf dem Rechner befinden. Papierwende-berlin.de zeigt weitere Tipps auf, die bei dem Einsparen von Papier für Unternehmen von Nutzen sein können. Dazu gehört unter anderem auch das Sammeln von Fehldrucken, da diese noch ein weiteres Mal als Schmierpapier zu verwenden sind.

ii. Auf Prüfsiegel achten

Es gibt unterschiedliche Prüfsiegel, die auch über die Herstellung und die Qualität von Papier hinausgehen. So gibt es, neben den bereits erwähnten Zertifizierungen, auch das EU Ecolabel „EU-Blume“ oder den „CO2 Fußabdruck“. Ersteres klassifiziert eine breite Auswahl an unterschiedlichen Produktgruppen. Dabei kann es sich etwa um Elektrogeräte, Lichtquellen, Papier oder auch Möbel handeln. Diese sind im Hinblick auf deren Umweltverträglichkeit, die Möglichkeit des Recyclings sowie aufgrund einer nachhaltigen Produktion mit diesem Siegel ausgezeichnet worden. Hier können sich Unternehmer über die einzelnen Produkte und die Anforderungen für den Erhalt dieses Siegels informieren.

Viele Unternehmen, unter anderem einige große Automobilhersteller, sind mit dem Siegel „CO2-Fußabdruck“ ausgezeichnet. Unternehmer können sich, etwa bei dem Kauf von Fahrzeugen für den Fuhrpark, an jenen Marken orientieren, die sich nachweislich für den Umweltschutz einsetzen. Erkennbar ist dies anhand des Siegels.

Generell bieten solche Auszeichnungen eine gewisse Transparenz und verschaffen dem Verbraucher so Sicherheit bei dem Kauf der Produkte.

iii. Mülltrennung

Für Arbeitgeber sollte das Ziel sein, die Einstellung ihrer Angestellten beim Thema Mülltrennung zu sensibilisieren. Um dies erreichen zu können, müssen diese zunächst über die Abläufe, die Notwendigkeit sowie die Ziele der Mülltrennung und des Recyclings informiert werden. Diese Trennung sollte jedoch auch von der Unternehmensführung aktiv beworben und vorgemacht werden. Es geht darum, zum einen Verantwortliche zu ernennen, die sich damit aus freien Stücken beschäftigen und zum anderen bindende Regelungen zu treffen sowie eine Möglichkeit für Beschwerde- und Feedbackäußerungen zu schaffen. Die eigentliche Mülltrennung orientiert sich schließlich an der unterschiedlichen Beschaffenheit der Produkte.

3. Fördermittel für Unternehmen

a. Bezuschussung seitens des Staates

Der deutsche Staat bezuschusst kleine und mittelständische Unternehmen, wenn sich diese besonders für das Recycling einsetzen. Das betrifft nicht direkt das Mülltrennen oder die Wiederverwendung, sondern die Umweltberatung, die den Firmen die richtigen Schritte der nachhaltigen und umweltbewussten Unternehmensführung nahelegen. Folglich übernimmt das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie rund 50 Prozent der Kosten, wenn es darum geht, sich externe Beratung und Expertise zum Thema Recycling und Umweltschutz einzuholen.

b. Die Beantragung von Fördermitteln

Einige Bundesländer fördern Initiativen zur Abfallbeseitigung. So auch das Land Sachsen-Anhalt, welches laut Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, für jene Unternehmen und öffentliche Einrichtungen Zuschüsse bereithält, die sich besonders für die Abfallwirtschaft engagieren. Grundlage ist ein wirtschaftlich oder ökologisch erfolgsversprechendes Vorhaben, das innerhalb der Landesgrenzen durchgeführt wird und dessen Finanzierung darüber hinaus zu 100 Prozent sichergestellt ist. Treffen all diese Aussagen zu, so ist ein Zuschuss von bis zu 60 Prozent des Vorhabenvolumens möglich, wobei dieses eine Mindestsumme von 100.000 Euro nicht unterschreiten darf.

4. Dier größten Irrtümer

a. Energiesparlampen

Energiespar- beziehungsweise Kompaktleuchtstofflampen dürfen nicht auf dem herkömmlichen Müll entsorgt werden. Stattdessen müssen Verbraucher diese fachgerecht auf Wertstoffhöfen abgeben. Das Quecksilber ist der Grund, warum diese spezielle Entsorgung notwendig ist. Sinnig ist es, die Verpackung der neuen Lampe für das ausgediente Exemplar zu verwenden, damit dieses bruchsicher transportabel ist. Dabei ist die Annahme dieser Abfallstoffe grundsätzlich kostenfrei.

b. Verbundstoffe

Dies sind Materialien, die aus mehr als einem Stoff bestehen. Sie sind fest miteinander verbunden. Allerdings sind sich viele unsicher, wie diese Stoffe zu recyceln sind. Hat sich beispielsweise bei Verpackungen von Lebensmitteln Schimmel auf dem Material gebildet, dann ist es sinnvoll, dieses im Restmüll zu entfernen. Alle anderen Verbundstoffe werden ausschließlich im Gelben Sack entsorgt.

c. Druckerpatronen

Die Kartuschen können ebenfalls bei Wertstoffhöfen zurückgegeben werden. Allerdings ist es auch möglich, diese bei einem Händler wieder füllen zu lassen oder beim Kauf der neuen Patronen wieder zurückzugeben. Durch das fachgerechte Recyceln können bei 100.000 Kartuschen bis zu 10.000 Kilogramm Aluminium, 40 Tonnen Kunststoffe und rund 1.000.000 Liter Rohöl eingespart werden. Allerdings sind nicht alle Tonerkartuschen auch tatsächlich zum recyceln geeignet. Diejenigen Exemplare, die hier zutreffen, sollten daher zu den ursprünglichen Händlern zurückgeschickt werden, damit diese dort wieder aufgefüllt werden können. Die gesetzliche Rücknahmepflicht betrifft jedoch nicht nur die Toner und Patronen, sondern ebenso die Verpackungen von anderen Elektronikprodukten.

5. Beispielhafte Unternehmen

Der Kreislauf des Recyclings wird bereits von vielen Unternehmen gefördert und durch einige Pioniere weltweit bekannt gemacht. Die Zahlen, die dabei im Umlauf sind, belaufen sich auf gigantische Ausmaße. So belegt das Umweltbundesamt Daten, nach denen der Pro-Kopf-Verbrauch bei 20 Tonnen Rohstoffen jährlich liegt. Dennoch gibt es immer wieder Konzerne, die sich Recycling zu Nutze machen und damit sogar zusätzliches Geld verdienen. So auch die Badischen Stahlwerke, wo alter Schrott, wie etwa Auto-Karosserien, Fahrräder oder Waschmaschinen eingeschmolzen und wiederverwendet wird. Das Ergebnis ist ein Walzdraht, der aus dem Ursprungsmaterial gewonnen wird und in der Bauindustrie sehr gefragt ist. Alleine das Stahlrecycling in Deutschland macht es möglich, jährlich bis zu 20 Millionen Tonnen C02 einzusparen. Stahl, so der Geschäftsführer des Unternehmens, ist für die Kreislaufwirtschaft bestens geeignet. Das badische Unternehmen hat sich das zu Nutze gemacht und ist daher einer der Vorbilder im Bereich Recycling.

Ein weiterer Konzern, der Pionierarbeit im Bereich der Nachhaltigkeit leistet, ist Renault. Wie die Frankfurter Rundschau berichtet, verfolgt der Automobilhersteller in vielerlei Hinsicht eine nachhaltige Unternehmensphilosophie, unter anderem Recycling innerhalb des Unternehmens sowie ein Umweltplan, der über einen langen Zeitraum die kontinuierliche Senkung der CO2-Emissionen vorsieht. Ein Beispiel, das dies verdeutlicht, sind die 15000 Tonnen Holz, Mandelhülsen und Olivenkerne, die das Unternehmen verwendet, um erneuerbare Energien nutzen zu können. Beim Thema Verwertung von Müll werden bis zu 20 Prozent aller Plastikteile verbaut, die aus dem Recycling stammen. Renault hat sich einen Unternehmensplan auf die Fahnen geschrieben, der mehrere Aspekte miteinander in Verbindung bringt. Zum einen den wirtschaftlichen Erfolg, außerdem die Reduzierung der CO2-Emissionen und die Wiederverwendung sowohl des Abfalls, der Ersatzteile sowie der produzierten Fahrzeuge.

Sofern auch weitere Unternehmen solche beispielhaften Initiativen starten oder zumindest intern ökologischer Denken und ihren Abfall reduzieren, wird das Recycling noch weiter wachsen und die Rohstoffe, die sonst für die Neuherstellung dieser Produkte aufgewendet werden müssen, könnten im Umkehrschluss eingespart werden. Recycling ist demnach nicht nur eine umweltschonende Verwertung von Abfallstoffen, sondern auch eine erhebliche Einsparung von Rohstoffen, da die neue Produktion von Kunststoffen auf diese Weise drastisch gesenkt werden könnte.

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