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Erfolg durch Gesundheit - Teil 2

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Von Martin Weyde,

Auf dem Forum „Gesunde Wirtschaft“ am 8. November 2012 in Hamburg kamen Verantwortliche mehrerer Großkonzerne zu Wort, deren Erfahrungen mit psychischen Erkrankungen als Beispiel dienen können.

Im Mittelpunkt stand besonders die Rolle der Führungskräfte. Denn in deren Verantwortung liegt es, mit den psychischen Erkrankungen ihrer Mitarbeiter umzugehen – sowohl im Sinne der Betroffenen als auch des Unternehmens. Doch mit dieser Aufgabe sind sie oft überfordert.
Einerseits sehen viele Führungskräfte psychische Erkrankungen nach wie vor als Schwäche an. Andererseits – oder gerade deshalb – haben sie offenbar große Probleme, mit ihren betroffenen Mitarbeitern ganz normal umzugehen. Darauf wiesen im Rahmen der Talkrunde die Vertreter von Airbus und des Versandhändlers Otto hin.
Kaum vorstellbar, aber manche Führungskräfte scheinen Hemmungen zu haben, sich ganz beiläufig nach dem Befinden ihrer Mitarbeiter zu erkundigen. Rechnen Sie deshalb lieber damit, dass es ein längerer Prozess wird, Ihre Führungskräfte an die Aufgabe heranzuführen, mit psychisch erkrankten Mitarbeitern umzugehen.
Der Psychiater Dr. Werner Kissling von der TU München forderte Personalverantwortliche dazu auf, ihre Entscheidungsträger davon zu überzeugen, dass es sich hier nicht um „Psychogedöns“ handelt, sondern um ein für ihren Unternehmenserfolg wichtiges Thema.
Und Thomas Holm von der Techniker Krankenkasse brachte auf den Punkt, was eine Führungskraft ausmacht: Es muss ihr Spaß machen, mit Menschen zu arbeiten, und dabei nicht der Beste zu sein, sondern dafür zu sorgen, dass die Mitarbeiter motiviert ihrer Arbeit nachgehen.

 

Führungskräfte müssen lernen,

  • woran sie psychisch erkrankte Mitarbeiter frühzeitig erkennen,
  • dass sie Mitarbeiter darauf ansprechen, wenn ihnen ihr Verhalten unnatürlich vorkommt,
  • wie sie sie darauf ansprechen,
  • wie belastbar psychisch erkrankte Mitarbeiter sind
  • und wie sie die anderen Kollegen auf erkrankte Mitarbeiter einstellen, um Konflikte zu vermeiden.

Wenn eine Führungskraft vermutet, dass ein Mitarbeiter unter einer psychischen Störung leidet, dann muss ihr klar sein, dass sie in dieser Situation kein größeres Projekt auf seinen Schreibtisch legen kann. Sie muss ihn vielmehr ermuntern, Überstunden abzubauen, Urlaub zu nehmen oder ein Coaching oder psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Um dieses Verhalten als Normalität zu etablieren, ist sowohl die Schulung der Führungskräfte als auch die Breitenschulung aller Mitarbeiter erforderlich. Darin muss auch vermittelt werden, wie Führungskräfte und Mitarbeiter bei sich selbst eine psychische Störung erkennen können. Dieses Wissen trägt dazu bei, einer Stigmatisierung erkrankter Kollegen entgegenzuwirken.
Führungskräfte sind in der Position, psychische Probleme ihrer Mitarbeiter frühzeitig zu erkennen und darauf zu reagieren. Entscheidend ist jedoch, dass sie sich auch die nötige Zeit dafür nehmen.
Einhelliger Tenor: Führungskräfte dürfen sich nicht nur für Sachthemen interessieren. Es muss ihnen am Herzen liegen, ob ihre Mitarbeiter jeden Morgen gerne zur Arbeit gehen und motiviert und engagiert bei der Sache sind. Wenn dies nicht der Fall ist, dann sind sie keine Führungskräfte.

 

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