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Rund 18 Millionen Beschäftigte in Deutschland arbeiten täglich im Büro. Auch wenn dort die Gefährdungen weniger unmittelbar erkennbar sind als auf der...

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Bis zur Rente auf dem Bau?

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Von Martin Weyde,

„Je höher das Arbeitsschutzniveau auf dem Bau, desto länger können ältere Beschäftigte in ihrem Job bleiben und desto attraktiver werden Bauberufe für junge Menschen.“ Nein, das hat nicht Sigmar Gabriel gesagt, der sich Anfang dieser Woche gerade für die Förderung altersgerechter Arbeitsplätze aussprach. Es waren die Worte unserer Arbeitsministerin Ursula von der Leyen. Überparteiliche Einigkeit, gewissermaßen.

Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang der Begriff der „begrenzten Tätigkeitsdauer“. Dieser wird auf Berufe angewendet, die von den meisten Beschäftigten aus gesundheitlichen Gründen nicht bis ins gesetzliche Rentenalter, oft nicht einmal bis zum 50. Lebensjahr (!) bewältigt werden können, denn hier droht die Frührente und somit Altersarmut.
Wichtig für Sie als SiFa: Die BG Bau hat bereits darauf hingewiesen, dass der demographische Wandel den Unternehmen immer stärker vor Augen führen werde, dass durch den Mangel an Fachkräften auch beim Bau künftig mehr ältere Arbeitnehmer beschäftigt sein werden.
Viele altersbedingte Einschränkungen machen sich besonders dann bemerkbar, wenn körperlich gearbeitet wird. Beschäftigte auf dem Bau sind nicht nur Wind und Wetter ausgesetzt, sondern müssen auch oft in ungünstiger Haltung oder in großen Höhen arbeiten. Hinzu kommen Belastungen durch das Heben und Tragen schwerer Lasten, durch Lärm und durch Staub.
Das Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Uni Duisburg-Essen hat Indikatoren für altersbedingte Risiken in der Bauwirtschaft untersucht. Erste Erkenntnis: Auf dem Bau gehören weniger Mitarbeiter zur Gruppe der Ü50 als in der Wirtschaft insgesamt, mit unterschiedlicher Verteilung:

  • Besonders körperlich anstrengende Tätigkeiten wie die der Dachdecker, Fliesenleger, Zimmerer und Stuckateure üben die Beschäftigten häufig nicht bis zur Rente aus.
  • Bei den Maurern oder Betonbauern sieht es etwas anders aus, da dort viele ältere Mitarbeiter zu Polieren oder Vorarbeitern aufgestiegen sind, die schwere körperliche Arbeiten delegieren können.
  • Beschäftigte im Gleis- oder Straßenbau sind aufgrund des höheren Maschineneinsatzes länger in ihrem Beruf tätig. Gleiches gilt auch für Baumaschinenführer.

 

 

Die Studie hält Kriterien fest, nach denen ältere Beschäftigte möglichst lange erwerbsfähig bleiben sollen:

  • Ihre Tätigkeit muss altersgerecht sein, also unter anderem die Abnahme der Muskelkraft, des Hör- und Sehvermögens und der Informationsverarbeitung berücksichtigen.
  • Ihre Tätigkeit darf keine physischen und psychischen Schädigungen hinterlassen.
  • Ihre Tätigkeit sollte Chancen zum Lernen, zur Weiterbildung und zur Qualifikation bieten.

Als besonders alterskritische Bauberufe ermittelt die Studie Zimmerer, Dachdecker, Gerüstbauer, Maurer und Betonbauer. Diese erwiesen sich – im O-Ton der Studie – „als Berufe, die sowohl was die Schädigungslosigkeit und die Altersgerechtigkeit als auch die Qualifikationsentwicklung angeht, ungünstige Voraussetzungen für einen längeren Verbleib in der Tätigkeit aufweisen“.

 

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