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Rund 18 Millionen Beschäftigte in Deutschland arbeiten täglich im Büro. Auch wenn dort die Gefährdungen weniger unmittelbar erkennbar sind als auf der...

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Betriebliches Gesundheitsmanagement: Warum es mit der Rückenschule noch nicht getan ist

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Urheber: Ana Blazic Pavlovic | Fotolia

Von Uta Fuchs,

Wer körperlich belastende Arbeit verrichtet, sollte sich zumindest richtig bewegen, denn Fehlhaltungen können hier schnell zu dauerhaften Schäden führen. Ein Coaching-Projekt bei Lufthansa Groundstars zeigt, wie wirkungsvoll individuelle Hilfen sein können.

Man könnte meinen, zum Thema Heben und Tragen sei schon alles gesagt. Doch unter Lehrern gibt es diesen Spruch: Gesagt ist nicht gehört, gehört ist nicht verstanden, verstanden ist noch nicht angewendet.

Dieses Problem ist auch den Verantwortlichen von Lufthansa Groundstars bekannt. Ihre Mitarbeiter bewegen am Flughafen unter Zeitdruck täglich mehrere Tonnen Fluggepäck. Um zu verhindern, dass Handling-Fehler zu dauerhaften Beschwerden im Stütz- und Bewegungsapparat führen, haben Lufthansa Groundstars und die Landesunfallkasse Hamburg, die inzwischen Unfallkasse Nord heißt, schon vor einigen Jahren ein Coaching-Projekt gestartet.

Kurz erklärt: Beim Coaching steht nicht das Vermitteln von Wissen im Vordergrund, sondern die Veränderung des Verhaltens. Erster Schritt dabei ist es, dass Mitarbeiter ungesundes Verhalten überhaupt bemerken.

Die Auswirkungen der Arbeitsbelastung können durch optimale Bewegungsabläufe (Verhaltensprävention) reduziert werden. Doch einfache Unterweisungen wie z. B. Rückenschulen, reichen dabei nicht, weil es kaum gelingt, die Übungen aus dem Training in den Arbeitsalltag zu übertragen. Aber erfahrene Mitarbeiter entwickeln, z. B. beim Abladen der Koffer vom Band, ganz eigene Bewegungsroutinen, die nicht unbedingt gesund sind.

So funktioniert es: Ein Coach, z. B. ein Bewegungstherapeut, beobachtet die Arbeitsabläufe. Schon dabei werden die Mitarbeiter zur Reflexion über ihr Vorgehen angeregt. Der Coach bespricht seine Beobachtungen und verweist auf Defizite. Wichtig: Er stellt keine Regeln auf, sondern macht Vorschläge.

Das Projekt bei Lufthansa Groundstars erstreckte sich über zwei Jahre. Zur Startphase gehörte es, dass die Coaches selbst am Band mitarbeiten. Später wurden, mit Einverständnis der Mitarbeiter, Videoaufnahmen gemacht, die dann in Gruppen von vier bis sieben Mitarbeitern ausgewertet wurden. Nach längerer Zeit wurden die Aufzeichnungen wiederholt.

Fazit: Das Coaching findet hohe Akzeptanz, denn Beschäftigte brauchen praxistaugliche Anregungen. Zudem können Sie eigene Erfahrungen und Kreativität einbringen, um Arbeitsabläufe zu verbessern. Die Veränderung entsteht im kollegialen Dialog. Deshalb erreichen Sie mit dieser Methode auch die „alten Hasen“.

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