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Wohin mit leeren Kunststoff-Verpackungen?

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Kunststoffkanister
Urheber: SOMATUSCANI | Fotolia

Von Uta Fuchs,

Um wachsende Verpackungsberge in den Griff zu bekommen, gibt es klare Regelungen für eine umweltfreundliche Beseitigung oder Verwertung. Wenn sich in den entleerten Verpackungen noch Schadstoffe befinden können, gehört die Entsorgung in die Hände von Profis.

Nicht nur Gefahrstoffe müssen ordnungsgemäß entsorgt werden, sondern auch deren Verpackungen. Oft sind das Kunststoffbehälter wie Kanister oder Fässer, Foliensäcke oder flexible Schüttbehälter wie Gewebesäcke oder Big Bags. Wegen des Inhalts sind es überwiegend Einwegverpackungen. Um hier im Sinne der Kreislaufwirtschaft zu handeln, müssen Sie bei der Sammlung, dem Transport und der Entsorgung von Gefahrstoffbehältern Vorgaben aus der Verpackungsverordnung beachten, um Mensch und Umwelt vor den schädlichen Stoffen zu schützen und die Verpackung fachgerecht zu entsorgen.

Kunststoffverpackungen sind beinahe unverwüstlich. Das ist im Einsatz ein Vorteil, für die Entsorgung jedoch schlecht: Denn sowohl der Gefahrstoff als auch das Plastik dürfen nach der Entsorgung die Umwelt nicht belasten.

Hersteller und Vertreiber müssen Ihre Verpackung zurücknehmen

Als Verbraucher sind Sie im Prinzip fein raus: Nach § 8 der Verpackungsverordnung müssen nämlich Hersteller und Vertreiber von Verpackungen für schadstoffhaltige Füllgüter auch deren Rücknahme regeln und die Verbraucher, private wie gewerbliche, auf die Rücknahmemöglichkeiten hinweisen. In der Praxis haben sich spezialisierte Rücknahmesysteme durchgesetzt, die mit der Entsorgung beauftragt werden. Eines dieser Systeme wird von der RIKG GmbH betrieben, die sich auf die Rücknahme von industriellen und gewerblichen Kunststoffverpackungen schadstoffhaltiger Füllgüter spezialisiert hat.

Wenn Abfüller und Vertreiber von Schadstoffbehältern ein solches Rücknahmesystem nutzen, erwerben sie eine Lizenz und versehen ihre Behälter mit dem Kennzeichen des Systems. Die Betreiber des Rücknahmesystems vereinbaren mit Ihnen als Endverbraucher aus Gewerbe und Industrie den Ort der Rückgabe und eventuell die anfallenden Kosten.

Wichtig für Sie: Damit Ihre Verpackungsabfälle richtig entsorgt werden können, müssen Sie als gewerblicher Endverbraucher genau angeben, welche Art von Verpackungen in das System zurückgehen soll. Im RIGK-G(efahrstoff)-System beispielsweise sind Verpackungen von Gasen sowie von explosiven (Gefahrenklasse 1), infektiösen (Gefahrenklasse 6.2) und radioaktiven Stoffen (Gefahrenklasse 7) von der Rücknahme ausgeschlossen.

Hinweis: Nutzen Sie die Angaben auf dem Gefahrzettel, der auf den Verpackungen angebracht wird. Damit haben Sie schon mal die Zuordnung zur Gefahrgutklasse vorliegen. Ein Etikett auf der Verpackung muss darüber informieren, welcher Stoff zuletzt enthalten war.

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Was heißt "restentleert"?

Sie dürfen nur Verpackungen zurückgeben, die gemäß der Verpackungsverordnung "restentleert" sind. Das heißt, sie müssen je nach Aggregatzustand tropf- bzw. rieselfrei entleert sein.

Wichtig für Sie: Auch diese scheinbar leeren!


Behälter können noch Rückstände der kennzeichnungspflichtigen Schadstoffe beinhalten und müssen daher auch in restentleertem Zustand so behandelt werden, dass keine Gefahr von ihnen ausgeht. Die Verpackungen sollten deshalb verschlossen werden. Ist das nicht möglich, müssen Sie die Verpackung in einen Sammelsack oder sonstigen Umbehälter verstauen. Diese erhalten Sie in der Regel vom jeweiligen Rücknahmesystem.

Die Dokumentation: Entsorgungsnachweise sind Pflicht

Die Gefahrstoffverpackungen fallen abfallrechtlich unter den EAK-Schlüssel 15 01 10*"Verpackungen, die Rückstände gefährlicher Stoffe enthalten oder durch gefährliche Stoffe verunreinigt sind." Das Sternchen signalisiert, dass hier gefährliche Stoffe vorhanden sind. Rücknahme und Entsorgung dieser gefährlichen Abfälle werden engmaschig überwacht. Dazu sind alle Beteiligten der Entsorgungskette zur Dokumentation verpflichtet.

Das betrifft Sie als Abfallerzeuger genauso wie Beförderer, Entsorger sowie Systembetreiber. Als Nachweis der ordnungsgemäßen Entsorgung erhalten alle Beteiligten einen abfallrechtlichen Übernahme- bzw. Begleitschein über das eANV-Portal, ein elektronisches Abfallnachweisverfahren, in dem alle Beteiligten der Entsorgungskette bundesweit vernetzt sind.

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