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Rund 18 Millionen Beschäftigte in Deutschland arbeiten täglich im Büro. Auch wenn dort die Gefährdungen weniger unmittelbar erkennbar sind als auf der...

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Alkohol am Arbeitsplatz

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Von Martin Weyde,

107 Liter Bier, 20 Liter Wein, 4 Liter Sekt und über 5 Liter Schnaps trinken wir Deutsche im Schnitt pro Jahr. Zu diesen Zahlen kommt das „Jahrbuch Sucht 2013“ der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen, das im April 2013 erschienen ist.

Kollegen mit Neigung zu alkoholischen Getränken beschreiben Personaler meistens als „gesellig“ – im Zeugnis, das sie nach der Kündigung aushändigen. Aber wenn Kollegen unter Einfluss von Alkohol arbeiten, dann ist zunächst die Fachkraft für Arbeitssicherheit gefragt.
Alkohol macht unvorsichtig, vermindert die Konzentration und beeinträchtigt die Urteilskraft und die körperliche und geistige Koordination. Wer ein Alkoholverbot am Arbeitsplatz ignoriert, der verstößt gegen seinen Arbeitsvertrag und riskiert eine Abmahnung und in letzter Konsequenz die Kündigung.
Durch Alkohol verliert man die Kontrolle über den eigenen Körper und das eigene Verhalten. Das mag auf dem heimischen Sofa des Trinkers private Sache sein – am Arbeitsplatz jedoch gefährdet der Alkohol nicht nur seine eigene Gesundheit, sondern auch die seiner Kollegen und des Unternehmens.

  • Die Unfallverhütungsvorschrift BGV A1 „Grundsätze der Prävention“ gibt den Beschäftigten in § 15 vor: „Versicherte dürfen sich durch den Konsum von Alkohol nicht in einen Zustand versetzen, durch den sie sich selbst oder andere gefährden können.“
  • § 7 der BGV A1 richtet sich an den Arbeitgeber: „Der Unternehmer darf Versicherte, die erkennbar nicht in der Lage sind, eine Arbeit ohne Gefahr für sich und andere auszuführen, mit dieser Arbeit nicht beschäftigen.“
  • Nach § 15 des Arbeitsschutzgesetzes müssen Beschäftigte gemäß der Weisung des Arbeitgebers für ihre Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit sorgen.

 

 

Denn wenn es durch den Alkoholkonsum zu einem Arbeitsunfall kommt, und der Alkoholkonsum im Unternehmen bekannt war, dann kann das Unternehmen für den Arbeitsunfall vom Versicherer in Regress genommen und anderweitig haftbar gemacht werden – unter Umständen sogar strafrechtlich.
Darüber kann als Vertreter des Arbeitgebers nur ein Vorgesetzter mit dem trinkenden Kollegen sprechen. Aber auch als Kollege können Sie ihm vor Augen halten, dass er eine Kündigung riskiert, weil auch das Unternehmen an gesetzliche Vorgaben gebunden ist.

  • Zeigen Sie ihm, dass Sie sich Sorgen machen.
  • Machen Sie ihm keine Vorwürfe, sondern sagen Sie ihm, dass Ihnen an Ihrer Zusammenarbeit etwas liegt.
  • Rechnen Sie damit, dass er sich verteidigt, aber stellen Sie ihm trotzdem offen dar, wie Sie die Situation erleben.

Wenn Sie im Zweifel sind, wie Sie am besten vorgehen sollten, dann können Sie auch zunächst mit Ihrem Betriebsarzt darüber reden – er unterliegt der Schweigepflicht.

 

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