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Arbeitsstättenverordnung: Wie kalt darf es am Arbeitsplatz wirklich sein?

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Urheber: Andrey Popov | Fotolia

Von Wolfram von Gagern,

Gerade an Sie als Arbeitsschutzbeauftragte werden zu dieser Jahreszeit sicher eine Menge Fragen gerichtet: Wie warm muss der Arbeitsplatz denn eigentlich sein? Auf welcher Einstellung sollten die Heizungen stehen? Und wie war das gleich nochmal mit dem Lüften?

Frage: Zurzeit ist es draußen eisig kalt! Was ist da eigentlich eine gesundheitlich zuträgliche Raumtemperatur? Heizung rauf oder runter? Fenster zu oder auf? Diese Fragen werden momentan bei uns ständig diskutiert. Dies kostet viele Nerven, denn die Meinungen meiner Kollegen sind recht unterschiedlich. Doch welche Hinweise für ein gesundes Raumklima sollte ich am besten weitergeben?

Welche Raumtemperatur laut Arbeitsstättenverordnung herrschen sollte

Antwort: In der Tat sind die individuellen Bedürfnisse häufig sehr unterschiedlich. Manche mögen’s heiß oder zumindest kuschelig warm. Doch zu hohe Temperaturen schaden sogar der Gesundheit, denn sie erhöhen die Gefahr für eine Erkältung. Als optimale Temperatur für Arbeitsräume empfehlen Arbeitsmediziner 20°C oder weniger.

So kalt darf es nach der neuen technischen Regel für Arbeitsstätten sein

Die neue technische Regel für Arbeitsstätten ASR-A3-5 (Raumtemperaturen) schreibt folgende Mindestwerte vor:



Arbeitsschwere
Überwiegende Körperhaltung Leicht Mittel Schwer
Sitzen + 20°C + 19°C /
Stehen, Gehen + 19°C + 17°C +12 °C

Leichte Arbeit ist dabei leichte Hand-/Armarbeit bei ruhigem Sitzen bzw. Stehen verbunden mit gelegentlichem Gehen. Mittelschwer ist mittelschwere Hand-/Arm- oder Beinarbeit im Sitzen, Gehen oder Stehen. Als schwer wird schwere Hand-/Arm-, Bein- und Rumpfarbeit im Gehen oder Stehen eingestuft. Die Lufttemperatur in Arbeitsräumen und Sozialräumen soll 26 °C nicht überschreiten. Eine Mindesttemperatur von 21°C ist für die Nutzungsdauer in Pausen-, Bereitschafts-, Sanitär-, Kantinen- und Erste-Hilfe-Räume vorgeschrieben. In Toilettenräumen darf die Lufttemperatur durch Lüftungsvorgänge, die durch die Benutzer ausgelöst werden, kurzzeitig unterschritten werden. In Waschräumen, in denen Duschen installiert sind, soll die Lufttemperatur während der Nutzungsdauer mindestens +24 °C betragen. Sorgen Sie dafür, dass Heizkörper nicht abgedeckt oder mit Akten oder Blumentöpfen zugestellt werden. Sonst kann sich die Wärme nicht richtig im Raum verteilen.

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Jeder Grad Raumtemperatur spart sechs Prozent der Heizkosten

Die Heizung sollte nie ganz abgestellt werden. Sonst besteht Frostgefahr. Außerdem ist es billiger, eine niedrige Durchschnittstemperatur zu halten, als einen ausgekühlten Raum wieder aufzuheizen. Abends kann die Heizung auf Stufe 2 herunter gedreht werden, das entspricht etwa 15 °C. Für das Wochenende und bei längerer Abwesenheit ist die Frostschutzposition (genkennzeichnet mit *) gedacht. Wenn Jalousien vorhanden sind, sollten Sie die über Nacht schließen. Achten Sie darauf, dass auch Innentüren zwischen unterschiedlich beheizten Räumen tags und nachts geschlossen sind. Die Frostschutzposition ist auch für wenig genutzte Räume gedacht. Für einen Drucker- oder Serverraum oder Konferenzzimmer reichen geringere Temperaturen aus. Moderates Heizen schont auch die Kasse: Jedes Grad Raumtemperatur weniger spart etwa 6 Prozent der Heizkosten.

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