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Der Umweltschutz bekommt in den heutigen Unternehmensstrukturen eine immer größere Bedeutung. Von der Einführung eines Umweltschutzmanagementsystems...

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Wie Sie bei einer Havarie im Betrieb vorgehen sollten

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Baustelle
Urheber: Ingo Bartussek | Fotolia

Von Dr.-Ing. Karolina Kapsa,

Bei Havarien oder vergleichbaren Unfällen kommt es nicht selten vor, dass Umweltschadstoffe teilweise in großen Mengen freigesetzt werden und Mitarbeiter, Boden oder Grundwasser gefährden. Große Industriebetriebe, die von solchen Risiken betroffen sind, haben meist umfassende Havariepläne, die eine kurzfristige und lückenlose Gefahrenbeseitigung regeln. Dadurch lassen sich nicht nur die Gefahren für Mensch und Umwelt, sondern auch die ökonomischen Dimensionen des Schadens begrenzen. Doch wie reagieren kleine und mittlere Unternehmen am besten auf eine potenzielle Gefährdung? Wie zeigen Ihnen nachfolgend, worauf Sie achten sollten.

Von Havarien im betrieblichen Umfeld sprechen wir dann, wenn Stoffe austreten, die eine Gefährdung für die menschliche Gesundheit oder die Umwelt darstellen. Beschrieb der Begriff früher nur Unfälle beim Schiffstransport, wurden immer öfter auch andere Transportunfälle mit dem Begriff Havarie umschrieben. Heute verstehen wir unter Havarie sämtliche Leckagen oder andere Stoffexpositionen, die beim Transport, bei der Lagerung oder sogar beim Anlagenbetrieb auftreten.

Vor allem Gefahrstoffe und wassergefährdende Stoffe sind betroffen


Die Möglichkeit zu Havarien bestehen vor allem im Zusammenhang mit Gefahrstoffen oder wassergefährdenden Stoffen, also immer dann, wenn Stoffe ein Gefährdungspotenzial darstellen. Dieses Gefährdungspotenzial sollten Sie erkennen, einschätzen und entsprechend eindämmen, um Havarien zu vermeiden. Ein Mindestmaß an Havarievorsorge macht deshalb für jedes Unternehmen Sinn, da die Schadensbeseitigung umso aufwendiger wird, je später reagiert wird und je weiter sich die Schadstoffe damit verbreiten können, beispielsweise durch Versickerung im Boden oder durch Ausbreitung in Gewässern, der Kanalisation, unterirdischen Hohlräumen (Tunneln, Leitungsschutzrohren) oder auch direkt oberflächig. Entsprechende Vorsorgemaßnahmen sollten immer alle Stufen der Stofflagerung und des Stofftransports einbeziehen. Denn meine Erfahrung zeigt, dass gerade bei Havarien während des Transports von z. B. Gefahrstoffen in vielen Fällen keine Havariepläne vorliegen und damit die gesamte Havariebeseitigung von einer schnellen und umfassenden Bearbeitung durch Polizei bzw. Feuerwehr abhängt. Dies kann teuer werden und führt zu negativen Schlagzeilen.

Ein Havarieplan ist ein wichtiger Teil Ihres Risikomanagements


Erstellen Sie deshalb auch für Ihren Betrieb einen Havarieplan, der Ihr Havariemanagement beschreibt und sämtliche Eventualitäten und Gefährdungen berücksichtigt. Dieser muss keinen speziellen Formalien genügen, sollte aber alle wesentlichen Aspekte zur Havarievorsorge und -bekämpfung abdecken.

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In 3 Schritten zum Havariemanagement

Wie bei jedem Managementsystem empfehle ich die Vorgehens- weise in drei Schritten:

1. Überprüfung der Ist-Situation


Checken Sie im ersten Schritt, wo in Ihrem Betrieb mögliche Havarien stattfinden könnten. Folgende sieben Fragen helfen Ihnen bei der Identifikation der Gefahrenstellen:


  • Wo werden Gefahrstoffe oder wassergefährdende Stoffe gelagert?

  • Wann und wie werden die Stoffe transportiert? Wer ist Auftraggeber, Versender und Empfänger?

  • Welche Anlagen hantieren mit solchen Stoffen oder setzen diese ein? Besonders relevant sind sämtliche Hydrauliken und Motoren mit Ölschmierung.

  • Wo fallen gefährliche Abfälle an, wie werden diese gelagert und transportiert?

  • Welche Sicherungsmaßnahmen sind bereits vorhanden? Beispiele hierfür sind Auffangwannen, Siphon-Sperren und Ähnliches.

  • Gibt es zum Umgang mit den Stoffen Betriebsanweisungen, die Havariefälle berücksichtigen?

  • Welche rechtlichen Vorschriften (v.a. AwSV) gibt es?

2. Bewertung des Status und Ableitung von Maßnahmen inkl. Meldepflichten

Bewerten Sie im nächsten Schritt, ob die bestehenden Lagereinrichtungen und Transportmaßnahmen ausreichend abgesichert sind, um Havarien zu vermeiden und im Havariefall schnell reagieren zu können.

Unterscheiden Sie dabei zwischen den technischen Einrichtungen, organisatorischen Maßnahmen und der erforderlichen Mitarbeitereinbindung. Leiten Sie dann aus der Bewertung die erforderlichen Maßnahmen ab, die nötig sind, um Havarien vorzubeugen und im Notfall zu reagieren.

Hinweis: Berücksichtigen Sie bei der Maßnahmenplanung auch eventuelle Meldepflichten im Havariefall. Solche Meldepflichten werden je nach Bundesland unterschiedlich gehandhabt. Auskunft hierzu erteilt Ihnen das jeweils zuständige Landesamt, in der Regel die Umweltämter, teilweise aber auch Bergbauämter oder andere.

3. Dokumentation und Bekanntgabe


Dokumentieren Sie Ihre Maßnahmen je nach Relevanzbereich und fassen Sie sie in Form einer Betriebsanweisung je Tätigkeitsbereich zusammen. Im letzten Schritt müssen die Mitarbeiter noch unterwiesen und fehlende technische Einrichtungen zur Havarievorsorge oder -bekämpfung installiert werden.

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